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Schlechte Aussichten für Fans des Naturspektakels "Feuerfall"

Jedes Jahr im Februar steht die Sonne in einem ganz bestimmten Winkel über dem US-amerikanischen Nationalpark Yosemite. Dann strahlt sie beim Untergehen einen bestimmten Wasserfall an und färbt ihn dadurch feuerrot ein. Doch dieses Jahr könnte das Spektakel ausfallen, denn es hat zu wenig geregnet.

Wetter und Wasser, Sonne und Niederschlag: Viele Bedingungen müssen perfekt passen, um den "Feuerfall" im Yosemite Nationalpark zum Brennen zu bringen. Foto: gettyimages / sam wirch

Jedes Jahr pilgern Naturliebhaber aus der ganzen Welt zu einem besonderen Ort im kalifornischen Nationalpark Yosemite: dem Horsetail Fall (Pferdeschweif-Wasserfall). Nur wenige Tage im Februar, dieses Jahr fallen sie auf den Zeitraum zwischen dem 13.2. und 27.2., strahlt dann die untergehende Sonne das herabfallende Wasser des Horsetail Fall aus einem ganz besonderen Winkel an. Und lässt mit ihren rotgoldenen Strahlen das Wasser wie herabfallendes Feuer aussehen. Daher kommt auch der Name des Phänomens: Firefall (Feuerfall).

Hunderte Besucher und Besucherinnen stehen deshalb jeden Februar an den Aussichtsplattformen rund um den Horsetail Fall, in der Hoffnung, dass keine Wolken vor die Abendsonne ziehen, dass kein Schnee fällt, dass der Fluss ausreichend Wasser führt – damit das Naturspektakel stattfindet.

Jedes Jahr werden Tausende Menschen erwartet

In einer Erklärung vom Mittwoch hat sich die Presseabteilung des Yosemite-Nationalparks gemeldet, mit schlechten Nachrichten: „Dieses Jahr gibt es wenig bis kein Wasser im Horsetail Fall, es werden auch keine Niederschläge für die kommenden beiden Wochen erwartet.“

Wie CNN berichtet, könnte die Feuerfall-Show dieses Jahr also ins Wasser fallen. Oder eben gerade nicht. Jedenfalls würden zahlreiche Fans enttäuscht zurückbleiben. Doch für alle Fälle, so steht es weiter in der Erklärung, sollten sich hartgesottene Besucherinnen und Besucher auf kaltes Wetter einstellen und immer eine Taschenlampe dabeihaben. Wer zudem ein Instagram-würdiges Bild des Phänomens machen möchte, sollte frühzeitig vor Ort sein, um sich einen guten Spot und einen guten Blick zu sichern.

Naturzerstörung, um die Natur zu genießen...

Seit diesem Jahr haben Verantwortliche des Yosemite eingeschränkt, von wo aus das Naturspektakel beobachtet werden kann und wo Besucherinnen und Besucher vorher ihre Fahrzeuge parken dürfen. Der Grund: Vergangenes Jahr, am 22. Februar war der Tag der Tage, trampelten mehr als 2.000 Menschen in Richtung des Flussufers. Dabei zerstörten sie Pflanzen und Vegetation. Naturzerstörung, um ein Naturspektakel zu sehen, soll dieses Jahr vermieden werden.

Vaché Geyoghlian, ein Fotograf aus Fresno, sagte damals CNN, dass er bereits mittags um 14 Uhr vor Ort gewesen sei, um sich einen guten Platz zu schnappen. „Es dauerte nicht lange, dann war das ganze Areal um mich herum voller Menschen. Allein da waren es hunderte, die den Feuerfall sehen wollten.“

Nur eine kleine Restchance für dieses Jahr

Und sie wurden für ihre Warterei belohnt: „Ich war total überwältigt, als ich den Feuerfall zum ersten Mal live gesehen habe und auch noch ein paar gute Aufnahmen machen konnte“, sagte Geyoghlian. Eines seiner Fotos veröffentlichte er vor drei Wochen erneut auf seinem Instagram-Profil, dazu schrieb er: „Nur noch einen Monat und ich kann es kaum erwarten, dieses epische Phänomen erneut zu sehen, das es nur ganz kurz jedes Jahr zu sehen gibt.“

Ein weiterer Fan ist auch Beth Pratt, die vor drei Tagen ein Video vom letztjährigen Feuerfall auf ihrer Twitter-Seite veröffentlicht hat. Dazu schrieb sie: „Es war magisch, der beeindruckendste Feuerfall, den ich jemals gesehen habe.“ Auf Instagram thematisierte sie dann noch die problematische Wetterlage für dieses Jahr: „Wer plant, zu kommen, für den habe ich schlechte Nachrichten. Momentan gibt es kein Wasser, das soll sich auch nicht ändern bis zum 23. Februar. Das Fenster für das Phänomen schließt sich endgültig aber erst vier Tage später, eine kleine Chance gibt es also noch. Führt eure besten Regen- und Schneetänze bis dahin auf. Wir brauchen das Wasser!“