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Schlecker: Pleiteskandal holt Familie ein, es geht um 1,35 Millionen Euro

Anton Schlecker vor Gericht. - Copyright: dpa
Anton Schlecker vor Gericht. - Copyright: dpa

Den Unternehmerclan Schlecker holt ein Skandal ein, der mehr als zehn Jahre zurückliegt. Es geht um die Firmenpleite aus dem Jahr 2012, als Schlecker-Tochter Meike vor laufenden Kameras gesagt hat „Es ist nichts mehr da“. Firmen-Patriarch Anton Schlecker haftete für das Drogerie-Imperium mit eigenem Vermögen, das Problem: die Familie war offenbar pleite. Das Imperium ging unter.

In der Zeit des Untergangs hatte Schlecker Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen und über eine Leiharbeitsfirma wieder eingestellt – zu deutlich günstigeren Konditionen, um Geld zu sparen. Nach damaligen Angaben der Gewerkschaft Verdi sollten Beschäftigte, die bereit waren, einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben und bei der Verleihfirma „Menschen in Arbeit“ (kurz: "Meniar") anzuheuern, fortan zwischen 6,50 und 7 Euro brutto pro Stunde verdienen statt wie bisher 12,71 Euro.

Der Aufschrei war groß. Das 2011 verabschiedete „Gesetz gegen den Missbrauch von Leiharbeit“ erhielt in den Medien den Namen „Lex Schlecker“. Die Drogeriekette hatte diese Praxis zwar einige Monate vor Inkrafttreten beendet, der Rufschaden aber blieb. Meniar schlitterte ohne seinen Hauptkunden in die Pleite – und das rächt sich nun für die Schleckers.

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Nach Informationen von manager magazin hat das Landgericht Zwickau Antons Frau Christa, die beiden Kinder Meike und Lars (52) sowie den damaligen Meniar-Geschäftsführer Alois Over am Donnerstag zu einer Strafe in Höhe von 1,35 Millionen Euro nebst Zinsen verurteilt. Ein Sprecher des Gerichts bestätigt die Informationen auf Nachfrage.

Damit gibt das Gericht nach einem langwierigen Verfahren mit zahlreichen Gutachten und zwischenzeitlichem Richterwechsel einer bereits 2016 eingereichten Klage des Meniar-Insolvenzverwalters Lars Eichert (Kanzlei SLK Rechtsanwälte) weitgehend statt. Eichert hatte die Rückzahlung eines Darlehens in Höhe von 1,37 Millionen Euro gefordert, das Meniar 2011 an die Familie ausgezahlt haben soll, berichtet das „manager magazin“.