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"Im Sinne der Marke": Bentley stellt GT3-Programm ein

Gary Watkins
·Lesedauer: 3 Min.

Bentley setzt den Schlusspunkt hinter die Einsätze des Continental GT3 mit Werksunterstützung. Beim Saisonfinale der Intercontinental GT-Challenge (IGTC), den 9 Stunden von Kyalami am 12. Dezember, werden die Ungetüme der britischen Marke, die zum Volkswagen-Konzern gehört, zum letzten Mal unterstützend eingesetzt.

Nachdem man den IGTC-Saisonauftakt 2020, die 12 Stunden von Bathurst, im Februar gewonnen hatte, wurde das in Zusammenarbeit mit M-Sport gelaufene Werksprogramm im Juni aufgrund der Coronakrise auf Eis gelegt. Nun steht fest, dass es keine Fortsetzung geben wird. Die sechs Bentley-Werkspiloten werden entlassen.

"Als Marke haben wir eine klare Strategie für die Zukunft, die da heißt, komplett nachhaltig und auf Elektromobilität fokussiert aufzutreten", erklärt Bentley-Motorsportchef Paul Williams den Hintergrund der Entscheidung.

Anders als VW: Motorsport soll weitergehen für Bentley

Im Unterschied zur Marke Volkswagen soll die Marke Bentley dem Motorsport aber erhalten blieben. "Wir erachten es als absolut wichtig, dass wir unser Motorsportprogramm entsprechend ausrichten. Das heißt, wir ändern unsere Richtung und werden nicht mehr in unser GT3-Programm investieren. Wir freuen uns aber sehr auf die Zukunft", so Williams.

Zwar werden Teile für den Continental GT3 laut Williams auch im nächsten Jahr noch zur Verfügung stehen, dann aber nur noch für interessierte Kundenteams. Was die Zeit nach 2021 betrifft, geht der Bentley-Motorsportchef davon aus, "sukzessive weniger" Autos dieses Typs zu sehen.

Die sechs Bentley-Werkspiloten - Jules Gounon, Maxime Soulet, Jordan Pepper sowie Oliver Jarvis, Seb Morris, Alex Buncombe - fahren bei den 9 Stunden von Kyalami einen Continental GT3 des Kundenteams K-PAX (Gounon/Soulet/Pepper) beziehungsweise einen, der in Zusammenarbeit mit Sparco privat von M-Sport eingesetzt wird (Jarvis/Morris/Buncombe).

Formel E, Le Mans und Extreme E werden geprüft

Mit Blick auf die Zukunft der Marke Bentley im Motorsport bemerkt Williams: "Ich werde nicht sagen, wie diese konkret aussieht, denn das ist noch Gegenstand einer offenen Diskussion. Die Optionen sind vielfältig, aber das Prinzip lautet, dass wir in Zukunft Motorsport machen wollen."

"Wir müssen etwas tun, das im Sinne der Marke ist", so der Bentley-Motorsportchef. Auf Nachfrage, ob im Zusammenhang mit dem erwähnten Fokus auf Elektromobilität die Formel E eine denkbare Option für Bentley sei, antwortet Williams: "Das ist natürlich eine Überlegung."

Aber auch ein Comeback bei den 24 Stunden von Le Mans, wo Bentley bereits sechsmal siegreich war, wird nicht ausgeschlossen. Denn trotz des angekündigten Fokus auf E-Mobilität "werden wir Verbrennerautos in den nächsten paar Jahren weiterhin verkaufen, während wir unsere Hybridtechnologie vorantreiben", so Williams.

"Daher schließe ich Hybrid oder andere Formen des Motorsports nicht aus", so Williams weiter, um die künftige Le-Mans-Kategorie für Autos mit Wasserstoffantrieb als "eine derjenigen, die mich besonders interessiert" zu bezeichnen.

2003 gelang Bentley mit dem Speed 8 der letzte von bislang sechs Le-Mans-Siegen

2003 gelang Bentley mit dem Speed 8 der letzte von bislang sechs Le-Mans-Siegen<span class="copyright">LAT</span>
2003 gelang Bentley mit dem Speed 8 der letzte von bislang sechs Le-Mans-SiegenLAT

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Und auf konkrete Nachfrage, welcher der drei möglichen Wege zu einem künftigen Le-Mans-Sieg für die Marke Bentley der interessanteste wäre, antwortet Williams: "Ich würde sagen, Wasserstoff in Verbindung mit Elektro an erster Stelle, Hypercar an zweiter und LMDh an dritter."

Abgesehen davon befindet sich auch die Elektro-SUV-Rennserie Extreme E auf dem Radar: "Bei den ersten Dingen, die wir uns angeschaut haben, war das nicht auf der Liste. In jüngster Vergangenheit aber hat sich das zu etwas entwickelt, das uns interessieren könnte. Ich jedenfalls habe mir das als eine Option angesehen. Das Format ist faszinierend", so Williams. Mit dem Bentayga hat Bentley einen SUV im eigenen Haus.

Mit Bildmaterial von SRO Motorsports Group.