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Nach Single’s Day: 3 Gründe, warum ich überlege, meine Aktien von JD.com zu verkaufen

·Lesedauer: 3 Min.

Der Single’s Day hat der Aktie von JD.com (WKN: A112ST) offenbar ziemlich gutgetan. Erneut konnte der E-Commerce-Akteur sein Warenvolumen im Rahmen dieses Verkaufsevents deutlich steigern. Ja, sogar um 28,6 % auf umgerechnet 47 Mrd. Euro.

Allerdings möchte ich mich von meinen Aktien von JD.com eigentlich trennen, trotz dieses besonderen Erfolgs. Warum, wieso, weshalb? Nun, sagen wir es so: Ich sehe unterm Strich drei Gründe, die dafürsprechen. Das Bittere dabei: Eigentlich ist keiner wirklich unternehmensorientiert.

JD.com: Veränderungen im Markt

Der einfachste, aber bedeutendste Grund, warum auch die Aktie von JD.com aus meinem Depot fliegen könnte, hängt mit den Veränderungen im Gesamtmarkt zusammen. Vielleicht vorab die Anmerkung: Eigentlich ist der China-Tech-Akteur das, was ich mir wünschen würde. Mit E-Commerce, E-Health und dem digitalen Bezahlen trendstark. Sowie gemessen an einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von knapp unter 1 sogar preiswert. Aber: Es ist der Markt, der mich mehr und mehr abschreckt.

Der Single’s Day ist ein weiteres, kleines Mosaikteilchen. Für JD.com ist dieses Event zwar erfolgreich gewesen. Und vor allem wachstumsstark. Trotzdem sind die E-Commerce-Akteure vorsichtig gewesen, was die Wahrnehmung des Verkaufsevents anging. Vermutlich aufgrund der Angst vor weiterer Aufmerksamkeit und Restriktionen von politischer Seite.

Das ist für mich wirklich kein Marktumfeld, in dem ich in Zukunft aktiv sein möchte. Vor allem deshalb habe ich mich entschlossen, auch bei dieser eigentlich unternehmensorientiert interessanten China-Aktie die Reißleine zu ziehen.

Es gibt leider bessere Alternativen

Ich kann es nur erneut wiederholen: Unternehmensorientiert bin ich von JD.com überzeugt, leider nicht in dem politischen Markt. Das führt dazu, dass ich inzwischen deutlich attraktivere Alternativen sehe. Vor allem im E-Commerce, wo andere Märkte unterstützender oder liberaler sind. Für mich ein Marktumfeld, das letztlich einzig und alleine die freie Entfaltung bringen kann.

Wir müssen nicht einmal sonderlich weit weggehen. Beispielsweise könnte Sea Limited eine ähnlich trendstarke Ausrichtung bieten. Nur dass die Region Südostasien hier doch etwas liberaler ist und das Wachstum nicht eindämmt. Aber auch in Lateinamerika gibt es mit Mercadolibre einen spannenden Top-E-Commerce-Akteur und digitalen Zahlungsdienstleister. Wobei das natürlich nur zwei ähnlich passende Beispiele sind.

Meine Investition in JD.com könnte jedoch bald gegen einen dieser Namen ausgetauscht werden. Risiken gibt es natürlich auch in anderen Märkten. Aber zumindest bislang keine derartig schwerwiegenden und politischen.

JD.com: Na ja, die Aktie ist immerhin weit oben

Zu guter Letzt ist jetzt das Timing für einen Verkauf der Aktien von JD.com auch relativ günstig. Blicken wir auf den Aktienkurs, so erkennen wir ein Kursniveau von über 75 Euro je Aktie. Für mich bedeutet das: Ich würde mit einem prozentual deutlich zweistelligen Kursgewinn verkaufen.

Natürlich ist das kein Foolisher Grund, eine Aktie zu verkaufen. Im Zweifel tun wir das schließlich auch mit Verlust. Mit Gewinn zu verkaufen ist an dieser Stelle jedoch bedeutend einfacher. Für mich deshalb ein weiterer Grund, jetzt sehr bald nach dem Single’s Day die Reißleine zu ziehen.

Der Artikel Nach Single’s Day: 3 Gründe, warum ich überlege, meine Aktien von JD.com zu verkaufen ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Vincent besitzt Aktien von JD.com. Mercadolibre und Sea Limited. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Jd.com, MercadoLibre und Sea Limited.

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