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Schulze fordert Discounter zum Verkauf von Mehrwegflaschen auf

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BERLIN (dpa-AFX) - Bundesumweltministerin Svenja Schulze fordert Discounter auf, Getränke auch in Mehrwegflaschen anzubieten. "Beim Einkaufen wird es leider immer schwieriger, Getränke in Mehrwegflaschen zu bekommen", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Einzelne Discounter böten gar kein Mehrweg mehr an. "Die Handelsketten sollten das ändern und Mehrwegflaschen ins Angebot nehmen."

Eine nationale Mehrwegpflicht sei im EU-Binnenmarkt bisher schwierig. "Ich setze darauf, dass wir auf EU-Ebene bessere Rahmenbedingungen bekommen, so dass wir künftig Handelsketten auch mit Ordnungsrecht zu mehr Mehrweg verpflichten können", sagte Schulze.

Bei der Wiederverwertung von Plastikmüll sieht die Bundesumweltministerin zwar Fortschritte. "Immerhin ist es gelungen, 2019 rund 58,5 Prozent der Plastikverpackungen, die von den dualen Systemen gesammelt wurden, zu recyceln", erklärte sie. "Das Jahr davor waren es weniger als 50 Prozent." Trotzdem sei klar: "Vermeiden ist besser als wiederverwerten."

Schulze will noch vor der Bundestagswahl mehr gegen das wachsende Verpackungsmüll-Aufkommen tun. "Ich will eine Pfandpflicht für alle Einweg-Getränkeflaschen aus Plastik und für Dosen, unabhängig vom Inhalt", sagte sie.

Einen Entwurf für die Änderung des Verpackungsgesetzes hatte das Bundesumweltministerium schon vorgestellt. Wer Getränke und Speisen zum Mitnehmen in Plastikbehältern anbietet, soll demnach auch Mehrweg-Alternativen anbieten müssen. "Drittens wollen wir regeln, dass PET-Flaschen einen Recycling-Anteil haben müssen", sagte Schulze. "Wir stimmen das gerade innerhalb der Regierung ab, im Januar soll es ins Kabinett."