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Schlechte Nachrichten für Moderna?

·Lesedauer: 4 Min.
Labor Biotech
Labor Biotech

Wichtige Punkte:

  • Der Konkurrent Pfizer impft bereits Teenager und Kinder.

  • Die Zulassungsbehörden haben Moderna kürzlich mitgeteilt, dass sie mehr Zeit benötigen, um den Antrag auf Zulassung für Teenager zu prüfen.

  • Im günstigsten Fall könnte Moderna acht Monate später als Pfizer auf den Teenager-Markt kommen.

Moderna (WKN: A2N9D9) und Konkurrent Pfizer (WKN: 852009) beherrschen den Markt für Coronavirus-Impfstoffe. Ich spreche hier von Impfungen für Erwachsene. Beide Unternehmen konkurrieren jedoch um einen weiteren Markt: die Möglichkeit, Jugendliche und Kinder zu impfen.

Pfizer erhielt im Mai die Zulassung für den Teenager-Markt. Und die U.S. Food and Drug Administration (FDA) hat Pfizer Ende letzten Monats die Zulassung für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren erteilt. Moderna ist jedoch auf einen Stolperstein gestoßen. Die FDA sagt, dass sie mehr Zeit benötige, um die Daten des Unternehmens bei Teenagern zu prüfen. Aus diesem Grund verzögert Moderna seinen Zulassungsantrag für die Anwendung bei Kindern. Jetzt natürlich die Frage: Wie schlecht genau ist diese Nachricht für Moderna? Analysieren wir das Ganze doch einmal.

Risiko einer Entzündung

Betrachten wir zunächst den Grund für diese Verzögerung. Seit einiger Zeit untersuchen die Gesundheitsbehörden das Risiko einer Herzentzündung nach einer Impfung mit mRNA-Impfstoffen – dies gilt also sowohl für die Moderna- als auch für die Pfizer-Impfstoffe.

Jüngste internationale Analysen haben jedoch den Schwerpunkt auf Moderna gelegt. Die FDA sagte, sie müsse diese Analysen untersuchen, bevor sie die Entscheidung zum Moderna-Impfstoff für Teenager fälle. Die Behörde sagte auch, dass sich ihre Prüfung bis in den Januar hinein erstrecken könnte.

In Anbetracht dieser Situation sagte Moderna, dass es keine Zulassung für seinen Impfstoff für Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren beantragen werde, bis die FDA diese Prüfung abgeschlossen habe. Das Unternehmen hat nicht gesagt, warum es diese Entscheidung getroffen hat. Aber diese Annahme macht Sinn: Alle Informationen aus der Überprüfung für Teenager könnten für Moderna hilfreich sein, wenn es einen Antrag für eine jüngere Altersgruppe vorbereitet.

Pfizer impft also seit etwa sechs Monaten Teenager. Und es beginnt jetzt mit der Impfung von Kindern. Das allerbeste Szenario für Moderna wäre der Eintritt in den Markt für Teenager im Januar – und der Eintritt in den Markt für Kinder im ersten Quartal des Jahres 2022. Aber selbst dann läge Moderna in diesen Altersgruppen weit hinter Pfizer zurück.

Was bedeutet das für die Einnahmen?

Nach Angaben von Kids Count gibt es in den USA etwa 54 Millionen Kinder im Alter zwischen 5 und 17 Jahren. Der Impfstoff von Moderna wird in zwei Dosen verabreicht. Das bedeutet, dass man etwa 108 Millionen Impfstoffdosen benötigt, um alle Kinder dieser Altersgruppe zu impfen. Gehen wir von einem Preis von 16,50 US-Dollar aus, den Moderna bei einer kürzlich erfolgten Bestellung in den USA verlangt hat. Daraus ergibt sich ein potenzieller Umsatz von fast 1,8 Mrd. US-Dollar.

Es gibt jedoch einige Dinge zu beachten. Erstens: Selbst wenn Moderna zur gleichen Zeit wie Pfizer auf den Markt käme, ist es unwahrscheinlich, dass das Unternehmen jedes Kind in den USA impft, weil es sich den Markt mit seinem größeren Konkurrenten teilt – so wie es auf dem Impfstoffmarkt für Erwachsene der Fall ist. Und einige Eltern wollen ihre Kinder nicht impfen lassen. Dies schränkt den Markt für beide Impfstoffhersteller ein.

Das Umsatzpotenzial ist also wahrscheinlich geringer als das, was ich weiter oben berechnet habe. Natürlich beziehe ich mich im Moment nur auf die USA. Pfizer und Moderna könnten auch international in jüngeren Altersgruppen Umsätze erzielen.

Und die zweite Sache, die man im Auge behalten sollte, ist folgende: Die Verzögerung bei Moderna wird sich nicht sofort auf die Bestellungen auswirken. Die Länder haben bereits Bestellungen für dieses Jahr abgeschlossen. Und einige haben sogar Vorverträge mit dem Unternehmen bis 2024 abgeschlossen. Das wird also die Einnahmen in den kommenden Monaten nicht beeinträchtigen.

Das Risiko

Das einzige Risiko ist folgendes: Pfizer könnte zum bevorzugten Impfstoff für Kinder werden, nur weil es als erstes Unternehmen die Ziellinie erreicht hat. Wenn Ärzte und Eltern mit dem Impfstoff zufrieden sind, werden sie den Anbieter vielleicht nicht mehr wechseln.

Das sind nicht die besten Nachrichten für Moderna. Aber sie sind auch nicht katastrophal. Das Unternehmen hat 70 Millionen Amerikaner geimpft – und hat nun die Aufgabe, vielen von ihnen eine Auffrischung anzubieten. Moderna arbeitet außerdem an stammspezifischen Auffrischungsimpfstoffen und sogar an einem Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus der nächsten Generation. Auf dem Gebiet der Coronaviren gibt es also noch jede Menge Umsatzmöglichkeiten. Und deshalb würde ich mir keine Sorgen um die Umsatzaussichten des Unternehmens machen – selbst wenn Pfizer auf dem Markt für Jugendliche gewinnen mag.

Der Artikel Schlechte Nachrichten für Moderna? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Adria Cimino besitzt keine der angegebenen Aktien. The Motley Fool empfiehlt Aktien von Moderna. Dieser Artikel erschien am 3.11.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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