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Sechs der zehn schlimmsten Städte der Welt für Auswanderer liegen in Europa – darunter zwei deutsche

Neben Metropolen wie Rom und Paris landet auch eine deutsche Stadt unter den Top 10 der schlimmsten Städte. - Copyright: Alexander Spatari / Getty Images
Neben Metropolen wie Rom und Paris landet auch eine deutsche Stadt unter den Top 10 der schlimmsten Städte. - Copyright: Alexander Spatari / Getty Images

Der Vernetzungsservice Internations hat sein Ranking der besten und schlimmsten Städte für Expats 2022 veröffentlicht – also über Personen, die zum Beispiel im Auftrag ihrer Firma für eine längere Zeit ohne Einbürgerung im Ausland leben. Viele der im Ranking gelisteten Städte befinden sich in Europa, allerdings nicht nur im positiven Sinne.

Valencia landete auf Platz eins der lebenswertesten Städte für Auswanderer. - Copyright: 	Alexander Spatari
Valencia landete auf Platz eins der lebenswertesten Städte für Auswanderer. - Copyright: Alexander Spatari

Für das Ranking befragte Internations im Zeitraum vom 1. bis 28. Februar 2022 fast 12.000 Expats in 181 verschiedenen Ländern. Zu den Befragten gehörten ausländische Entsandte, internationale Mitarbeiter und Menschen, die zur Arbeitssuche in andere Länder umgezogen waren.

Die Umfrage wurde zum ersten Mal im Jahr 2014 durchgeführt. In diesem Jahr erstellte Internations ein Ranking mit 52 Zielorten, die hinsichtlich unterschiedlicher Aspekte bewertet wurden. Dazu gehörten die Lebensumstände, die allgemeine Lebensqualität, wie schnell sich die Befragten an ihren neuen Wohnort gewöhnen konnten, die Arbeitsmöglichkeiten und -bedingungen in der Stadt, persönliche Finanzen und wesentliche Grundvoraussetzungen für das Leben als Expat.

Valencia, eine Hafenstadt in Spanien, wurde zur besten Stadt für Auswanderer gewählt. Internations zufolge schätzen die Befragten vor allem den kostengünstigen Personennahverkehr in Valencia und fühlten sich dort sehr sicher.

Allerdings befinden sich sechs der zehn am schlechtesten bewerteten Städte in Europa. Zwei liegen in Asien, eine in Nordamerika und eine in Afrika. Wir stellen diese Städte in absteigender Reihenfolge vor.

10. Rom, Italien

Rom belegt Platz zehn  im Ranking der schlimmsten Städte für Auswanderer. - Copyright: Alexander Spatari / Getty Images
Rom belegt Platz zehn im Ranking der schlimmsten Städte für Auswanderer. - Copyright: Alexander Spatari / Getty Images

Italiens Hauptstadt Rom ist eine der beiden italienischen Städte auf der Flop-Liste. Laut der Umfrage von Internations kritisierten dort 73 Prozent der Expats den schwierigen Umgang mit lokalen Behörden und 50 Prozent beklagten negative Erfahrungen mit Verwaltungs- und staatlichen Dienstleistungen auf entsprechenden Onlineplattformen. Außerdem gaben 30 Prozent der Befragten an, besorgt über die italienische Wirtschaft zu sein.

"Auch wenn der bürokratische Aufwand in Italien immens sein kann, hat der Papierkram seine Vorteile", urteilte Internations. "Die meisten Expats, die mit gültigem Visum, einer Aufenthaltserlaubnis und/oder Aufenthaltsbescheinigung in Rom leben, haben den gleichen Anspruch auf öffentliche Gesundheitsversorgung wie italienische Staatsbürger."

9. Tokio, Japan

Expats kritisierten vor allem die Arbeitsbedingungen in Tokio. - Copyright: Jackyenjoyphotography / Getty Images
Expats kritisierten vor allem die Arbeitsbedingungen in Tokio. - Copyright: Jackyenjoyphotography / Getty Images

Tokio, die Hauptstadt Japans, ist ein besonders beliebtes Ziel unter Auswanderern. Aber einige von ihnen kritisieren, dass die Arbeitsbedingungen dort nicht die besten sind.

25 Prozent der Befragten gaben an, unzufrieden mit ihren Arbeitszeiten zu sein. 30 Prozent kritisierten die fehlende Work-Life-Balance und über 60 Prozent waren der Ansicht, dass die lokale Geschäftskultur die Kreativität ersticke.

Ein US-amerikanischer Expat etwa sagte Internations, dass die japanische Arbeitskultur "neuen Ideen gegenüber etwas verschlossen" sei. Ein weiterer Auswanderer aus Indonesien meinte, die Arbeitsmoral in Japan sei "sehr strikt und unflexibel".

8. Vancouver, Kanada

Die Lebenshaltungskosten seien in Vancouver zu hoch, finden Expats. - Copyright: Raimund Koch / Getty Images
Die Lebenshaltungskosten seien in Vancouver zu hoch, finden Expats. - Copyright: Raimund Koch / Getty Images

Vancouver, eine von Kanadas größten Städten, ist der einzige Ort in Nordamerika, der auf der Liste der schlimmsten Städte für Auswanderer gelandet ist. Wie aus der Umfrage von Internations hervorgeht, hielten 69 Prozent der Expats die Lebenshaltungskosten hier für zu hoch und über 50 Prozent der Befragten sagten, dass ihr Haushaltseinkommen nicht hoch genug sei, um bequem zu leben.

Außerdem waren 40 Prozent von ihnen unzufrieden mit dem Sozialleben in der Stadt. "Es kann sehr schwer sein, in einen bereits etablierten sozialen Kreis einzutreten", sagte ein Expat etwa.

7. Mailand, Italien

Mit Mailand landet schon die zweite italienische Stadt im Flop-Ranking von Internations. - Copyright: Comezora / Getty Images
Mit Mailand landet schon die zweite italienische Stadt im Flop-Ranking von Internations. - Copyright: Comezora / Getty Images

Mailand ist die zweite italienische Stadt, die im Ranking der schlimmsten Orte für Expats gelandet ist. Mehr als 50 Prozent der von Internations-Befragten gaben an, unzufrieden mit der Luftqualität zu sein. 66 Prozent kritisierten auch hier den bürokratischen Aufwand vor Ort.

Außerdem hatten 33 Prozent der Teilnehmer das Gefühl, unterbezahlt zu sein. Laut der Datenseite Salary Expert beträgt das durchschnittliche Jahreseinkommen in Mailand 41.593 Euro. "Es ist so schwer, einen Job zu finden und das Gehalt ist sehr niedrig", sagte ein Expat aus Iran zu Vertretern von Internations.

6. Hamburg, Deutschland

Auswanderer finden in Hamburg nur schwer Freunde. - Copyright: Martin Deja / Getty Images
Auswanderer finden in Hamburg nur schwer Freunde. - Copyright: Martin Deja / Getty Images

Hamburg im deutschen Norden ist eine weitere europäische Stadt, die auf der Flop-Liste für Auswanderer gelandet ist. Grund dafür ist, dass es vielen von ihnen schwerfällt, sich hier einzuleben.

81 Prozent der Befragten gaben an, nur schwer Freunde in der Stadt finden zu können. "Es dauert sehr lange, bis man als irgendeine Art von 'Freund' akzeptiert wird", erklärte ein Expat aus Australien.

5. Hongkong

Hongkong gilt als eine der teuersten Städte für Auswanderer.  - Copyright: Fei Yang / Getty Images
Hongkong gilt als eine der teuersten Städte für Auswanderer. - Copyright: Fei Yang / Getty Images

Die Sonderverwaltungszone Hongkong im Südosten Chinas ist eine der beiden asiatischen Städte, die zu den Top zehn der schlimmsten Städte für Auswanderer gehört. Etwa 46 Prozent der von Internations befragten Expats sagten, dass die Stadt keinen Raum für Kreativität in der lokalen Geschäftskultur biete und mehr als die Hälfte gab an, sich unterdrückt zu fühlen. 56 Prozent der Auswanderer kritisierten, dass sie ihre Meinung nicht frei äußern könnten.

Auch Geld stellt dort ein Problem dar. 68 Prozent der Befragten finden die Lebenshaltungskosten zu hoch. Laut eines Berichts der "South China Morning Post", der sich auf Daten von Midland Realty beruft, kostet in Hongkong eine Wohnung mit weniger als 20 Quadratmetern monatlich 25.512 Hongkong Dollar, also umgerechnet etwa 3113,28 Euro.

"Unterkünfte, Gesundheitsversorgung, internationale Schulbildung – all das trägt zu den erhöhten Kosten bei", analysierten Vertreter von Internations in ihrem City-Guide. "Hongkong gilt als eine der teuersten Städte für Expats", fügten sie hinzu.

4. Istanbul, Türkei

Auswanderern zufolge ist es in Istanbul schwierig, einen Job zu finden. - Copyright: SW Photography / Getty Images
Auswanderern zufolge ist es in Istanbul schwierig, einen Job zu finden. - Copyright: SW Photography / Getty Images

Istanbul ist eine weitere europäische Stadt, die von Auswanderern negativ bewertet wurde. Der Umfrage von Internations zufolge nehmen 57 Prozent der Expats die türkische Wirtschaft negativ wahr und nur 45 Prozent glauben, fair bezahlt zu werden.

"Es ist sehr schwierig, hier einen Job zu finden", sagte ein Expat aus Kamerun und fügte hinzu, dass die Arbeitsbedingungen sehr schlecht seien – insbesondere in Hinblick auf das Gehalt.

3. Paris, Frankreich

Paris sei zwar romantisch und aufregend, aber auch teuer, finden Auswanderer. - Copyright: Alexander Spatari / Getty Images
Paris sei zwar romantisch und aufregend, aber auch teuer, finden Auswanderer. - Copyright: Alexander Spatari / Getty Images

Der Großteil der Auswanderer gab an, dass es einfach zu teuer sei, in der französischen Hauptstadt zu leben: Insgesamt 62 Prozent der Befragten kritisierten die hohen Lebenshaltungskosten.

Außerdem sagten 58 Prozent, dass es schwer sei, Freundschaften mit Einheimischen zu knüpfen. Ferner gaben 23 Prozent an, sich in Paris unsicher zu fühlen. Andererseits hielten viele Expats die Stadt für einen geeigneten Ort, um Kultur und Nachleben zu genießen.

"Das Leben in Paris ist romantisch und aufregend, aber auch teuer", heißt es im City-Guide von Internations. "Einrichtungen des täglichen Lebens und Wohnungen haben in der bevölkerungsreichsten Stadt Frankreichs einen hohen Preis."

2. Frankfurt, Deutschland

Besonders den teuren Personennahverkehr kritisieren Expats an der Metropole in Hessen. - Copyright: Anton Petrus / Getty Images
Besonders den teuren Personennahverkehr kritisieren Expats an der Metropole in Hessen. - Copyright: Anton Petrus / Getty Images

Frankfurt am Main, ein wichtiges Finanzzentrum Deutschlands, wurde zur zweitschlimmsten Stadt für Auswanderer gewählt. Etwa 70 Prozent der Umfrageteilnehmer nannten die hohen Mietpreise und Lebenshaltungskosten als Gründe dafür, warum das Leben in Frankfurt keine gute Idee sei.

Der Umfrage zufolge ist die Stadt auch am schlimmsten, wenn es um einen erschwinglichen Personennahverkehr geht. In diesem Punkt landet Frankfurt demnach auf dem letzten von 50 Plätzen im Ranking. Dem Rhein-Main-Verkehrsverbund zufolge kostet ein Monatsticket für den öffentlichen Verkehr derzeit 97,10 Euro.

1. Johannesburg, Südafrika

Johannesburg wurde im Ranking 2022 zur schlimmsten Stadt für Auswanderer ernannt. - Copyright: artherng / Getty Images
Johannesburg wurde im Ranking 2022 zur schlimmsten Stadt für Auswanderer ernannt. - Copyright: artherng / Getty Images

Johannesburg, die größte Stadt in Südafrika, ist dem Ranking von Internations zufolge die schlimmste Stadt für Auswanderer. Etwa 25 Prozent der Befragten gaben an, unzufrieden mit den unerschwinglichen Lebenshaltungskosten der Stadt zu sein und 39 Prozent bemängelten den öffentlichen Personennahverkehr.

Auch Sicherheit schien ein Problem zu sein. 62 Prozent der Expats sagten, dass sie sich in Johannesburg unsicher fühlten. "Selbst für südafrikanische Standards kann Johannesburg ein gefährlicher Ort sein", steht in dem Expat-Guide von Internations – "Ihr werdet sicherlich nicht ständig bedroht werden, aber ihr solltet euch der potenziellen Gefahren bewusst sein".