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Und schon wieder die ekligen 15 Buchstaben: Gefährliche ETFs

15 Buchstaben für maximalen Clickbait unter Investoren: Gefährliche ETFs. Natürlich sind die Aktienmärkte volatil, wodurch solche Schlagzeilen noch einmal mehr Wirkung erzielen. Das ist es, worauf es dann letztendlich ankommt.

Allerdings zeigt die Argumentation sehr häufig, dass an dieser Einschätzung dann doch eher wenig dran ist. Im Endeffekt ist die vermeintliche Gefahr entweder auf das eigene Verhalten zurückzuführen, oder aber es geht um die Risiken für den Aktienmarkt selbst.

Nun hat es jedenfalls erneut eine solche Schlagzeile gegeben. Schauen wir darauf, warum gefährliche ETFs jetzt ihre Renaissance feiern. Und was du als Foolisher passiver Investor davon mitnehmen solltest.

Gefährliche ETFs: Das ist dran

Im Endeffekt zielt der besagte Artikel zunächst auf ein Argument ab: ETFs sind gefährlich für die Aktienmärkte. Es gibt bereits seit geraumer Zeit eine Diskussion darüber, was passieren würde, wenn alle Anleger bloß noch passiv investierten. Die Quintessenz ist, dass wohl das System Börse in sich zusammenfiele. Eine Preisbildung bei vielen Wertpapieren wäre kaum effektiv möglich.

Ein zweites, ebenfalls relativ offensichtliches Problem ist wohl jetzt auch wissenschaftlich unterfüttert. ETF und Indexfonds beziehungsweise insgesamt das passive Investieren könne die Volatilität noch katalysieren. Dadurch, dass Anleger schnell ein- und aussteigen können, ergibt sich mehr Volatilität. Dass sich das in einer Korrektur oder einem Crash rasant entladen kann, ist ebenfalls klar. Oder zumindest eine Schattenseite.

Dieser volatilere Handel führe zur eigentlichen Gefahr von ETFs. Er führe zum Beispiel dazu, dass Unternehmen die schlechte Stimmung auch operativ füllen und sie übergreife. Bei Staaten, in denen es einen Crash gebe, können die Zinsen für die Anleihen steigen. Eine Gefahr, die letztlich das Weltfinanzsystem instabiler mache.

Mindestens ein falsches Setting

Die Kritikpunkte bezogen auf die gefährlichen ETFs sind nicht neu. Sie sind sogar wahr, wissenschaftlich untermauert und nicht von der Hand zu weisen. Aber eines sollte doch klar sein: Die Gefahren betreffen Privatinvestoren kaum. Das ist der springende Unterschied.

Im Endeffekt sind es Anleger, die bloß eines versuchen: Auf einem möglichst guten Kompromissweg und mit dem breiten Markt eine Rendite zu erzielen. Gerade für Anleger, die langfristig orientiert sind (!) und eben nicht im ersten Crash das Handtuch werfen, verändert sich diese Chance nicht. Sie bleibt bestehen. Ja, gerade in einer Korrektur oder einem Crash ist das Renditepotenzial sogar noch einmal höher. Wer daher in dieser Zeit nicht nur am Ball bleibt, sondern sogar nachinvestiert oder seinen Sparplan nicht abreißen lässt, der besitzt eine gute Chance auf eine solide Rendite. Gleichzeitig würde man in der Argumentation ein wenig das Weltfinanzsystem stützen.

Gefährliche ETFs gehen daher, wenn überhaupt, vom eigenen Verhalten als Investor aus. Was die Finanzmärkte angeht: Ich glaube, dass die Befürchtungen hier häufig übertrieben sind. Gute Unternehmen und intakte Märkte lassen sich auch von etwas Volatilität langfristig nicht aus der Ruhe bringen. Lass dir daher deinen Passiv- und Indexfonds bloß nicht schlechtreden!

Der Artikel Und schon wieder die ekligen 15 Buchstaben: Gefährliche ETFs ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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