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Scheuer gegen Reservierungspflicht in Zügen

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BERLIN (dpa-AFX) - Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat sich in der Corona-Krise gegen eine Reservierungspflicht in Zügen ausgesprochen. Der CSU-Politiker sagte am Dienstag in Berlin, dies würde weniger Flexibilität bedeuten. Es drohe zudem die Gefahr, dass Fahrpreise teurer werden könnten und Defizite bei Verkehrsunternehmen ausgeglichen werden müssten, weil die Kapazitäten sinken. Weil die Auslastung der Deutschen Bahn in der Corona-Krise gesunken ist und dies für Löcher in der Bilanz sorgte, hat der Bund bereits Milliardenhilfen zugesagt.

Auch Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla sprach sich gegen eine Reservierungspflicht aus. Eine Reservierungspflicht im Fernverkehr ist in der Corona-Krise immer wieder gefordert worden, etwa von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer - damit nötige Sitzabstände zwischen den Reisenden eingehalten werden können.

Pofalla sagte, er fahre viel mit der Bahn, könne aber nicht von überfüllten Zügen berichten. Die Abstandsregelungen könnten eingehalten werden. Eine Reservierungspflicht hätte Auswirkungen auf die Kapazitäten.

Scheuer sagte, eine Reservierungspflicht wäre eine komplette Veränderung des Bahnbetriebs. Es gehe aber darum, die Flexibilität für Fahrgäste aufrechtzuerhalten und Mobilität nicht einzuschränken. Es seien Verhaltensregeln ausgearbeitet worden, etwa zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in Zügen. Scheuer forderte die Länder erneut auf, Bußgelder für Maskenverweigerer zu vereinheitlichen. Darüber wollen am Donnerstag die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten.