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Ein Schnitzel aus CO2? Daran glauben drei Berliner VCs

Aus vier eher ungewöhnlichen Zutaten macht Farmless sein essbares Protein. Jetzt hat es dafür 4,8 Millionen Euro bekommen. - Copyright: Farmless
Aus vier eher ungewöhnlichen Zutaten macht Farmless sein essbares Protein. Jetzt hat es dafür 4,8 Millionen Euro bekommen. - Copyright: Farmless

Wie wäre es mit einem veganen Schnitzel aus CO2, Wasserstoff, Stickstoff und erneuerbarer Energie? Auf diese Zutatenmischung setzt man in der Küche des niederländischen Startups Farmless.

Das Team rund um den Gründer und Physiker Adnan Oder hat eigenen Angaben nach eine Technologie entwickelt, mit der sich aus diesen vier Zutaten eine Flüssigkeit herstellen lässt, die nach einem Fermentationsprozess zu einer essbaren Proteinquelle wird. Ein erstes Produkt soll bereits als Ersatz für Fleisch, Milchprodukte und Eier einsetzbar sein und eine negative CO2-Bilanz haben.

World Fund, Vorwerk Ventures und Revent mit dabei

Drei Risikokapitalgeber aus Deutschlands Hauptstadt glauben daran und investieren jetzt gemeinsam insgesamt 4,8 Millionen Euro. World Fund und Vorwerk Ventures führen die Runde an und Revent beteiligt sich. Mit dem Geld will Farmless eine erste Pilotproduktion in den Niederlanden bauen und an der Entwicklung erster Produkte arbeiten.

Für den World Fund ist es nicht das erste Investment in pflanzenbasierte Proteine. Im Portfolio des Berliner VCs steckt mit dem schottischen Enough bereits ein Startup, das ebenfalls vegane Proteine mit Fermentation herstellt. Enough setzt dabei allerdings auf Pilze, die den Fermentationsprozess mit Getreidezucker durchlaufen müssen.

Die Geldgeber des auf Tech-Firmen spezialisierten World Fund sind unter anderem Trivago-Mitgründer Rolf Schrömgens, das Unternehmerpaar Philipp und Verena Pausder und die von Alexander Samwer gegründete Investmentplattform Econos.

Der zweite Lead-Investor, der Berliner Risikokapitalgeber Vorwerk Ventures, ist auf europäische Jungunternehmen fokussiert. Auch er ist schon finanziell an einem Startup mit pflanzenbasiertem Protein zum Portfolio: das Schweizer Startup Planted, das sein sein „veganes Fleisch” aus Erbsenproteinen, Sonnenblumen und Hafer herstellt.

Rivale Planted sammelte 70 Millionen ein

Eigenen Angaben nach ist Planted das derzeit „am schnellsten wachsende Unternehmen für alternative Proteine in Europa.“ Die letzte Finanzierungsrunde des Jungunternehmens im vergangenen Jahr schaffte es auf 70 Millionen Euro. Die Series-B wurde angeführt vom US-amerikanischen Investor L Catterton.

Das Team von Farmless. Gegründet wurde das niederländische Startup von Physiker Adnan Onan (vierte von rechts).
Das Team von Farmless. Gegründet wurde das niederländische Startup von Physiker Adnan Onan (vierte von rechts).

Für Farmless spricht laut Vorwerk Ventures Principal Peter Schmetz, dass es komplett ohne landwirtschaftliche Flächen und den damit verbundenen Umweltbelastungen auskommt: „Farmless hat es durch die Kombination von Molekularbiologie, Ernährungswissenschaft und Physik geschafft, proteinhaltige Inhaltsstoffe für Lebensmittel zu entwickeln, die ihren tierischen und pflanzlichen Pendants in jeder Hinsicht überlegen sind und das Klima deutlich weniger belasten.“