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Schon wieder Warnstreik: GDL will ab heute Abend die Bahn lahmlegen – das kommt auf Fahrgäste zu

Ein Zug steht im Hauptbahnhof Hannover am frühen Morgen an einem Bahnsteig. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte bereits im November zu einem 20-stündigen Warnstreik bei der Deutschen Bahn AG aufgerufen. - Copyright: picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg
Ein Zug steht im Hauptbahnhof Hannover am frühen Morgen an einem Bahnsteig. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte bereits im November zu einem 20-stündigen Warnstreik bei der Deutschen Bahn AG aufgerufen. - Copyright: picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg

Nachdem die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) die Tarifverhandlungen mit der Bahn vor fast zwei Wochen für gescheitert erklärt hat, kündigt sie nun den nächsten Warnstreik an. Ab heute Abend, Donnerstag, 22.00 Uhr, sollen auf der Schiene für 24 Stunden wieder weite Teile des Fern- und Regionalverkehrs stillstehen, wie die GDL am Mittwochabend mitteilte.

Der Güterverkehr soll bereits am 18.00 Uhr am Donnerstagabend bestreikt werden. Vom Warnstreik betroffen sind neben der Deutschen Bahn auch weitere Eisenbahnunternehmen, etwa der Transdev-Konzern (unter anderem Bayerische Oberlandbahn, NordWestBahn). Auch die Tarifverhandlungen mit Transdev bewertet die GDL als gescheitert.

Zählt man die Warnstreiks der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mit, ist es bereits das vierte Mal in diesem Jahr, dass Fahrgäste sich auf weitreichende Einschränkungen auf der Schiene einstellen müssen. Was jetzt erneut auf sie zukommt.

Welche Verkehre sind betroffen?

Der Warnstreik soll laut Gewerkschaftsaufruf erneut alle Verkehrsarten treffen. Sowohl im Fern-, im Güter- als auch im Regionalverkehr ist mit weitreichenden Einschränkungen zu rechnen. Ob der Fernverkehr dieses Mal komplett eingestellt wird, war zunächst noch offen. Im Fernverkehr war während des vorherigen GDL-Warnstreiks etwa jeder fünfte ICE und IC unterwegs. Im Regionalverkehr waren die Auswirkungen je nach Region sehr unterschiedlich.

Die GDL vertritt bei der Bahn hauptsächlich Lokführer und das Zugpersonal. Fahrdienstleiter, die den Zugverkehr bundesweit koordinieren, sind zwar ebenfalls zum Warnstreik aufgerufen. Stark vertreten ist die GDL unter ihnen aber nicht. Überall dort, wo ein Lokführer trotz des Streiks zur Arbeit kommt, kann deshalb theoretisch auch ein Zug fahren.

Welche Regionen sind betroffen?

Der Warnstreikaufruf gilt bundesweit. Erfahrungsgemäß sind insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern sowie im Südwesten viele Beschäftigte bei der GDL organisiert. Dort dürfte daher im Regionalverkehr vielerorts nichts mehr gehen. Auch in Stuttgart und Frankfurt hat die GDL viele Mitglieder. In beiden Städten wird es voraussichtlich den S-Bahnverkehr stark treffen. Im Nordwesten des Landes ist die Gewerkschaft hingegen schwächer vertreten. Hier könnte es insbesondere den Regionalverkehr deshalb weniger stark treffen.

Ab wann geht es los?

Offizieller Beginn des Warnstreiks im Personenverkehr ist an diesem Donnerstag um 22.00 Uhr. Fahrgäste müssen sich unter Umständen aber bereits in den Stunden davor auf Zugausfälle einstellen. Die Bahn hat bei den vorherigen Warnstreiks so versucht, die Züge dort abzustellen, wo sie nach dem Warnstreik gebraucht werden.

Der Arbeitskampf soll laut GDL bis Freitag, 22.00 Uhr dauern.

Deutsche Bahn: "Verantwortungslos und egoistisch"

Die Deutsche Bahn reagierte mit scharfer Kritik. "Die Lokführergewerkschaft vermiest Millionen unbeteiligten Menschen das zweite Adventswochenende. Ein Streik so kurz nach dem Wintereinbruch und so kurz vor dem Fahrplanwechsel ist verantwortungslos und egoistisch", so Bahn-Personalvorstand Martin Seiler. "Anstatt zu verhandeln und sich der Wirklichkeit zu stellen, streikt die Lokführergewerkschaft für unerfüllbare Forderungen. Das ist absolut unnötig."

Wo kann ich mich über meinen Zug informieren?

Ob ein Fern- oder Regionalzug fährt oder nicht, lässt sich in der Regel über die Bahn-App oder die Internetseite einsehen. Für individuelle Auskünfte hat die Bahn bei den vorherigen Warnstreiks zudem eine Rufnummer eingerichtet.

Was passiert mit meinem Ticket?

Bei den vorherigen Warnstreiks im laufenden Jahr hat die DB die Zugbindung aufgehoben, damit Fahrgäste ihre Reise vorziehen oder nachholen können. Sitzplatzreservierungen konnten kostenfrei storniert werden. Wer seine Reise gar nicht antreten wollte, konnte beim ersten GDL-Warnstreik auch sein Ticket kostenfrei stornieren.

Für den anstehenden Ausstand schreibt die Deutsche Bahn: "Alle Fahrgäste, die ihre für den Donnerstagabend, 07.12.2023 und Freitag, 08.12.2023 geplante Reise aufgrund des Streiks der GDL verschieben möchten, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Die Zugbindung ist aufgehoben. Das Ticket gilt dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort, auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden."

Wieso streikt die GDL?

Die Warnstreikankündigung kam fast zwei Wochen, nachdem die GDL die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt hat. In bis dahin zwei Verhandlungsrunden konnte vor allem die Kernforderung der Gewerkschaft nicht gelöst werden: Die Absenkung der Arbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Auf diese Forderung war die Bahn auch in der zweiten Verhandlungsrunde nicht eingegangen.

Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft unter anderem 555 Euro mehr pro Monat sowie eine Inflationsausgleichsprämie. Die Bahn hatte elf Prozent höhere Entgelte bei einer Laufzeit von 32 Monaten angeboten sowie ebenfalls die Inflationsausgleichsprämie. Eigentlich sollten beide Seiten an diesem Donnerstag wieder für Verhandlungen zusammen kommen. Nach der Warnstreikankündigung hat die Bahn die Gespräche abgesagt.

Wann soll der nächste Streik folgen?

Laut Weselsky will die Gewerkschaft nach dem kommenden Ausstand in diesem Jahr nicht mehr streiken. "Wir werden jetzt diese Streikaktion am Donnerstag und Freitag durchführen, und es ist für dieses Jahr die letzte", sagte er dem MDR. Anschließend folge die Urabstimmung und die Auszählung am 19. Dezember. Es werde keine Arbeitskampfaktionen mehr geben, auch in der ersten Januarwoche nicht. Bis zum 7. Januar sei daher kein weiterer Warnstreik zu befürchten.

dpa/lidi