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Sell in May? Wer jetzt verkauft, hat’s nicht kapiert

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

„Sell in May and go away“ ist eine Börsenweisheit, die womöglich eine statistische Relevanz besitzt. Dahinter steckt das Kalkül, dass man in Teilen eben doch den Markt timen kann. Zwischen den Monaten Mai und September eines jeden Jahres befinden sich viele Aktienmärkte, so die Theorie, in einer Art Sommer-Koma.

Deshalb besagt der zweite Teil der Börsenweisheit auch: „But Remember to come back in September“ und ergänzt das „Sell in May and go away“ entsprechend.

In Kürze daher: So mancher Investor versucht, den Markt zu timen, indem man im Mai verkauft und im September an die Börsen zurückkehrt. Wer diesem Ansatz folgt, der hat einige Dinge vermutlich nicht kapiert und sollte womöglich über ein paar Dinge noch einmal fundamental nachdenken.

Sell in May: Es ist mehr eine Trading-Strategie

Das Sell in May ist für mich eher eine Strategie, wie man womöglich über einige Monate die breiten Märkte besser traden kann. Als Investor, der diesem Ansatz nachgeht, achtet man eigentlich bloß auf die Aktienkurse. Nicht jedoch auf unternehmensorientiertes Investieren. Die Unternehmen hinter den Aktien sind schließlich operativ weiter am Performen.

Zudem sollte man als Investor nicht vergessen, dass die besagte Börsenregel womöglich eine statistische Relevanz besitzt. Allerdings niemals zu 100 % zutrifft. Das heißt, wer auf diese Art und Weise versucht, den Markt und die Rendite zu timen, dem entgeht in einigen Fällen etwas. Im letzten Crashjahr 2020 beispielsweise hätte man einen Teil der Erholung während des Sommers verpasst. Zwischen Mai und Anfang September dieses Jahres kletterte der DAX beispielsweise um 23,9 %. Eine gigantische Performance, die man verpasst hätte.

Das zeigt wiederum: Das bekannte Sell in May besitzt auch seine Tücken. Eine einfache Buy-and-Hold-Strategie hingegen bringt zwar in zutreffenden Jahren kaum eine Rendite. Vielleicht auch manchmal eine negative. Man begeht jedoch nicht das Risiko, durch schlechtes Timing etwas zu verpassen.

Was definitiv belastet: Gebühren

Zudem sollte man als Foolisher Investor bedenken, dass das Verkaufen im Mai zu Gebühren führt. Wer dem Sell in May folgt und ein breiteres Portfolio mit 10, 20 oder 30 Aktienpositionen besitzt, der gibt ein halbes Vermögen dafür aus, seine Positionen zu liquidieren. Sowie erneut ein halbes Vermögen, um im September wieder einzusteigen. Mit einer größeren Aktienanzahl diesem Ansatz zu folgen, könnte dich daher viel Geld kosten. Zugegeben: Mit ETFs und Indexfonds ist es natürlich einfacher und günstiger.

Aber trotzdem: Die Gebühren belasten effektiv die Performance für einen Sprung ins Ungewisse. Wie wir mit Blick auf das letzte Jahr gesehen haben, kann der Zeitraum zwischen Mai und September auch überaus erfolgreich sein. Die Handelsgebühren hingegen sind eine reale Belastung für dich und dein Portfolio.

Sell in May? Halte es auch für dich einfach!

Sell in May ist daher eine bekannte Börsenweisheit, die mit Blick auf den Kalender jetzt wieder überaus relevant werden dürfte. Es besteht jedoch die Gefahr, dass man den Aktienkursen einen zu großen Fokus beimisst, das Unternehmen aus den Augen verliert, Rendite verpasst und mit Gebühren seine eigene Performance mindert. Oder, anders ausgedrückt: Wer im Mai verkauft, der hat augenscheinlich nicht verstanden, dass unternehmensorientiertes Buy-and-Hold-Investieren langfristig in den meisten Fällen die besten Renditen ermöglicht. Und das sogar ziemlich einfach mit so wenig Handeln wie möglich.

Der Artikel Sell in May? Wer jetzt verkauft, hat’s nicht kapiert ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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