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Senegal verwehrt dutzenden ausländischen Fabrikschiffen Genehmigung zum Fischen

Fischer im Senegal mit für den Export gedachtem Fang

Nach Kritik von einheimischen Fischern und Umweltverbänden hat der Senegal mehrere Dutzend Genehmigungen für ausländische Fischtrawler abgelehnt. Die Anträge, in den Gewässern des westafrikanischen Landes zu fischen, seien bereits im April eingegangen, sagten zwei Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Lokale Fischer werfen den Fabrikschiffen seit Jahren vor, für die Überfischung der Region verantwortlich zu sein.

Auf die Nachricht, dass die Regierung 54 ausländischen Schiffen Fanggenehmigungen erteilen wolle, reagierten lokale Fischer und Umweltschützer mit einer Protestkampagne. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sagte am Montag, die Regierung habe 52 Anträge von ausländischen Schiffen abgelehnt.

Die Vergabe von Fischereirechten im Senegal ist sehr undurchsichtig. Der Präsident des senegalesischen Fischereiverbands, Abdou Karim Sall, begrüßte die Ablehnung der Anträge, er wünsche sich aber generell mehr Transparenz. Das senegalesische Fischereiministerium war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Senegals 50.000 Fischer, die an der Atlantikküste des Landes hauptsächlich mit kleinen Holzbooten, sogenannten Pirogen, fischen, leiden unter den schrumpfenden Fischbeständen. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus haben sie zusätzlich getroffen.

Die Fischerei zählt zu Senegals wichtigsten Wirtschaftszweigen. Sie machte 2018 laut Regierungsangaben etwa 17 Prozent der Exporte des Landes aus. Laut der Welternährungsorganisation sind mehr als ein Drittel der Fischbestände in der Region überfischt. Die Hälfte der vor Westafrika aus dem Meer geholten Fische könnte illegal gefangen worden sein.