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"Ein Schock!" Kiel blamiert die Bayern

SPORT1
·Lesedauer: 3 Min.

Die Sensation ist perfekt!

Holstein Kiel besiegt den FC Bayern 6:5 im Elfmeterschießen und schmeißt damit den Titelverteidiger raus. Zum Helden wurden Ioannis Gelios, der den Elfmeter von Marc Roca hielt, und Fin Bartels, der den letzten Elfmeter verwandelte.

"Diesen Abend wird keiner in Kiel, kein Spieler, kein Fan, kein Mensch jemals vergessen", sagte Gelios bei Sky. Dies sei "definitiv" der größte Moment in seiner Karriere, betonte Gelios, der sich mit den Bayern-Schützen im Vorfeld "gar nicht beschäftigt" hatte. Bei Bartels' Elfmeter schaute er gar nicht hin.

Wahl sorgt für Verlängerung

Nach der Verlängerung hatte es 2:2 gestanden, Holstein-Kapitän Hauke Wahl hatte den Außenseiter unmittelbar vor dem Schlusspfiff mit dem Ausgleichstreffer in die Verlängerung gebracht.

Beim frühen Führungstor für die Bayern von Serge Gnabry (14.) übersah der Schiedsrichter-Assistent eine Abseitsstellung des Nationalspielers. Nach 37 Minuten traf Bartels zum Ausgleich. Kurz nach dem Seitenwechsel brachte Leroy Sané die Gäste per Freistoß wieder in Führung, ehe Wahl in der Nachspielzeit den Ball mit der Schulter zum 2:2 ins Münchner Netz bugsierte.

In der Verlängerung setzte sich zunächst das ausgeglichene Spiel fort. In der zweiten Hälfte wurden die Bayern dann immer dominanter, konnten das Spiel aber nicht entscheiden.

Flick: "Wir haben viel zu tun"

Der Rekordmeister scheidet damit erstmals seit 2000 schon in der zweiten Runde des DFB-Pokals aus. Auch damals gegen den damaligen Viertligisten 1. FC Magdeburg kam das Aus im Elfmeterschießen.

"Natürlich ist das ein Schock. Wir sind enorm enttäuscht", gab Bayern-Trainer Hansi Flick nach der Partie in der ARD zu. "Beim 1:1 ist es natürlich das gleiche Muster wieder gewesen. Wir müssen in solchen Situationen das Zentrum dicht machen. Das haben wir nicht gemacht."

Seine Mannschaft müsse das Spiel "jetzt abhaken und die Dinger besser machen. Wir haben viel zu tun."

Gnabry trifft aus Abseitsposition

Nach knapp einer Viertelstunde der regulären Spielzeit war den Kielern zum Verhängnis geworden, dass in der 2. Pokalrunde noch kein Video-Schiedsrichter eingesetzt wird. Denn das Tor von Gnabry nach einem Fehler von Keeper Gelios hätte nicht zählen dürfen, weil der Bayern-Stürmer zuvor im Abseits gestanden hatte.

Doch die Kieler beschwerten sich zwar darüber, fanden aber schnell zurück ins Spiel - und nutzten die derzeitige große Schwäche der Bayern. Mit einem langen Pass in die Spitze wurde die Abwehr der Bayern überspielt, und Bartels schob den Ball überlegt an Bayern-Keeper Manuel Neuer vorbei ins rechte Eck zum Ausgleich. Diese Schwäche hatte auch Bastian Schweinsteiger als Experte in der ARD vor und während des Spiels angesprochen.

In der zweiten Halbzeit schien sich zunächst die individuelle Klasse der Bayern durchzusetzen. Sané zirkelte einen Freistoß von der halbrechten Position aus sehenswert in den Winkel.

Bayern-Spiel bleibt anfällig

Sicherer aber wurde das Spiel der Gäste dadurch nicht. Die Kieler fanden immer wieder den Weg Richtung Bayern-Strafraum, konnten aber zunächst ihre Chancen nicht nutzen.

Flick sah sich in der Schlussphase sogar gezwungen, Robert Lewandowski noch einzuwechseln.

Der Pole erzielte bis zum Ende der regulären Spielzeit kein Tor mehr, sein Treffer im Elfmeterschießen blieb letztlich ohne Effekt.

"Das Fazit ist, dass wir gegen einen Underdog aus Kiel verloren haben, der alles, war er hatte, in die Waagschale geworfen hat", meinte Thomas Müller letztlich. "Das haben sie sicherlich auch gut gemacht. Nichtsdestotrotz hatten wir in der ersten Halbzeit wesentlich mehr vom Spiel - es war also keine Pokalsensation, die sich hier von Anfang an abgezeichnet hatte."