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Siebte Zinserhöhung gegen die Inflation: EZB hebt die Leitzinsen für die Euro-Zone um 0,25 Prozentpunkte an

Die EZB und ihre Präsidentin Christine Lagarde haben die Leitzinsen für die Euro-Zone erneut angehoben.  - Copyright: Pier Marco Tacca/Getty Images
Die EZB und ihre Präsidentin Christine Lagarde haben die Leitzinsen für die Euro-Zone erneut angehoben. - Copyright: Pier Marco Tacca/Getty Images

Im Kampf gegen die hartnäckig hohe Inflation hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen für die Euro-Zone zum siebten Mal in Folge angehoben. Die EZB bremste das Tempo ihrer Zinserhöhungen am Donnerstag aber auf 0,25 Prozentpunkte. Zuletzt hatte sie die Leitzinsen im März noch um 0,5 Prozentpunkte erhöht. Die Europäische Zentralbank folgte mit ihrer Entscheidung der US-Notenbank. Die Fed hatte den Leitzins für die USA am Mittwoch ebenfalls um 0,25 Prozentpunkte erhöht.

Seit ihrer Zinswende im Sommer 2022 hat die EZB die Leitzinsen jetzt siebenmal in Folge erhöht. Es sind die schnellsten und stärksten Zinserhöhungen in der Geschichte der EZB, also seit Einführung des Euro im Jahr 1999. „Die Inflationsaussichten bleiben für lange Zeit zu hoch", schrieb die EZB mit ihrer Entscheidung am Donnerstag.

Der Zinssatz, zu dem sich Banken bei der Zentralbank Geld leihen können, steigt auf jetzt 3,75 Prozent. Der Einlagenzins, zu dem Banken Geld bei der EZB anlegen können, beträgt jetzt 3,25 Prozent. Die Zinserhöhung war in dieser Größenordnung an den Märkten und von Volkswirten überwiegend erwartet worden. In der Folge dürften nun auch die Sparzinsen weiter steigen, jedoch auch die Kredit- und Bauzinsen.

Fingerzeig für die Zinsrichtung: Die EZB und ihre Präsidentin Christine Lagarde sowie die US-Notenbank Fed entscheiden über die Leitzinsen.
Fingerzeig für die Zinsrichtung: Die EZB und ihre Präsidentin Christine Lagarde sowie die US-Notenbank Fed entscheiden über die Leitzinsen.

Mit den höheren Leitzinsen kämpft die EZB gegen die Inflation. In Deutschland lag die Inflationsrate im April mit 7,2 Prozent kaum unter ihrem Höchstwert von 8,8 Prozent im Oktober. In der Euro-Zone stieg die Inflationsrate im April sogar minimal auf 7,0 Prozent. Dabei breitet sich die Teuerung immer stärker über die Preisschocks bei Energie und Nahrungsmitteln hinaus in der gesamten Wirtschaft aus. Die EZB erwartet für dieses Jahr eine durchschnittliche Inflationsrate von 5,3 Prozent. 2024 werde sie auf 2,9 sinken.

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Die EZB strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. „Die künftigen Entscheidungen des EZB-Rats werden sicherstellen, dass die Leitzinsen auf ein Niveau gebracht werden, das ausreichend restriktiv ist, um eine zeitnahe Rückkehr der Inflation zu dem mittelfristigen Ziel von 2 % zu erreichen“, teilte die EZB mit.

Zinserhöhungen dämpfen die wirtschaftliche Aktivität und damit den Preisauftrieb. Damit bremsen sie aber auch die Konjunktur, die infolge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges ohnehin wackelig ist. Höhere Zinsen bergen zudem für Banken neben Chancen auch Risiken. Vor allem in den USA waren mehrere Banken in schwere Turbulenzen geraten. Erst Anfang der Woche war die First Republic Bank in einer staatlich organisierten Rettungsaktion von JPMorgan Chase übernommen worden.