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Der schlechte Kompromiss bei einem ETF

Noch einmal eines vorweg: Ein ETF ist ein Kompromiss, aber ein ziemlich guter. Insbesondere die Indexfonds und die besonders breiten Märkten bieten vielen Investoren einen einfachen und guten Weg um ein Vermögen aufzubauen. Man braucht quasi nicht mehr. Aber auch nicht weniger, um gute Renditen über längere Zeiträume einzufahren.

Es gibt jedoch auch einen schlechten Kompromiss, wenn es um einen ETF geht. Für mich ist das in der Regel, was Einkommensinvestoren mit Passivfonds anfangen wollen. Schauen wir einmal, warum das in der Regel eben nicht der beste Ansatz ist.

ETF & Dividende: Der schlechte Kompromiss

Die Stichworte ETF und Dividende sind für mich nur schwer unter einen Hut zu bekommen. Es ist möglich, solide Dividendenrenditen einzufahren oder eben marktübliche Ausschüttungsrenditen. Aber wer gerne Konstanz, moderate Zuwächse und Qualität haben möchte, der scheitert häufig an diesem Kompromiss.

Mit einem ETF gibt es unterschiedliche Varianten. Eben die breite Marktvariante, die häufig geringe Ausschüttungsrenditen besitzt. In letzter Zeit sind 3 % eher die Seltenheit gewesen, in den US-Märkten hat es eher die 1-%-Marke vor dem Komma gegeben. Das ist nicht nur wenig, nein, sondern man setzt sich auch dem Risiko einer marktbreiten Kürzung aus, wenn es mal mit der Wirtschaft bergab geht.

Eine zweite Variante ist das Investieren in speziellere Dividenden-ETFs. Damit sind teilweise zwar höhere Dividendenrenditen möglich. Der breite Ansatz führt jedoch in der Regel dazu, dass man eben Kompromisse eingeht. Entweder schwache Unternehmen oder solche, die ein geringeres Kurspotenzial besitzen (REITs zum Beispiel). In diesem Querschnitt kann das insgesamt zu einer semioptimalen Performance führen.

Natürlich ist auch Qualität mit einem ETF und dem Fokus auf Dividende möglich. Das erfordert jedoch die Zeit für Research, und Qualität hat häufig einen höheren Preis. Höhere Dividendenrenditen braucht man insoweit nicht zu erwarten.

Lieber: Individuelle Auswahl

Ein ETF mit Dividende ist zwar ein Kompromiss, aber er erfüllt in der Regel nicht das, was ich suche. Deshalb setze ich für dieses Ziel lieber auf einzelne Aktien, bei denen ich die Qualität selbst analysieren kann und für die Sicherheit meiner Ausschüttungen mehr Anhaltspunkte finde. Auch das Dividendenwachstum kann ich beeinflussen oder weitere Faktoren wie die Allokation.

Es spricht daher sehr vieles für einen kostengünstigen Indexfonds. Damit kann man auch marktübliche Dividendenrenditen einfahren. Wer ein hohes passives Einkommen mit Qualität und Nachhaltigkeit generieren möchte, der ist nach meiner Erfahrung besser bei einzelnen Aktien und einer selektiven Auswahl aufgehoben.

Der Artikel Der schlechte Kompromiss bei einem ETF ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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