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Schlafapnoe ist bei Kindern weiter verbreitet als bisher angenommen — und kann Schulprobleme verursachen

·Lesedauer: 4 Min.

Schlafen ist für viele Menschen eine Herausforderung. Nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder und Jugendliche. Kommen dann noch Schlafstörungen wie etwa eine Schlafapnoe hinzu, kann der Alltag insbesondere für junge Heranwachsende sehr schwer zu bewältigen sein.

Menschen mit einer Schlafapnoe schnarchen meist sehr laut. Sie haben während des Schlafens meist eine sehr flache Atmung. Gelegentlich kommt es für mehrere Sekunden zu Atemaussetzern. Das kann die Sauerstoffzufuhr des Gehirns beeinträchtigen und längerfristige Folgen im Alltag haben.

Durch Schlafapnoe bedingter schlechter oder gestörter Schlaf hat häufig Konzentrationsschwierigkeiten sowie erhöhte Tagesmüdigkeit zur Folge. Das erklärte die Ärztin Carissa Baker-Smith Business Insider. Sie ist die Leiterin der präventiven Kardiologie am Nemours Childrens Health Krankenhaus im US-Bundesstaat Delaware. Letztendlich, erklärte sie, könnten sich die Schlafschwierigkeiten, gerade bei Kindern auf die schulischen Leistungen auswirken.

Laut der American Heart Association, einer US-amerikanischen Non-Profit-Organisation, ist Schlafapnoe bei Kindern und Jugendlichen stärker verbreitet als bisher angenommen. Die Erkrankung steht häufig mit einem hohen Blutdruck und Veränderungen der Herzstruktur in Verbindung, heißt es seitens der Organisation. Eine von ihr veröffentlichte Statistik zeigt, dass ein bis sechs Prozent aller Kinder an einer sogenannten obstruktiven Schlafapnoe leiden. Bei adipösen Jugendlichen liegt die Häufigkeit sogar bei 30 bis 60 Prozent.

Eine nicht behandelte Schlafapnoe kann langfristige Folgen haben, warnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Störungen können insbesondere die kardiovaskuläre, also die Herz und Gefäße betreffende Gesundheit in späteren Jahren beeinträchtigen. Darunter zählt ein beispielsweise stark zunehmender Blutdruck, der bis zur Insulinresistenz und abnormalen Lipiden führen kann. Aus diesem Grund sei es besonders wichtig, dass Eltern, aber auch Lehrerinnen und Lehrer wachsam sind und die Symptome frühzeitig erkennen. „Es ist wichtig, einen hohen Verdachtssinn für obstruktive Schlafapnoe beizubehalten. Das kann bestenfalls zu einer früheren Diagnose und Behandlung führen“, so Baker-Smith.

Eltern sollten auf ihren Instinkt vertrauen und die Symptome frühzeitig ernst nehmen

Vanessa Tomlinson und ihr Sohn Shane leben in Yardley, Pennsylvania. Shane litt bereits lange Zeit vor der Diagnose an den typischen Symptomen eine Schlafapnoe. Besonders in der Schule machten sie die Folgen der nächtlichen Atemaussetzer bemerkbar: „Er war nicht in der Lage, sich längere Zeit zu konzentrieren oder zu fokussieren. Er war während des gesamten Schultages oft sehr müde. Ihm fehlte die typische Energie, trotz seiner lebenslustigen und charmanten Persönlichkeit“, erklärte die Mutter gegenüber Insider.

Nachdem sie die Diagnose ihres Sohnes erhalten haben, empfahl Tomlinson auch anderen Eltern, auf ihren eigenen Instinkt zu vertrauen. „Eltern kennen ihre Kinder am besten. Wenn euch etwas nicht normal vorkommt oder ihr ungewöhnliche Verhaltensweisen bemerkt, solltet ihr das nicht ignorieren. Wendet euch an Kinder- oder Jugendärztinnen und -ärzte. Sie können euch dabei helfen, eine richtige Behandlung für eure Kinder zu erhalten“, sagte sie.

Zu den Risikofaktoren für obstruktive Schlafapnoe gehören laut der Leiterin des Nemours Childrens Health Krankenhaus, Carissa Baker-Smith, vergrößerte Mandeln und Polypen. Aber auch Adipositas würde dazu zählen. Mit dem Wissen über die potenziellen langfristigen Folgen fordert Baker-Smith alle Eltern auf, auf die Symptome ihrer Kinder zu achten. „Eltern, die aufgrund von regelmäßigem Schnarchen, Atempausen im Schlaf und/oder Tagesmüdigkeit sowie Konzentrationsschwierigkeiten den Verdacht auf eine obstruktive Schlafapnie bei ihren Kindern haben, sollten diese Beobachtungen mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen. Treten die Symptome mehr als drei Mal wöchentlich auf, empfehle ich, eure Ärztin oder eure Arzt zu kontaktieren. In einigen Fällen kann eine Schlafuntersuchung veranlasst werden oder die Kinder können für die Behandlung zu Hals-Nasen-Ohren-Spezialistinnen und Spezialisten überwiesen werden“, erklärte Baker-Smith.

Zusätzlich empfahl die Ärztin, die Schlafenszeiten neu festzulegen. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen sollte darauf geachtet werden, dass sie genügend Schlaf bekommen. Die von ihr empfohlene Schlafdauer nach Altersgruppen beträgt:

  • Bei Ein- bis Zweijährigen elf bis 14 Stunden Schlaf pro Tag

  • Bei Drei- bis Fünfjährigen zehn bis 13 Stunden Schlaf pro Tag

  • Bei Sechs- bis Zwölfjährigen neun bis zwölf Stunden Schlaf pro Tag

  • Bei 13- bis 18-Jährigen acht bis zehn Stunden Schlaf pro Tag.

Für ein frühzeitiges Erkennen einer möglichen Schlafapnoe sollten auch die Lehrerinnen und Lehrer auf die Symptomatik ihrer Schülerinnen und Schüler achten. "Was tagsüber wie Aufmerksamkeitsschwierigkeiten und Hyperaktivität aussieht, kann manchmal Ausdruck einer schlechten Schlafqualität oder einer unzureichenden Ruhephase in der Nacht sein", erklärt Baker-Smith.

Als ehemalige Lehrerin und Mutter eines Kindes mit Schlafapnoe ist Tomlinson der Meinung, dass eine offene Kommunikation und Schulung der Lehrkräfte zum Thema Schlafapnoe eine hilfreiche Maßnahme ist. Sie empfiehlt, proaktiv zu handeln, sobald die beschriebene Symptomatik bei Kindern oder Jugendlichen auffällt. Nur so können die Teenager die richtige Unterstützung erfahren und vor Langzeitfolgen geschützt werden.

Dieser Artikel wurde von Julia Knopf aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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