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Sicherheitssoftware: Drei der besten Programme sind kostenlos

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: gettyimages)

Beim Surfen im Internet ist ein gutes Virenprogramm Pflicht. Nur so ist der Rechner vor Schadsoftware geschützt. Im Techniklabor von Stiftung Warentest mussten 22 Schutzprogramme für Windows- und neun für Apple-Computer zeigen, was sie können. Elf Produkte für Windows bieten „sehr guten“ Schutz, darunter drei kostenlose.

Viren. Würmer, Trojaner – auf Rechner, die mit dem Internet verbunden sind prasselt pausenlos Schadsoftware ein. Damit versuchen Kriminelle etwa Passwörter auszuspähen, Daten zu klauen oder Geld zu erpressen, indem der Rechner lahm gelegt wird.

Stiftung Warentest hat 33 Schutzprogramme überprüft. Für den Test haben IT-Experten mehr als 40.000 aktuelle, oft nur wenige Tage alte Schadprogramme, Phishing Mails und bösartige Webseiten aus dem Internet gefischt. Mit denen wurden die Programme bombardiert.

Dafür wurde die Sicherheitssoftware auf identischen virtuellen Rechnern mit den Betriebssystemen Windows 10 und MacOS 10 installiert. Zusätzlich wurden die Systeme mit typischen Anwendungen wie etwa Microsoft Office, Adobe Reader, Java und Quicktime ausgestattet.

Elf der 22 Schutzprogramme für Windows erledigten ihren Job perfekt, für den Schutz durch Wächter, Scanner und Phishing schnitten die Produkte mit „Sehr gut“ ab. Drei davon sind sogar kostenlos zu haben: Bitdefender, Avast und AVG.

Neben der Schutzfunktion überprüften die Experten auch, wie gut die jeweilige Software zu handhaben ist und wie hoch die Rechnerbelastung ist. Nur drei Programme schafften auch in der Gesamtwertung ein „Sehr gut“. Insgesamt am besten schnitt der Bitdefender ab. Mit der Bezahlversion für 35 Euro im Jahr belegte er den ersten Platz, Platz 2 ging mit nur einer Zehntelnote Abstand an die kostenlose Version vom Bitdefender. Auf Platz folgt das ebenfalls insgesamt „sehr gute“ Eset Internet Security, das 28,50 Euro im Jahr kostet.

Test-Überraschung: Microsoft Defender

Überrascht waren die Prüfer vom in Windows vorinstallierten Microsoft Defender. Der habe im Vergleich zum Vorjahr deutlich aufgeholt. Der Wächter erkannte die Bedrohungen ebenso schnell, wie die „sehr guten“ Konkurrenzprodukte. In der Gesamtwertung schnitt der Defender schlechter ab, weil er keinen Phishing-Schutz bietet. „Das überlässt Microsoft dem Browser“, so die Experten. Wer jedoch einen Browser wie Microsoft Edge oder Google Chrome mit aktivem Phishing-Schutz verwende, sei auch vor bösartigen Webseiten und E-Mail-Links gut geschützt und könne so schon mit den Windows-Bordmitteln sicher surfen.

Im Gegensatz zu Microsoft verzichtet Apple auf eine ins Betriebssystem integrierte Schutzfunktion. Grund: Es gibt kaum Schadsoftware, die auf MacOS zugeschnitten ist. „Wir haben nur 20 Schadprogramme gefunden, die MacOS angreifen können. Denen sind Apple-Nutzer allerdings ohne Sicherheitssoftware schutzlos ausgeliefert“, so die Experten von Stiftung Warentest. Sie raten zum „guten“ Testsieger unter den Mac-Programmen: Eset Cyber Security Pro für 28,50 Euro pro Jahr. Aber auch mit den Gratis-Programmen von AVG und Avast seien Mac-User passabel geschützt.

Avira und G Data zurückgefallen

Die ehemaligen Plätze an der Spitze haben die deutschen Anbieter Avira und G Data eingebüßt. „Bisher gehörten ihre Programme Avira Free Antivirus und Antivirus Pro sowie G Data Internet Security in unseren Tests zu den guten. Diesmal schneidet ihre Hauptfunktion – der Wächter, der Angreifer blockieren und verdächtige Dateien löschen soll – nur befriedigend ab. Das ist schlechter als die Bordmittel von Windows. Wenn Sie bisher auf Avira oder G Data gesetzt haben, fahren Sie jetzt mit einem der Spitzenprogramme besser.“

Den vollständigen Testbericht von Stiftung Warentest zum Thema „Sicherheitssoftware“ finden Sie hier (kostenpflichtig).

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