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Sechs Dinge, die für Anleger heute wichtig sind

Das Coronavirus macht die Märkte weiterhin nervös. Wirecard und Renault legen am heutigen Freitag Zahlen vor. Was zum Wochenausklang wichtig wird.

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Zum Ende der Woche klingt auch die Intensität der derzeit laufenden Berichtssaison etwas ab. Nichtsdestotrotz stehen am Freitag noch bei einigen börsennotierten Konzernen die Präsentation der Jahreszahlen an: Neben Renault, der Credit Agricole und Schindler steht vor allem der Dax-Konzern Wirecard im Fokus.

Ein Thema für die Anleger ist auch weiterhin das Coronavirus, beziehungsweise dessen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Am Donnerstag hatten Nachrichten über einen sprunghaften Anstieg der Infektionen die Märkte beunruhigt – auch, wenn das auf eine Änderung der Methode der Patientenerfassung zurückgeht. Nach den Rekordständen der Vortage ging der Dax in Frankfurt bei 13.745 Punkten minimal im Minus aus dem Handel. Vorbörslich notiert der deutsche Leitindex auf außerbörslichen Handelsplattformen leicht im Plus.

Die Signale aus Übersee versprechen einen turbulenten Handelstag. Die Märkte in Asien starteten im Minus.

1 – Vorgabe aus den USA

Die anhaltende Sorge über die Coronavirus-Epidemie hat am Donnerstag auch wieder auf die Wall Street durchgeschlagen. Nachdem am Vortag am Markt von einer langsameren Ausbreitung der Krankheit ausgegangen worden war – mit neuen Indexrekorden –, schreckte die deutliche Zunahme der bekannten Fälle die Anleger auf. Der Dow Jones verlor 0,4 Prozent auf 29.423 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 0,1 Prozent auf 9712 Punkte nach, und der breit gefasste S & P 500 büßte 0,2 Prozent auf 3373 Punkte ein.

In den vergangen Tagen hatten viele Experten die Sorglosigkeit vieler Anleger mit Blick auf die Viruskrise moniert. Immer mehr Unternehmen sprechen im Zuge der laufenden Berichtssaison von noch nicht absehbaren Folgen.

2 – Handel in Asien

Anhaltende Virus-Sorgen haben auch der Tokioter Börse am Freitag zu schaffen gemacht. Der Nikkei der 225 führenden Werte gab bis zum späten Vormittag um 0,5 Prozent auf 23.704 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix verlor 0,6 Prozent auf 1702 Zähler. Vor allem exportorientierte Werte kamen unter Druck.

Bei den Einzelwerten brachen die Aktien von Nissan mehr als neun Prozent ein. Der zweitgrößte japanische Autobauer fuhr nach einem Absatzeinbruch im dritten Geschäftsquartal erstmals seit fast zehn Jahren in die roten Zahlen und strich seine Gewinnerwartungen auf die Hälfte zusammen.

3 – Wirecard legt Jahreszahlen vor

Der Dax-Konzern legt am Vormittag einige wesentliche Bilanzkennzahlen für das abgelaufene Jahr vor. Konkret handelt es sich dabei um den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), den Umsatz und das Transaktionsvolumen. Analysten rechnen mit einem Plus von 30 bis 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 2018.

Die endgültigen Zahlen folgen am 8. April. Davor bereits soll der Bericht der Wirtschaftsprüfer von KPMG zur Sonderprüfung der Bilanz vorliegen. Den hatte das Unternehmen aus Aschheim nach zahlreichen Vorwürfen um Bilanzunregelmäßigkeiten bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Auftrag gegeben.

4 – Renault mit Jahreszahlen

Der französische Konzern erklärt am Vormittag, wie die Geschäfte im vergangenen Jahr gelaufen sind. Für Interimschefin Clotilde Delbos ist es die letzte Jahresbilanz: Am 1. Juli 2020 übernimmt der ehemalige Seat-Chef Luca De Meo die Führung des Unternehmens.

Dieser muss den französischen Autokonzern auf Trab bringen, der durch den Zusammenschluss des Rivalen Peugeot mit Fiat Chrysler unter Zugzwang geraten ist. Von ihm erhoffen sich die Franzosen auch, dass er das Bündnis mit Nissan und Mitsubishi mit neuem Leben füllt. Zudem stehen alle Autobauer derzeit unter Druck, die schärferen Klimavorgaben in der Europäischen Union zu erfüllen. Es drohen hohe Strafen, wenn die Grenzwerte nicht eingehalten werden.

5 – Mietpreisbremse soll verlängert werden

Der Bundestag will am Freitag (09.00 Uhr) die Verlängerung und Verschärfung der Mietpreisbremse beschließen. Die große Koalition möchte diese bis zum Jahr 2025 verlängern, um dadurch den Anstieg der Wohnungsmieten in begehrten Innenstadtlagen zu dämpfen. Vermieter dürfen dort demnach in der Regel maximal zehn Prozent mehr verlangen als die ortsübliche Vergleichsmiete. Anders als bisher sollen Mieter künftig auch zu viel gezahlte Miete rückwirkend für bis zu zweieinhalb Jahre zurückverlangen dürfen.

Bei der ersten Lesung des Gesetzes im Bundestag hatte die Opposition den Gesetzentwurf ausnahmslos abgelehnt. Während die vorgesehenen Maßnahmen nach Ansicht von Linken und Grünen noch nicht weit genug gehen, warnten AfD und FDP davor, Investoren zu verschrecken und damit dringend benötigten Wohnungsneubau zu verhindern. Die im April 2015 beschlossene Mietpreisbremse war auf fünf Jahre befristet und würde in wenigen Wochen auslaufen. Sie soll nun bis maximal Ende 2025 wirksam sein. Die Teilnehmer am Immobilienmarkt dürften aufmerksam hinhören.

6 - Vorläufige BIP-Zahlen

Die deutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung von Ökonomen auch zum Jahresende 2019 nicht in Schwung gekommen. Im Schnitt rechnen Konjunkturexperten mit einem Miniwachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,1 Prozent in den letzten drei Monaten gegenüber dem Vorquartal. Eine Stagnation oder ein leichter Rückgang scheinen nach zuletzt schwachen Konjunkturdaten allerdings nicht ausgeschlossen.

Wie sich Europas größte Volkswirtschaft Ende vergangenen Jahres entwickelt hat, gibt das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden anhand vorläufiger Daten bekannt. In einer ersten Schätzung Mitte Januar war die Behörde von einem „geringfügigen“ Anstieg des BIP ausgegangen.

Termine Unternehmen am 14. Februar

  • 06:30 Uhr Schweiz: Schindler, Jahreszahlen
  • 07:00 Uhr, Frankreich: Credit Agricole, Jahreszahlen
  • 07:30 Uhr, Deutschland: MVV Energie, Q1-zahlen
  • 07:30 Uhr, Frankreich: Renault, Jahreszahlen
  • 07:30 Uhr, Deutschland: Wirecard, Jahreszahlen
  • 08:00 Uhr Schweiz: Syngenta, Jahreszahlen (Call 10.00 Uhr)
  • 08:00 Uhr, Großbritannien: Royal Bank of Scotland Group, Jahreszahlen
  • 08:00 Uhr, Großbritannien: AstraZeneca, Jahreszahlen
  • 08:00 Uhr, Frankreich: EdF, Jahreszahlen
  • 10:00 Uhr, Deutschland: Metro AG, Hauptversammlung, Düsseldorf
  • 11:00 Uhr, Luxemburg: SAF Holland, ao Hauptversammlung, Luxemburg
  • 11:00 Uhr, Deutschland: Volkswagen Konzern, Pkw-Auslieferungen 01/20 12:00 Uhr, Deutschland: Junghans Uhren, Jahres-Pk, Schramberg/München
  • Ohne Zeitangabe, Italien: Eni, Jahreszahlen

Termine Konjunktur am 14. Februar

  • 08:00 Uhr, Deutschland: BIP Q4/19 (1. Veröffentlichung)
  • 08:00 Uhr, Deutschland: Großhandelspreise 01/20
  • 11:00 Uhr, Eurozone: Handelsbilanz 12/19
  • 14:30 Uhr, USA: Einzelhandelsumsatz 01/20
  • 14:30 Uhr, USA: Im- und Exportpreise 01/20
  • 15:15 Uhr, USA: Industrieproduktion 01/20
  • 15:15 Uhr, USA: Kapazitätsauslastung 01/20
  • 16:00 Uhr, USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen 02/20 (1. Umfrage)
  • 16:00 Uhr, USA: Lagerbestände 12/19
  • 17:45 Uhr, USA: Fed-Präsidentin von Cleveland, Loretta Mester, hält eine Rede
  • Ohne Zeitangabe, Eurozone: S & P Ratingergebnis Ungarn, Schweden
  • Ohne Zeitangabe, Eurozone: Moody's Ratingergebnis Irland
  • Ohne Zeitangabe, Eurozone: Fitch Ratingergebnis Ungarn, Georgien

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