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Nach Paukenschlag! Startet Braathen nun für Ski-Exoten?

Dieser unvermutete Paukenschlag erschüttert den alpinen Skisport! Lucas Braathen, eine der schillerndsten Figuren der Szene, hat das sofortige Ende seiner Karriere verkündet - und das direkt vor dem Saisonstart in Sölden.

In dem österreichischen Weltcuport, an dem am kommenden Wochenende der alpine Winter starten soll, gab der gerade mal 23 Jahre alte Norweger eine Pressekonferenz und enthüllte dabei das Ende seiner Laufbahn.

Ob diese Entscheidung jedoch endgültig ist? Zumindest macht Gino Caviezel den Fans Hoffnung auf ein Comeback des Norwegers. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass Lucas im nächsten Winter den Rücktritt vom Rücktritt erklären wird“, erklärte der Schweizer im Blick. Auch Team- und Zimmerkollege Marco Odermatt glaubt, dass Braathen bald wieder im Weltcup fahren wird - und bringt eine auf den ersten Blick verrückt klingende Idee ins Spiel: „Ich wäre nicht überrascht, wenn Braathen im nächsten Winter für Brasilien starten würde.“

Braathen-Comeback? Odermatt hätte eine Idee

Dieser Gedanke ist jedoch nicht so weit hergeholt. Da Braathens Mutter Brasilianerin ist, wäre diese Entscheidung naheliegend. Zudem würde der brasilianische Verband wohl nichts dagegen haben, wenn der Slalom-Weltcupsieger „J. Lindeberg-Bekleidung und Red Bull als Sponsor mitbringen würde“, ist sich Odermatt sicher.

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Dennoch ist der Rücktritt eine Entscheidung, die für emotionale Reaktionen im alpinen Skisport sorgte. Braathens bester Freund Atle Lie McGrath, der mit dem Norweger seit seiner Kindheit die Skigebiete der Welt bereist, war am Boden zerstört. „Ich hätte nicht gedacht, dass es passieren würde. Aber vor allem möchte ich sagen, dass ich sehr stolz auf Lucas bin“, sagte McGrath unter Tränen im norwegischen TV-Sender NRK.

Während die meisten Weggefährten von Braathen fassungslos auf seinen Rücktritt reagierten, machte ihm der ehemalige Weltklasse-Skirennfahrer Felix Neureuther ein skurriles Angebot. Unter dem Video, dass der Norweger nach seinem Rücktritt auf Instagram gepostet hatte, kommentierte Neureuther: „Wenn es wegen des Verbandes ist, dann heirate ich dich und du kannst für Deutschland starten. Für meine Frau ist das völlig okay.“ Eine echte Option für ein mögliches Comeback von Lucas Braathen ist der Vorschlag aber natürlich nicht.

Fjortoft fassungslos nach Braathen-Rücktritt

Der Rücktritt wurde auch über den Skisport hinaus kommentiert. Der frühere norwegische Bundesliga-Fußballer Jan Age Fjortoft etwa reagierte auf X bestürzt auf Braathens Entscheidung: „Einer unserer größten Sportler geht in den Ruhestand“, befand der einstige Stürmer von Eintracht Frankfurt und heutige Transfer-Influencer.

Auch der ehemalige französische Alpin-Star Johan Clarey reagierte fassungslos auf den Rücktritt. „Das kannst du nicht machen!!! Burschen wie du sind so wichtig für unseren Sport, ich hoffe, es ist nicht definitiv. Das System muss sich ändern, aber es ist ein riesiger Verlust für die Skirennwelt“, schrieb Johan Clarey auf Social Media.

Braathen hatte zuvor bei einer Aufsehen erregenden Pressekonferenz seinen Rücktritt erklärt. „Ich bin fertig“, sagte der Skandinavier bei seinem Auftritt in neutralem T-Shirt und lila Strickjacke. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass Freiheit eine meiner größten Quellen für Erfolg und Freude ist.“

Er fügte an, es gehe ihm nicht um lukrative Sponsorenverträge oder darum, „dass ich nach meinem letzten Rennen der Beste der Welt war“. Braathen gewann fünf Weltcup-Rennen in Riesenslalom und Slalom und im abgelaufenen Winter die Gesamtwertung im Slalom.

Braathen hielt einen 20-minütigem Monolog, bei dem er teils Tränen in den Augen hatte. Er habe sich immer geschworen, mit seinen Sport nur „bis zu dem Tag weiterzumachen, an dem es mich nicht mehr so glücklich macht“. Nun fühle er sich „zum ersten Mal seit Jahren frei“.

Streit mit Verband spielte offensichtlich eine Rolle

Hintergrund der völlig überraschenden Entscheidung des Shootingstars dürfte nicht zuletzt ein Zoff zwischen Braathen und dem norwegischen Ski-Verband (NSF) sein. Dabei geht es um eine Werbekampagne des Sportlers mit der Modemarke J. Lindeberg, die in Konkurrenz zum NSF-Partner Helly Hansen steht.

Bemerkenswert: Norwegens Verband war über Braathens Rücktrittsabsicht zuvor offenbar nicht informiert gewesen. Ein Sprecher hatte vorab erklärt, nicht zu wissen, worum es bei der PK gehen werde.

Braathen ging den NSF nun scharf an und vermittelte den Eindruck, dass der Ärger mit dem Verband mindestens einen starken Beitrag zur Entfremdung von seinem Sport geleistet hat: „Wir fühlten uns extrem provoziert. Es war eine extrem respektlose Behandlung.“

Braathen ist nicht der erste norwegische Skisportler, der mit dem eigenen Verband Streit bekommen hat. Der Skiverband zwingt sämtliche Mitglieder seiner Mannschaften dazu, nur auf die von ihm vorgegebenen Ausrüster zurückzugreifen. Alle großen Stars wie Johannes Kläbo, Petter Northug (beide Skilanglauf) oder Henrik Kristoffersen (Ski Alpin) hatten deshalb schon teils heftigen Streit mit dem Verband.

Auch Braathen, der seit jeher einen Ruf als individueller Charakter hat, rasselte unter diesem Umständen mit den Funktionären aneinander - und wirft nun auch der Presse in seiner Heimat vor, gegen ihn agitiert zu haben. Er sei „einige Monate lang einer Medienkampagne gegen mich“ ausgesetzt gewesen, „in der behauptet wurde, ich sei ein Egoist, denke nicht an die Gemeinschaft und sei gierig“.

Zuletzt hatte der Verband Braathen für sein Vergehen eine Geldstrafe auferlegt. Diese hatte er jedoch bis Donnerstag nicht bezahlt. Am Freitag folgte dann der Paukenschlag.

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Mit Sportinformationsdienst (SID)