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Scholz will mit Südamerika-Deals für VW & Co Lithium sichern

(Bloomberg) -- Mit Unterstützung aus Südamerika will Bundeskanzler Olaf Scholz Autokonzernen wie Mercedes-Benz Group AG und Volkswagen AG helfen, die Rohstoffbasis für ihre Wende zur E-Mobilität zu sichern. Im Fokus steht dabei Lithium. Hier gehört die Region zu den weltgrößten Exporteuren, wobei die Veredelung des Materials bislang vor allem in China erfolgt. Berlin sieht dem Vernehmen nach einen Hebel, der eigene Wirtschaft die nötigen Liefervolumina zu sichern.

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In Buenos Aires unterzeichnete Scholz am Samstag eine Absichtserklärung, die Deutschland Zugang zu den reichen Lithium-Ressourcen des Landes geben soll. Seine Botschaft: Berlin ist bereit, in das Lithiumgeschäft mit Lateinamerika einzusteigen, um vom Reich der Mitte unabhängiger zu werden. Nach einem Treffen mit dem argentinischen Präsidenten Alberto Fernandez sprach sich Scholz gegen eine Politik aus, “die nur den Interessen desjenigen Landes dient, das die Rohstoffe für sich selbst verarbeiten will”.

Am Sonntag ging Scholz’ Südamerika-Reise weiter nach Chile, das hinter Australien der zweitgrößte Lithium-Lieferant der Welt ist. Der Großteil der Exporte geht bislang nach China.

Um Chile mit ins Boot zu holen, will Berlin informierten Kreisen zufolge helfen, einen größeren Teil des Produktionsprozesses vor Ort anzusiedeln und dazu beizutragen, dass Abbau und Verarbeitung weniger umweltschädlich sind. Berlin wolle Chile ein Angebot machen, das attraktiver ist als die Vereinbarung mit den Chinesen ist, hieß es.

Während Chile und Australien den größten Teil des weltweiten Lithiumvorkommens abbauen, verfügt China über mehr als die Hälfte aller Kapazitäten zur Veredelung des Rohstoffs zu Batteriechemikalien.

Die Dominanz des asiatischen Landes bei den Raffinerie- und Herstellungskapazitäten für Lithium gibt zunehmend Anlass zur Besorgnis. Angesichts der politischen Spannungen zwischen Peking und dem Westen wird die Abhängigkeit von China inzwischen als Schwachstelle gesehen und im Bezug auf die globalen Lieferketten hat ein Umdenken eingesetzt.

China ist der kostengünstigste Ort für die Verarbeitung von Lithium, da hier die Baukosten von Anlagen niedriger sind und eine große chemietechnische Basis bereitsteht. In Australien und den USA ist die Schaffung von Raffineriekapazitäten doppelt so teuer, Südamerika liegt irgendwo dazwischen.

Chiles Präsident Gabriel Boric erklärte, er sei entschlossen, die Lithiumindustrie in seinem Land neu aufzustellen. “Wir wollen durch verschiedene Vertragsmechanismen eine nationale Lithiumgesellschaft schaffen”, sagte Boric auf einer Pressekonferenz in Santiago. “Chile hat das Recht und die Pflicht, sich an dieser Industrie zu beteiligen.”

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, prognostizierte letztes Jahr, dass Rohstoffe wie Lithium und seltene Erden bald wichtiger sein werden als Öl und Gas. Sie zitierte eine Studie, nach der sich die Nachfrage nach Seltenen Erden - die in Elektromotoren, Windturbinen und tragbarer Elektronik benötigt werden - bis 2030 allein in der EU verfünffachen wird.

Überschrift des Artikels im Original:Scholz Visits South America in Race With China for Lithium (2)

--Mit Hilfe von Michael Nienaber.

©2023 Bloomberg L.P.