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Skurrile Geschäftsideen mit Erfolg: Ein Amerikaner verkauft Schnee

Antonia Wallner
Freie Autorin

Wenn man sich anguckt, mit welchen Geschäftsideen manche Menschen zu ihrem Geld gekommen sind, denkt man sich manchmal: „Das hätte mir auch einfallen können.“ Und dann gibt es Ideen, die so abwegig bis absurd erscheinen, dass man darauf keinen Cent verwetten würde. Manchmal zu Unrecht! Ein schlauer Geschäftsmann aus Massachusetts fing an, echten Schnee zu verkaufen. Und verdiente bis heute ein Vermögen. Wie kam er dazu?

Das Snowman Kit ist für 270 US-Dollar (rund 237 Euro) zu haben. (Bild: shipsnowyo.com)

Während wir hierzulande sehnsüchtig auf Schnee warten, ächzt die USA seit Wochen unter heftigen Winterstürmen. Besonders die Ostküste versinkt in den Schneemassen und zwingt ihre Bewohner zum Schneeschippen im Akkord.

Auch im Jahr 2015 gab es viel zu viel von der weißen Pracht. Und für die Bewohner wurde der Schnee langsam zum echten Problem. Wohin bloß mit den weißen Massen? Die Stadt Boston überlegte sogar, sie ins Meer zu kippen. Da hatte der Amerikaner Kyle Waring aus Massachusetts eines Tages einen Geistesblitz. Warum nicht den Schnee an die Menschen verkaufen, die ihn sich so sehnlichst wünschen?

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Eine Flasche Schnee für 19,99 US-Dollar

Also startete Waring seinen großen Schneeverkauf unter dem Namen ShipSnowYo mit in Plastikflaschen abgefülltem Schnee zu je 19,99 US-Dollar (17,60 Euro), die in alle US-Staaten verschickt werden konnten. Eigentlich hatte er nicht wirklich mit Erfolg gerechnet, doch schon nach kurzer Zeit brummte das Geschäft. Und das, obwohl der Schnee längst geschmolzen war, wenn er bei seinen Käufern ankam. Viele kauften die Flaschen, weil sie die Idee witzig fanden und dem verrückten Start-up helfen wollten.

20 englische Pfunde (rund 9 Kilogramm) Schnee kosten umgerechnet rund 220 Euro. (Bild: shipsnowyo.com)

Doch Waring sah das Potenzial in seiner Geschäftsidee und entwickelte schon bald neue “Produkte”: Heute bietet ShipSnowYo.com eine breite Palette für leidenschaftliche Schneeballwerfer bis zu enthusiastischen Schneemann-Konstrukteuren. Mit einer 100-prozentigen Garantie, dass der Schnee auch als solcher ankommt.

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Damit der Schnee unterwegs nicht schmilzt, hat Waring seine Verpackungs- und Lieferstrategie optimiert. Die weiße Pracht wird in speziellen Isolierbehältnissen transportiert und direkt mit Overnight-Express an den Empfänger verschickt. Auf Wunsch auch mit personalisierten Nachrichten oder, speziell zu Weihnachten, mit einem Weihnachtsmann-Brief vom Nordpol.

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Kiloweise Schnee ab 190 US-Dollar

Das Ganze hat natürlich seinen Preis: die Schneepakete sind ab 190 Dollar (ca. 167 Euro) zu haben. Ein ziemlich großer Profitsprung für den Unternehmer. Dafür bekommt der Käufer dann aber auch stattliche 5 Kilo Schnee. Und was macht Kyle Waring, wenn es keinen Schnee gibt? Er passt sich an: “Vielleicht verschicke ich dann Herbstlaub“, sagte er gegenüber dem “Boston Magazine“. Wer nicht warten möchte, bis Waring Laub verschickt, kann sich bis dahin auch abgefüllte Luft aus Kanada kaufen.

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