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"Se Acabo": Fußball-Verband bestätigt Rücktrittsgesuch von Rubiales

Der suspendierte spanische Fußball-Verbandspräsident Luis Rubiales hat nach dem Kuss-Skandal bei der WM nun doch seinen Rücktritt angekündigt. Der Vorfall vor drei Wochen hat den ersten Sieg Spaniens bei der Frauenfußball-Weltmeisterschaft überschattet.

Rubiales hatte Weltmeisterin Jennifer Hermoso bei der Siegerehrung in Sydney spontan auf den Mund geküsst. Sein übergriffiges Verhalten hatte massive und weitweite Kritik ausgelöst.

Für Rubiales, der bislang vehement an seinem Amt festgehalten hat, scheint der Druck zuletzt zu groß geworden zu sein. Spielerin Hermoso hat ihn angezeigt, die spanische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen sexueller Nötigung.

Der 46-Jährige habe seinen Rücktritt am Sonntagabend eingereicht, bestätigte der spanische Fußballverband. Er gibt den Posten als Präsident des spanischen Fußball-Verbandes auf, ebenso seine Vize-Präsidentschaft in der Europäischen Fußball-Union, UEFA.

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Rubiales hatte in einer noch nicht komplett ausgestrahlten Folge der Talkshow "Piers Morgan Uncensored" seinen Rückzug angekündigt.

"Ich kann meine Arbeit nicht fortsetzen"

"Über meinen Rücktritt, ja, ich werde es tun, ja, weil ich meine Arbeit nicht fortsetzen kann", sagte Rubiales er in dem Interview mit Piers Morgan. Rubiales fügte hinzu, dass sein engstes Umfeld ihm geraten habe: "Luis, du musst dich um deine Würde kümmern und dein Leben fortsetzen. Ansonsten wirst du den Menschen, die du liebst, und dem Sport, den du liebst, schaden".

Der spanische Fußballverband bestätigte dies. "Er hat den Verband in einem Brief an Pedro Rocha Junco (Interimspräsident) davon in Kenntnis gesetzt. Er ist auch von seinem Amt als Vizepräsident der UEFA zurückgetreten", erklärte der RFEF in einer Erklärung.

Einen kurzen Ausschnitt des Interviews mit dem 46-Jährigen veröffentlichte Morgan am Sonntagabend beim Portal X (vormals Twitter). Das Gespräch soll laut Morgan an diesem Sonntag geführt worden sein.

Die ganze Folge der Talkshow "Piers Morgan Uncensored" ist noch nicht ausgestrahlt worden. Auf X wurde auch eine Erklärung ähnlichen Inhalts veröffentlicht, die spanische Medien Rubiales zuschrieben.

"Se Acabo"

Die Ministerin für Gleichberechtigung, Irene Montero, schrieb auf X (früher Twitter) lakonisch "Se Acabo" (Spanisch für "Es ist vorbei") und griff damit einen Slogan auf, den auch Jenni Hermoso und ihre Nationalmannschaftskolleginnen verwendet hatten, um ihren Protest auszudrücken.

"Das feministische Land schreitet immer schneller voran", betonte Yolanda Díaz, die zweite stellvertretende Ministerpräsidentin der spanischen Regierung. "Die Veränderung und Verbesserung unseres Lebens ist unvermeidlich. Wir sind mit dir, Jenni, und mit allen Frauen", fügte sie auf X hinzu.

Der spanische "MeToo"-Moment

Rubiales hatte bei der Siegerehrung nach dem von Spanien gewonnenen WM-Finale in Sydney am 20. August die Spielerin Jennifer Hermoso auf den Mund geküsst.

Dies und eine wütende Rede, bei der er die Regierung und die Medien angriff und einem "falschen Feminismus" vorwarf, ihn "öffentlich hinrichten" zu wollen, zogen zahlreiche Forderungen aus der Politik, dem Sport und den Medien nach seinem Rücktritt nach sich.

Medien schrieben von einem spanischen "MeToo"-Moment. Der Weltverband FIFA suspendierte ihn für 90 Tage, die Regierung strengte vor dem Sportgericht ein Verfahren gegen Rubiales an und die Regionalpräsidenten des RFEF forderten seinen Rücktritt.

Doch Rubiales klammerte sich an seinen Posten. Der Kuss sei in beiderseitigem Einvernehmen erfolgt, beteuerte er. Hermoso dementierte das wiederholt und erklärte, sie habe sich "als Opfer einer impulsiven, sexistischen und unangebrachten Handlung gefühlt, der ich nicht zugestimmt habe".

Anzeige gegen Rubilaes

Die 33-Jährige erstattete Anzeige gegen Rubilaes. Diese ermöglichte wiederum den Strafantrag der Staatsanwaltschaft wegen sexueller Belästigung und Nötigung.

Nun muss ein Untersuchungsrichter an der "Audiencia Nacional" in Madrid entscheiden, ob dem Strafantrag stattgegeben wird und Ermittlungen eingeleitet werden, die zu einem Prozess führen können.

Nach Schätzungen von Experten könnte der frühere Profi Rubiales zu einer Haftstrafe zwischen einem und vier Jahren verurteilt werden, wenn er tatsächlich auf die Anklagebank kommen und im Prozess schuldig gesprochen werden sollte.