Deutsche Märkte geschlossen

Sechs Dinge, die für Anleger heute wichtig sind

Die Anleger blicken an diesem Freitag auf BMW, die Erzeugerpreise und die Quartalsbilanz des Uniper-Großaktionärs Fortum. Was die Märkte bewegt.

Der Dax schloss am Donnerstag 0,9 Prozent tiefer zum Vortag bei 12.228 Punkten. Foto: dpa

An den Börsen beginnt aufs Neue die Bilanzsaison – und das sorgt bei den Anlegern offenbar für schlechte Stimmung. Am Donnerstag hatten die SAP-Zahlen den Anlegern die Kauflaune vermiest und auch den gesamten Index nach unten gezogen. Der Dax schloss 0,9 Prozent tiefer zum Vortag bei 12.228 Punkten.

An diesem Freitag stehen vorerst keine weiteren Quartalszahlen großer Dax-Unternehmen auf der Agenda der Anleger. Stattdessen blicken sie auf die Erzeugerpreise, auf die Personalentscheidungen von BMW und die Zahlen des Uniper-Großaktionärs Fortum.

Vor dem Handelsstart notiert der Leitindex auf außerbörslichen Handelsplattformen im Plus.

1 – Vorgabe aus den USA

Die US-Börsen haben am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Unterstützung erhielt die Wall Street von Äußerungen eines hochrangigen US-Notenbankers. Der einflussreiche Chef des Fed-Bezirks New York, John Williams, sprach sich bei der Steuerung der Zinspolitik für vorbeugende Maßnahmen aus.

Es sei besser, vorsorglich zu agieren als zu warten, bis es zu möglichen wirtschaftlichen Problemen komme, sagte Williams. Eine schnelle Zinssenkung angesichts ungünstiger konjunktureller Bedingungen und ein niedriger Leitzins für einen längeren Zeitraum dürften die Wirtschaft vor einer zu geringen Inflationsrate schützen. Die Finanzmärkte interpretierten seine Aussagen als ein starkes Argument für eine schnelle Zinssenkung noch in diesem Monat.

Ein Kurssturz von gut zehn Prozent bei Netflix-Aktien trübte indes die Stimmung an der Wall Street. Das Filmportal hat erstmals seit acht Jahren US-Streaming-Kunden verloren. „Dass Netflix sein ohnehin niedriges Abonnenten-Ziel verfehlt, belastet die Stimmung“, sagte Analyst Ken Odeluga vom Investmenthaus Cityindex.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging kaum verändert bei 27.222 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S & P 500 erhöhte sich um 0,4 Prozent auf 2995 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,3 Prozent auf 8207 Punkte.

2 – Handel in Asien

Der Aktienmarkt in Japan hat am Freitag stärker notiert und einen Teil der Vortagsverluste wettgemacht. Zu den größten Gewinnern zählten Unternehmen der Halbleiter-Branche. Der Leitindex Nikkei stieg bis Mittag um 1,7 Prozent auf 21.399 Punkte, dürfte die Woche aber dennoch mit einem Verlust von 1,3 Prozent abschließen, dem größten wöchentlichen Minus seit Ende Mai. Der breiter gefasste Topix legte sogar 1,8 Prozent zu auf 1562 Zähler.

3 – Munich Re erzielt hohen Quartalsgewinn

Der weltgrößte Rückversicherer hat im zweiten Quartal einen unerwartet hohen Gewinn erzielt. Munich Re profitiert davon, dass größere Katastrophen ausgeblieben sind. Man erwarte einen Ergebnis von etwa einer Milliarde Euro, erklärte Munich Re am Donnerstagabend. Das wäre in drei Monaten schon fast die Hälfte des für das ganze Jahr angepeilten Gewinns von 2,5 Milliarden Euro.

Dennoch setzt Munich Re das Ziel für das laufende Jahr nicht nach oben. Denn in der Vergangenheit hatten mehrfach Katastrophen im zweiten Halbjahr das Ergebnis belastet. Dann nämlich beginnt die Wirbelsturmsaison in der Karibik, an der US-Westküste und in Südostasien.

4 – BMW berichtet über China-Geschäft

Am Freitag bleibt BMW im Blick der Anleger. Zum einen tagt der Aufsichtsrat des Automobilherstellers den zweiten Tag in Folge. Eines der Hauptthemen wird die Nachfolge für den scheidenden Vorstandschef Harald Krüger sein. Am Donnerstagabend verkündete der Konzern bereits, dass der bisherige Produktionsvorstand Oliver Zipse Mitte August den Vorsitz übernimmt. Dieser galt als Favorit.

Zum anderen berichtet der BMW-China-Chef Jochen Goller über die Lage des Konzerns am chinesischen Automarkt sowie über die Bemühungen beim autonomen Fahren und mögliche Kooperationen.

5 – Erzeugerpreise werden veröffentlicht

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht am Freitag die Herstellerpreise in Deutschland. Diese gelten als die Vorläufer zu den Verbraucherpreisen – und sind eine der Größen, an denen die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik ausrichtet.

Im Mai sind die Erzeugerpreise so wenig gestiegen wie seit gut einem Jahr nicht mehr – um gut 1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Bleibt der Auftrieb bei den Erzeugerpreisen weiterhin so niedrig, wäre es ein weiteres Argument für die EZB, ihre Geldpolitik weiter zu lockern.

6 – Fortum präsentiert Quartalszahlen

Der finnische Energiekonzern und Uniper-Großaktionär Fortum hat im zweiten Quartal seinen Gewinn kräftig gesteigert und die Analystenschätzungen übertroffen. Der Kernbetriebsgewinn kletterte um 32 Prozent auf 372 Millionen Euro, wie Fortum mitteilte. Begünstigt wurde der Gewinnanstieg durch höhere Strompreise und steigende Mengen bei der Stromerzeugung aus den Wasser- und Kernkraftwerken des Versorgers.

Termine Unternehmen am 19. Juli

  • 07:00 Uhr Deutschland: Sartorius Halbjahreszahlen
  • 08:00 Uhr China: BMW-China-Chef Goller spricht über den chinesischen Automarkt
  • 08:00 Uhr Schweiz: BB Biotech Q2-Zahlen
  • 08:00 Uhr Schweden: Vattenfall Q2-Zahlen
  • 08:30 Uhr Finnland: Stora Enso Q2-Zahlen
  • 09:00 Uhr Finnland: Fortum Oyj Q2-Zahlen
  • 13:00 Uhr USA: Schlumberger Q2-Zahlen
  • 13:30 Uhr USA: American Express Q2-Zahlen

Termine Unternehmen am 19. Juli (ohne Uhrzeit)

  • Deutschland: BMW Aufsichtsrat-Sitzung (zweiter und letzter Tag)
  • Schweden: Saab Q2-Zahlen
  • USA: State Street Q2-Zahlen
  • USA: BlackRock Q2-Zahlen

Termine Konjunktur am 19. Juli

  • 01:30 Uhr Japan: Verbraucherpreise 06/19
  • 06:30 Uhr Japan: All Industry Activity Index 05/19
  • 08:00 Uhr Deutschland: Erzeugerpreise 06/19
  • 10:00 Uhr Europa: EZB Leistungsbilanz 05/19
  • 15:00 Uhr Belgien: Verbrauchervertrauen 07/19
  • 16:00 Uhr USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen 07/19 (vorläufig)
  • 17:05 Uhr USA: Fed-Präsident von St. Louis, James Bullard, hält eine Rede
  • Europa: S & P Ratingergebnis Russland, Tschechien, Andorra
  • Europa: Fitch Ratingergebnis Deutschland, Slowenien
  • Europa: Moody's Ratingergebnis Deutschland und für Malta

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