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Schon 2026 deutlich mehr E-Sportwagen als Verbrenner: Was der Luxushersteller Ferrari für die nächsten vier Jahre plant

Der italienische Sportwagenanbieter Ferrari hat Eckpfeiler seiner Unternehmenstrategie für die nächsten vier Jahre zementiert. Im Rahmen eines sogenannten Ferrari Capital Markets Day präsentierte das traditionsreiche Luxus-Label aus Maranello sowohl Neuigkeiten zum geplanten Ausbau seines Modellportfolios als auch die Ideen hinter der Verpflichtung auf eine Reihe finanzieller Zielgrößen.

Demnach plant das Unternehmen im Zeitraum 2023 bis 2026 den Marktstart von insgesamt 15 neuen Fahrzeugen. Bereits im September dieses Jahres wird der Purosangue vorgestellt, das erste SUV und zugleich der erste Viertürer mit dem tänzelnden Pferd („Cavallino rampante“) im Logo. Internen Prognosen zufolge soll der Nobel-Offroader über seinen Lebenszyklus hinweg weniger als 20 Prozent vom Gesamtabsatz ausmachen.

Zum Vergleich: Beim italienischen Ferrari-Wettbewerber Automobili Lamborghini entfielen im Geschäftsjahr 2021 von weltweit 8.405 ausgelieferten Neuwagen (davon in Deutschland: 706) mit 5.021 Einheiten des Urus rund 60 Prozent auf das Hochleistungs-SUV.

Die für 2025 vorgesehene Premiere seines ersten rein elektrisch angetriebenen Flitzers hat Ferrari beim Capital Markets Day ausdrücklich nochmals bestätigt. Auch hier der Blick hinüber zum Erzrivalen aus Sant’Agata Bolognese: Im Interview mit Business Insider sagte Stephan Ernst Winkelmann, CEO der italienischen VW-Edelmarke, auf die Frage nach dem ersten Voll-Stromer mit dem Kampfstier im Wappen: „Die Ideen kreisen etwa um das Jahr 2028“.

Ein neues „Supercar“ will Ferrari spätestens 2026 offerieren. Diese Markenikone soll die erlauchte Ahnenreihe längst legendärer PS-Protze wie 288 GTO, F 40 und „Enzo“ fortsetzen. Zur angedachten Motorisierung machte der Hersteller keine Angaben, hob jedoch generell hervor, an der Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren „als wesentlichem Teil des Erbes“ festhalten zu wollen.

Motorenmontage bleibt Kernkompetenz

Doch in vier Jahren, schätzt das Unternehmen, wird nur noch jeder vierte Ferrari ausschließlich von Benzin befeuert werden. Das Gros sollen dann Hybride und reine E-Autos ausmachen.

Latenten Sorgen seiner Stammkunden, die einen Einkauf „grüner“ Antriebe bei externen Lieferanten glattweg verschmähen würden, tritt Ferrari jetzt offensiv entgegen: „Elektromotoren werden in Maranello entworfen, handgefertigt und montiert, um ein einzigartiges Fahrerlebnis zu gewährleisten, das auch von Rennsportlösungen abgeleitet wird“.

Auch die Befürchtung vieler Freunde des Hauses, die international rasch wachsende Schar von Ferraristi könnte die Reputation als Luxusmarke ramponieren, wollen die Italiener zerstreuen: „Der Plan stellt den Umsatz über das Volumen“ so ihre Annonce, „und bringt einen starken Mix-/ Preisbeitrag mit sich, der im Jahr 2026 ein EBITDA von 2,5 bis 2,7 Milliarden Euro mit einer EBITDA-Marge von 38 Prozent bis 40 Prozent erreichen wird“. Die Kurzform EBITDA rührt her von der englischsprachigen Wendung „Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization“. Als betriebswirtschaftliche Kennzahl beschreibt sie den „Gewinn vor ZinsenSteuernAbschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände“.

Zur Einordnung: 2021 hatte Ferrari mit insgesamt 11.155 Neuwagen eine immerhin 22-prozentige Absatzsteigerung gegenüber 2020 verbucht. Auf den deutschen Markt entfielen dabei 1.551 Fahrzeuge (2020: 1.223). Von Porsche-Verhältnissen jedoch bleiben die Italiener trotz aller Verkaufserfolge weit entfernt: Der deutsche Sportwagenbauer hatte 2021 nicht weniger als 301.915 Neufahrzeuge an die globale Kundschaft übergeben.

Allerlei Anreize für die Aktionäre

Die angepeilten Investitionsausgaben in Höhe von rund 4,4 Milliarden Euro werden laut Ferrari zu drei Vierteln in Produkte fließen, zu einem Viertel in industrielle Infrastruktur. Zudem soll im Planzeitraum 2022 bis 2026 die „kontinuierliche Generierung eines starken kumulierten industriellen freien Cashflows von 4,6 bis 4,9 Milliarden Euro“ gelingen.

Mit Blick auf Anteilseigner und Börsianer in spe heißt es: „Die Aktionäre werden durch eine von 30 Prozent auf 35 Prozent des bereinigten Nettogewinns erhöhte Dividendenausschüttung ab 2022 und ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von rund zwei Milliarden Euro bis 2026 belohnt“.

Das Schlusskapitel des Capital Markets Day wurde dem nachhaltigem Wirtschaften gewidmet: „Ferrari verpflichtet sich, wissenschaftlich fundierte Ziele im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad festzulegen“, ist dort zu lesen.

Auch mit der Nutzung von Bio-Methan und Photovoltaik sowie brennstoffzellenbasierter Systeme wolle man „Maßnahmen ergreifen, um bis 2030 CO2-Neutralität zu erreichen“. Dass das beileibe kein Selbstgänger wird, ist den Italienern bewusst – sie wollen daher intensiv auch „Lösungen zur Reduzierung der Rohstoffemissionen hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Batteriemodul“ erforschen.

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