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Dieses Schokoriegel-Startup kassiert Millionen – ohne Anteile abzugeben

Setzen auf Revenue Based Financing: Adel Hafizovic, Manuel Zeller, Patrick Kolomaznik und Alexander Gänsdorfer vom Schokoriegel-Startup Neoh.
Setzen auf Revenue Based Financing: Adel Hafizovic, Manuel Zeller, Patrick Kolomaznik und Alexander Gänsdorfer vom Schokoriegel-Startup Neoh.

Auf den ersten Blick liest sich die Meldung nicht außergewöhnlich: Das Wiener Food-Startup Neoh sammelte etwa fünf Millionen Euro frisches Kapital ein, wie der Branchendienst Trendingtoptics.at am Montag berichtete. Für die Firma ist es bereits die dritte Investorenrunde in weniger als einem Jahr. Neoh produziert zuckerfreie Schoko-Riegel, ist damit sowohl in österreichischen als auch zunehmend in deutschen Supermärkten vertreten. Für 2021 erwartete das Startup nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund sieben Millionen Euro – ein Plus von 100 Prozent gegenüber 2020.

„Hilft uns, weitere Investorenrunde aufzuschieben“

Die Erlöse sind es auch, die die neue Finanzierungsrunde besonders machen: Um den neuen Investor zu gewinnen, mussten die Gründer keine Firmenanteile abgeben. Stattdessen sicherte sich Tauros Capital für einen festgelegten Zeitraum eine Beteiligung an den steigenden Umsätzen. Revenue Based Financing heißt der Finanzierungstrend, der auch hierzulande vermehrt Abnehmer findet.

„Das Wachstumskapital hilft uns, eine weitere Investorenrunde aufzuschieben und dadurch weniger Anteile abgeben zu müssen“, erklärt Manuel Zeller, CEO und Mitgründer von Neoh die Motivation hinter dem Schritt. Mit den fünf Millionen Euro wolle man die Expansion in Deutschland vorantreiben und international wachsen. Zu wie viel Prozent Tauros am Umsatz beteiligt ist, sagte Zeller nicht.

So funktioniert Revenue Based Financing

Üblicherweise würden Investoren im Revenue Based Financing jedoch zwei bis sechs Prozent des monatlichen Umsatzes verlangen, sagte Christian Stein, Partner beim Kölner Investor Riverside, kürzlich im Gespräch mit Gründerszene. Der Rückzahlungsbetrag liege in der Regel beim 1,35- bis Zweifachen der Investmenthöhe – das heißt, die Firmen müssen fast doppelt so viel zurückzahlen, wie sie erhalten haben. Ausgelegt ist dieser Zeitraum meist auf vier bis sechs Jahre. Für Gründer hat das Modell einige Vorteile: Sie verwässern ihre Anteile nicht und ersparen sich zähes Verhandeln um die Firmenbewertung. Zudem erhalten die so beteiligten Investoren kein Mitspracherecht im Unternehmen.

Revenue Based Financing ist dennoch nicht für jedes Startup eine Option. Die Unternehmen müssen bereits Umsätze generieren. Gründer, die Geld benötigen, um ihr Produkt überhaupt erst einmal auf den Markt zu bringen, fallen hier durchs Raster. „Revenue Based Financing ist in der Regel für Wachstumsunternehmen in der Konsumgüter- oder Softwarebranche mit steigenden Einnahmen geeignet“, so ein Investor. Dass Neoh-Gründer Manuel Zeller sich für Revenue Based Financing entschieden hat, überrascht daher nicht: Das Schokoriegel-Startup passt genau in das Schema.

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