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Sicherheitspersonal setzt NRW-Flughäfen schachmatt

Düsseldorf (dapd). Ein Streik des Sicherheitspersonals der beiden größten Flughäfen in Nordrhein-Westfalen führt seit Donnerstagmorgen zu massiven Beeinträchtigungen für Tausende Passagiere. An den Airports Düsseldorf und Köln/Bonn legten nach Angaben der Gewerkschaft ver.di 370 Mitarbeiter mit Beginn der Frühschicht ihre Arbeit nieder. Die Folge sind seitdem Flugausfälle, Verspätungen und lange Wartezeiten bei der Kontrolle. Die Streiks sollen bis Mitternacht andauern.

Mit den Arbeitsniederlegungen will ver.di die Arbeitgeber bei den seit vier Wochen unterbrochenen Tarifgesprächen für das Wach- und Sicherheitsgewerbe NRW an den Verhandlungstisch zurückzwingen. Die Gewerkschaft setzte dazu ein Ultimatum: Sollten sich die Arbeitgeber bis 16.00 Uhr nicht zur Wiederaufnahme der Verhandlungen entscheiden, will man die Streiks am Freitag fortsetzen. "Der Ball liegt jetzt bei den Arbeitgebern", sagte ver.di-Fachbereichsleiterin Andrea Becker.

In den Verhandlungen will ver.di deutliche Einkommensverbesserungen für das Sicherheitspersonal durchsetzen. Bis zu 80 Prozent der Beschäftigten müssten bislang in der untersten Lohngruppe mit einem Stundenlohn von 8,23 Euro arbeiten. Die Gewerkschaft fordert 2,50 Euro mehr pro Stunde sowie eine Erhöhung der Löhne im Aviation-Bereich an den Flughäfen auf einheitlich 16 Euro brutto.

Zudem sollen die Werkfeuerwehren künftig wie Berufsfeuerwehren entlohnt werden. Becker sagte: "Die jetzt durch die Streiks entstehenden Millionenschäden haben sich die Arbeitgeber ganz allein zuzuschreiben. Von diesem Geld hätten sie ihre Beschäftigten ein für alle Mal aus dem Niedriglohnsektor herausholen können."

Am Düsseldorfer Flughafen wurden bislang 94 von 528 Verbindungen gestrichen. Vor den Sicherheitskontrollen bildeten sich lange Schlangen. Von den 42 sogenannten Spuren, an denen Fluggäste und Handgepäck überprüft werden, waren nur sechs geöffnet. Die Fluglinien versuchten, vor allem Langstreckenflüge, stark frequentierte Verbindungen und Zubringermaschinen trotz des Streiks starten zu lassen, sagte ein Flughafensprecher.

Bundespolizei setzt Ersatzpersonal ein

Am Kölner Flughafen konnten bislang nur 14 der geplanten 36 Flüge starten. Von den insgesamt für Donnerstag geplanten 88 Abflügen wurden 26 gestrichen, von den geplanten 83 Landungen 22. Viele Flüge seien verspätet, sagte ein Sprecher. Wartende Fluggäste wurden den Angaben zufolge mit Schokoriegeln und Wasser versorgt.

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) forderte die NRW-Tarifparteien zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch und zum Abschluss eines "maßvollen" Tarifabschlusses auf. "Unsere Passagiere haben für diesen Streik keinerlei Verständnis", sagte BDF-Geschäftsführer Michael Engel. Es sei "maßlos", die Passagiere "in Geiselhaft zu nehmen und Flüge ausfallen zu lassen".

dapd

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