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Schiff ohne Kapitän: Wofür China sein neues mit künstlicher Intelligenz gesteuertes Roboter-Schiff einsetzen könnte

 - Copyright: getty images
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China hat das weltweit erste Schiff zu Wasser gelassen, das mit künstlicher Intelligenz in offenen Gewässern selbstständig navigieren kann. Peking hat es offiziell als Meeresforschungsinstrument bezeichnet. Einige Experten haben jedoch gesagt, dass das Schiff auch als Militärschiff eingesetzt werden könnte.

Das Schiff, die "Zhu Hai Yun", ist etwa 88 Meter lang, 13 Meter breit und 6 Meter tief und kann Dutzende von Luft-, See- und Tauchdrohnen tragen, die mit verschiedenen Überwachungsgeräten ausgestattet sind, so der Hersteller des Schiffes "CSSC Huangpu Wenchong Shipping Co".

Das Unternehmen beschreibt das Schiff als "bahnbrechend" und als "das erste eigenständige KI-gesteuerte Mutterschiff der Welt".

China könnte Roboter-Schiff auch für Militär einsetzen

"Der größte Vorteil für China ist wahrscheinlich die Datenerfassung", sagt Matthew Funaiole, wissenschaftlicher Mitarbeiter des "China Power Project" am Zentrum für internationale und strategische Studien (CSIS) in Washington. "Aus rein wissenschaftlicher Sicht könnten chinesische Drohnen zum Katastrophenschutz, zur Umweltüberwachung und ähnlichem beitragen – so verkauft es China."

Das Drohnen-Mutterschiff könnte jedoch auch von Chinas Militär eingesetzt werden, um im umstrittenen Südchinesischen Meer, auf das mehrere Länder Gebietsansprüche erheben, Informationen zu sammeln.

In den letzten Jahren hat China seine Ansprüche auf das Meer immer stärker geltend gemacht und seine militärische Stellung weiter ausgebaut. "Wenn wir es mit China zu tun haben, haben wir selten einen klaren Einblick in seine Absichten. Aber wie wir bei seinen Aktivitäten im Südchinesischen Meer gesehen haben, können wissenschaftliche Unternehmungen ein Vorläufer sein oder auf andere Weise militärische Ziele unterstützen", sagt Matthew Funaiole.

"Technologie, insbesondere Systeme zur Informationserfassung, haben oft einen doppelten Verwendungszweck. Daten, die China von autonomen Systemen sammelt, könnten bei der Überwachung und der Erkennung von Gebieten helfen, U-Boote der Volksbefreiungsarmee (PLA) bei der Navigation unterstützen, Chinas ASW-Fähigkeiten (Anti-U-Boot-Kriegsführung) verbessern, und so weiter."

Das Schiff wurde erstmals im Mai vorgestellt, soll aber nach Abschluss der Probefahrten bis Ende 2022 ausgeliefert werden, wie die Zeitung "South China Morning Post" berichtet.

Autonome Systeme könnten die "Zukunft der Kriegsführung" sein

Das Schiff nutzt das weltweit erste KI-System namens "Intelligent Mobile Ocean Stereo Observing System", das vom Southern Marine Science and Engineering Guangdong Laboratory entwickelt wurde, so die "South China Morning Post". Das Schiff wird ferngesteuert und kann nach Angaben des Schiffbauers mit einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 20 Meilen pro Stunde fahren. Das entspricht umgerechnet gut 32 km/h.

Chen Dake, der Direktor des Labors, sagte der staatlichen Zeitung "Science and Technology Daily" im Jahr 2021, das Schiff sei eine neue "marine Spezies", die die Meeresbeobachtung revolutionieren werde. China ist bereits der größte Schiffbauer der Welt und könnte sich zu einer "Meeres-Großmacht" entwickeln.

Obwohl die Einsatzmöglichkeiten dieses Schiffes noch nicht bekannt sind, konzentrieren sich die Armeen weltweit zunehmend auf die Entwicklung von Drohnen und selbstständigen Fahrzeugen. Funaiole wies darauf hin, dass China erhebliche Ressourcen in verschiedene Bereiche wie Drohnen und autonome Fahrzeuge investiert hat, um die Position seiner Marine zu stärken. "Das wird ein Teil der Zukunft der Kriegsführung sein", sagte er.

Dieser Text wurde von Lisa Ramos-Doce aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.