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Sichert er Mick Schumachers Zukunft?

Er genießt die rennfreie Sommerzeit.

Auf seinem Instagram-Account zeigt sich Mick Schumacher erst beim Golf und dann seine Hündin Angie an einem Bachlauf. Abstand kann der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher gut gebrauchen. Denn der Druck auf ihn wächst.

Wie RTL zuletzt berichtete, verschiebt Haas die Vertragsverhandlungen für 2023 auf die Zeit nach der Sommerpause. Frühestens ab dem GP Italien in Monza wolle man sich mit dem Schumacher-Clan zusammensetzen.

Der Hintergrund: Teamchef Günther Steiner will Leistung sehen, bevor er Schumacher für eine dritte Saison bestätigt. Das Problem: Nach den ersten beiden Punkterennen in Silverstone und Spielberg ging Schumi jr. zuletzt in Frankreich und Ungarn wieder leer aus.

Ist Mick Schumachers Zukunft aber wirklich in Gefahr? Es gibt mehrere Gründe, die dagegen sprechen - unter anderem einen mächtigen Fürsprecher hinter den F1-Kulissen.

Qualifying ein anhaltendes Problem

Ein Problem, an dem Schumacher trotz seiner ersten Erfolge in jedem Fall weiter arbeiten muss: die schlechten Startpositionen.

In Le Castellet fuhr der Deutsche nur von Platz 19 los, nachdem er zuvor in Kurve drei illegal abgekürzt hatte. In Ungarn schaffte er es auf Platz 15 zwar in den zweiten Qualifyingabschnitt, war aber langsamer als Teamkollege Kevin Magnussen (Platz 13). Zur Ehrenrettung von Schumacher sei gesagt: Nur der Däne bekam das lang erwartete Update. Schumacher musste weiter mit dem alten Auto vorliebnehmen.

Trotzdem passt das Zeittraining von Ungarn ins Bild. Im teaminternen Qualifying-Duell führt Magnussen mit 11:2. Genauso schlecht steht nur Daniel Ricciardo im Fernduell mit Lando Norris da - und der wird bei McLaren ja bekanntermaßen entlassen. Auch im Ranking der durchschnittlichen Startpositionen liegt Schumacher zwei Positionen hinter Magnussen auf Platz 15. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Onkel Ralf Schumacher sieht Aufwärtstrend

Dabei ist zu wissen: Das Qualifying war noch nie die Stärke des Rekordweltmeistersohns. Schon Formel 4, Formel 3 und Formel 2 lautete sein Standardsatz: „Im Qualifying habe ich noch Luft nach oben.“ Am Ende seines jeweils zweiten Jahres hatte er allerdings auch dieses Problem im Griff - ein gutes Omen für die weitere F1-Karriere?

„Es stimmt, Mick tat sich bis zum Rennen in Montreal schwer auf der einen Runde im Qualifying“, bestätigt sein Onkel Ralf Schumacher bei SPORT1. „Aber das lag auch daran, dass er sich im Auto noch nicht wohlgefühlt hat. Dann ist es unheimlich schwer, gleich das Limit zu finden. Seit Kanada hat sich das aber geändert: Seine Qualifying-Performance ist deshalb deutlich besser geworden.“

In der zweiten Saisonhälfte ist die Chance also groß, dass sich Schumacher im Zeittraining deutlich steigern wird und vor allem seinen Teamkollegen Kevin Magnussen schlagen kann. Dann dürfte auch das mit der Vertragsverlängerung kein Problem sein. (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

Solange muss Mick auf Ferrari vertrauen. Dort wird er im Juniorkader für einen künftigen Renneinsatz im roten Renner fit gemacht. Und dort wird auch entschieden, ob Haas ihm weiter ein Cockpit bieten muss oder nicht. „Wir haben Mick als einen unserer jungen Piloten bei Haas untergebracht“, verrät Ferrari-Teamchef Mattia Binotto. „Das Ziel unseres Nachwuchsprogramms besteht nicht darin, Fahrer für die Formel 1 auszubilden, sondern Fahrer für den Rennstall Ferrari.“ (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

Macht sich F1-Boss für Schumacher stark?

Eine Aussage, die den Schumacher-Fans Hoffnung machen sollte. Denn nach Jahren der Unterstützung wird die Scuderia den Sohn ihres Heilsbringers von einst nach einer Saison mit mindestens zwei Punkteplatzierungen und durchaus starken Rennen nicht fallenlassen. Dafür sorgt nicht nur die enge Beziehung der Familie zu Ferrari-Teamchef Mattia Binotto und FIAT-Boss John Elkann. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Auch Formel-1-Boss Stefano Domenicali dürfte sich für Mick Schumacher stark machen. Die Königsklasse kann es sich mit Blick auf den europäischen und vor allem deutschen Markt nicht leisten, den Namen Schumacher zu verlieren. Das weiß auch der Italiener, der Porsche und Audi in die Formel 1 lockt und auch dafür 2026 noch einen deutschen Piloten braucht.

Weil aus den Nachwuchsligen derzeit kein Fahrer mit dem entsprechenden Pass nachkommt, wird Domenicali alles tun, um seinen Ferrari-Nachfolger Binotto und Kumpel Günther Steiner von einem weiteren Jahr mit Mick Schumacher zu überzeugen.

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