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„Skandal, Siechtum, keine Argumente": Handelsexperten kritisieren neuen Staatskredit für Galeria Karstadt Kaufhof

·Lesedauer: 2 Min.

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof erhält nach pandemiebedingten Umsatzeinbußen Staatshilfen in Höhe von 220 Millionen Euro. Das schrieb Galeria-Chef Miguel Müllenbach in einem Mitarbeiterbrief. Das Rettungspaket soll mit Geld aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) finanziert werden. Wie das „Handelsblatt“ berichtete, äußerten sich Experten kritisch zu dem Vorhaben.

Experten fürchten, dass der Kredit die Situation des Warenhauses verschlechtert

„Der Staatskredit ist aus meiner Sicht ein Skandal“, sagt Martin Fassnacht, Handelsexperte von der WHU Otto Beisheim School of Management in Düsseldorf, dem „Handelsblatt“. Bei dem wirtschaftlichen Zustand des Unternehmens sehe er nicht, wie das Warenhaus dieses Geld jemals zurückzahlen könne. Fassnacht bezweifelte zudem, dass für Galeria Karstadt Kaufhof eine positive Prognose vorliege, welche für die Inanspruchnahme von WSF-Maßnahmen nötig ist.

Es ist bereits das zweite Mal, dass der Handelskonzern in der Pandemie staatlich Hilfe bekommt. Schon Anfang 2021 hatte der WSF mit einem Darlehen von 460 Millionen Euro unter die Arme gegriffen. Gerrit Heinemann, Handelsexperte der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach, sagte dazu im „Handelsblatt“: „Auch der zweite Staatskredit wird das Siechtum nicht beenden, sondern nur etwas verlängern.“ Im Gegenteil: Die Situation werde aufgrund des teuren Kredits nur prekärer.

Leere Fußgängerzonen könnten auch nach der Pandemie für anhaltenden Umsatzeinbrüchen sorgen

Mehrere Experten zweifeln, ob der angeschlagene Galeria-Warenhauskonzern je wieder so umsatzstark sein wird wie vor der Pandemie, nicht zuletzt aufgrund der wachsenden Beliebtheit von Online-Shops. 2021 mussten einige Filialen in deutschen Innenstädten bereits dauerhaft schließen. „In fünf bis zehn Jahren wird es Galeria in der Größe nicht mehr geben“, prognostiziert Fassnacht. „Es gibt für die Kunden im Grunde keine Argumente mehr, dort einzukaufen.“

Auch der Eigentümer Signa, der mehrheitlich der Familie des österreichischen Investors René Benko gehört, will das Unternehmen erneut mit einem Eigentümerbeitrag von 15 Prozent unterstützen. Was auf Lob aus der Politik stieß, sorgte seitens der Experten für Ärger. „Die politischen Entscheidungen zu den Coronamaßnahmen im Handel sorgen dafür, dass die Unternehmen massiv Eigenkapital verlieren“, sagte Patrick Zahn, Chef des Textilhändlers Kik, dem „Handelsblatt“. Daher hätten viele Eigentümer Kapital nachlegen müssen. „Und jetzt wird Herr Benko dafür gefeiert, dass er etwas Eigenkapital einbringt. Das kann ich nicht verstehen“, so Zahn im „Handelsblatt“.

af

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