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Die Shopify-Story: Wie ausgerechnet ein deutscher Auswanderer Amazon in seinem Kerngeschäft bezwang

·Lesedauer: 3 Min.
Shopify-CEO und Gründer Tobias Lütke.
Shopify-CEO und Gründer Tobias Lütke.

"Anti-Bezos" wird er genannt: Shopify-CEO und -Gründer Tobias Lütke. Der 40-Jährige erlebte während der Pandemie große Erfolge mit seiner E-Commerce-Plattform – verfolgt aber bewusst eine andere Strategie als Amazon.

Der gebürtige Deutsche übernahm 2008 die Geschäftsführung des Onlinehandelsunternehmens Shopify, welches er zusammen mit Freunden im Jahr 2006 gegründet hatte. Das Unternehmen, ansässig in Ottowa, Kanada, stattet Händler mit Software aus, die es ihnen ermöglicht, einen eigenen Onlinehandel zu betreiben.

Für zwischen 30 und 2000 US-Dollar im Monat werden Händler mit den nötigen Werkzeugen ausgestattet, um ihre Produkte im Netz zu verkaufen – von der Website bis zum Inventar-Management, wie "Bloomberg" berichtet. Shopify bietet somit eine unabhängige Alternative zu seinem Hauptrivalen Amazon.

Der Pandemie-Aufschwung

Ein paar Monate nach dem Beginn der Pandemie, löste Lütke die Büros in Ottowa auf und verlagerte das Geschäft komplett in den virtuellen Raum, Mitarbeiter konnten von überall aus arbeiten.

Gleichzeitig brachten die pandemiebedingten Schließungen, vor allem kleinere Händler, in eine bedrohliche Lage. Shopify war für viele die Rettung. Amazon, auf der anderen Seite, ließ viele kleinere Händler bangen, die versuchten, ihre Produkte dort zu verkaufen, wie "Business Insider" zuvor berichtete. Unter anderem priorisierte Amazon niedrige Preise und kurze Lieferzeiten. Kleinere Händler blieben somit häufiger auf der Strecke.

Wie "Bloomberg" berichtet, habe Shopify eine viel „romantischere“ Sicht auf Händler: Ziel sei die "Demokratisierung des Handels" und "Unternehmertum cool zu machen". Oder wie Lütke es einmal beschrieben hat: "Amazon versucht, ein Imperium aufzubauen, und Shopify versucht, die Rebellen zu bewaffnen."

Shopify ist heute 177 Milliarden US-Dollar wert

Lange war Shopify eher unscheinbar, doch während der Pandemie stieg die Marktkapitalisierung des Unternehmens von 46 Milliarden Dollar Anfang 2020 auf mittlerweile 177 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz des Unternehmens wuchs im Jahr 2020 auf 2,9 Milliarden Dollar, eine 86-prozentige Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Shopify überholte zudem Walmart und Ebay in den Verkaufszahlen in den USA.

Inzwischen nutzen über zwei Millionen Händler weltweit den E-Commerce-Service von Shopify. Neben kleinen Unternehmen und Händlern sind darunter inzwischen auch große Firmen wie Staples Inc. und Chipotle Mexican Grill Inc. Auch Prominente wie Kylie Jenner und Taylor Swift nutzen Shopify, um ihre Produkte zu vertreiben.

Das Amazon-Imperium schlägt zurück

Im Jahr 2015 schloss Amazon seinen Webstore, ein Konzept, das dem von Shopify stark ähnelte und es Händlern erlaubte, eine eigene Handelsseite einzurichten. Grund für die Schließung war die mangelnde Qualität und der ausbleibende finanzielle Erfolg der Sparte.

Der noch größere Fehler Amazons lag jedoch darin, nach der Schließung des Webstores seine Kunden zu Shopify zu schicken. Im Gegenzug richtete Shopify Amazon Pay für seine Händler ein. Zudem zahlte Shopify Amazon eine Million Euro, wie "Bloomberg" exklusiv berichtete.

Bezos und seine Kollegen hatten offensichtlich die Profitabilität kleiner Einzelhändler unterschätzt. Ein Irrtum, der Shopify jetzt zugutekommt: Laut "AMI Partners" und "Bloomberg" erwirtschafteten kleine Online-Händler im Jahr 2020 einen Umsatz von 153 Milliarden Dollar. "Shopify hat uns wie Idioten aussehen lassen", wird ein ehemaliger Amazon-Manager zitiert.

Amazon versucht inzwischen diesen Fehler rückgängig zu machen und arbeitet, wie "Business Insider" berichtet, an einem Konkurrenten für Shopify. Anstatt über die Haupt-Amazon-Seite hätten Händler dann die Möglichkeit ihre eigenen Verkaufsplattformen zu bauen. Schon nächstes Jahr könnte dieser Service auf den Markt kommen.

Gegenüber "Bloomberg" zeigte sich der Shopify-Chef Lütke entspannt: Er betrachte Amazon als einen würdigen Konkurrenten. "Wenn sie ein gutes Produkt liefern und es super einfach machen, neue Unternehmen darauf zu gründen, dann denke ich, ist meine Mission erfüllt."

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