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"Jeder von uns möchte das Derby gegen den BVB spielen"

·Lesedauer: 7 Min.
"Jeder von uns möchte das Derby gegen den BVB spielen"
"Jeder von uns möchte das Derby gegen den BVB spielen"
"Jeder von uns möchte das Derby gegen den BVB spielen"

Marius Bülter wechselte am Anfang der Saison von Bundesligist Union Berlin in den Ruhrpott zu Schalke 04. Dort ist er mit fünf Torbeteiligungen nach Simon Terodde momentan der wichtigste Schalke-Kicker. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur 2. Bundesliga)

Vor dem Topspiel am Samstag bei Hansa Rostock hat sich der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler Zeit für das SPORT1-Interview genommen und spricht über seinen ungewöhnlichen Werdegang, den Wechsel zu Schalke und sein Premieren-Tor in der Bundesliga. (DATEN: Tabelle der 2. Bundesliga)

SPORT1: Sie haben einen ungewöhnlichen Weg zum Fußballprofi hinter sich: Vor drei Jahren kickten Sie noch beim SV Rödinghausen in der Regionalliga. Wie blicken Sie auf Ihre bisherige Vita zurück?

Bülter: Mein Weg ist tatsächlich eher ungewöhnlich. Ich weiß auch nicht, warum es erst so spät geklappt hat. Es ist schwierig zu erklären, ich habe in der Regionalliga nämlich auch gute Jahre gehabt. Aber sie waren wohl nicht so gut, dass es für mehr gereicht hat. Ich bin jedoch nicht böse darum, sondern froh, dass ich es noch geschafft habe. Dafür kann ich das alles jetzt umso mehr schätzen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der 2. Bundesliga)

Über Umwege in den Profi-Fußball

SPORT1: Sie haben Maschinenbau studiert und in einer Studenten-WG gelebt. Das sind Erfahrungen, die nur wenige Fußball-Profis gemacht haben.

Bülter: Auf das Studium bin ich stolz. Ich bin froh, dass ich das gemacht habe. Das Leben in der WG war eine coole Zeit. Ich habe damals mit guten Freunden zusammengewohnt. Das sind Erfahrungen, auf die man gerne zurückblickt.

SPORT1: Die meisten Profis kommen aus Nachwuchsleistungszentren. Denken Sie manchmal daran, dass Sie etwas in puncto Ausbildung vermisst haben könnten?

Bülter: Ich habe in der Jugend ja nicht irgendwo gespielt, sondern bei Preußen Münster. Dort haben wir auch viel trainiert und uns wurde viel beigebracht. Womöglich nicht ganz so viel wie in einem NLZ, aber ich bin froh, dass ich den Weg gegangen bin. Vielleicht zeichnet das auch mein Spiel aus: Ich bin unbekümmert und verlasse mich auf mein Gespür.

SPORT1: Sie scheinen ein Faible für Traditionsvereine zu haben: Über Magdeburg ging es zu Union Berlin, da waren Sie plötzlich Bundesligaspieler. Haben Sie lange gebraucht, um sich im Oberhaus zurecht zu finden?

Bülter: Nein, mich in der ersten Liga zurechtzufinden, das ging schnell. Ich habe mir die Spielklasse zugetraut. Dass es aber im ersten Jahr gleich so gut lief, damit haben wohl nicht viele gerechnet. Ich habe immer hart gearbeitet und das war der Lohn dafür.

SPORT1: Sie haben mit Union Berlin 2019 gegen Dortmund gespielt. Es war ihr zweites Bundesligaspiel und auch das zweite für die Eisernen. Sie erzielten an der Alten Försterei einen Doppelpack. Ihr wichtigstes Spiel bislang?

Bülter: Ich habe in diesem Spiel meine ersten Tore in der Bundesliga geschossen. Der ganze Abend war außergewöhnlich. Die Stimmung im Stadion war unglaublich. Wir haben da den ersten Bundesliga-Sieg für Union eingefahren. Daran erinnere ich mich gerne zurück.

SPORT1: Ausgerechnet gegen den BVB. Werden Sie eigentlich von Schalke-Fans darauf angesprochen?

Bülter: Ja, klar. Das ist ein Duell, dass ich auch mal erleben will. Wir Spieler wissen, dass wir dazu unser großes Ziel, den Aufstieg, erreichen müssen. Das ist ein zusätzlicher Anreiz. Jeder von uns möchte gerne das Derby gegen den BVB spielen.

Gefühl sagte Schalke

SPORT1: Warum haben Sie sich für den Wechsel aus der 1. in die 2. Liga zu Schalke entschieden?

Bülter: Ich wollte wieder zurück in meine Heimat. Wenn dann so ein Verein wie Schalke anfragt, ist man sofort Feuer und Flamme. Ich habe mich dann auf mein Gefühl verlassen, auch wenn mir der Abschied schwergefallen ist.

SPORT1: Sie kommen aus Ibbenbüren, das etwa 120 Kilometer von Gelsenkirchen entfernt liegt. Wir haben gehört, dass Sie als kleiner Junge sogar noch im alten Parkstadion waren.

Bülter: Das stimmt. Ich war zwei Mal da. Da sind die Erinnerungen aber nicht mehr da, weil war ich noch sehr klein war.

SPORT1: Haben Sie Schalke-Fans in der Familie, oder wie kam es dazu?

Bülter: Nein. Ich weiß noch, dass mein Onkel immer Trips organisiert hat, bei denen wir dann mit mehreren Personen hingefahren sind. Das war auch auf Schalke der Fall.

SPORT1: Zurück zum Sportlichen: Zum Start hat Schalke nur zehn Punkten aus sieben Spielen geholt. Hat das Team Probleme, die zweite Liga anzunehmen?

Bülter: Nein. Wir verstehen die Liga und nehmen sie an. Zugegeben: In Regensburg hat man das leider nicht gemerkt. Die Ergebnisse stimmen leider teilweise nicht und wir spielen noch nicht den Fußball, den wir spielen wollen. Das ist ein Prozess, an dem wir weiter hart arbeiten müssen. Wir dürfen nicht das Vertrauen verlieren! Dann werden wir die Qualität, die wir im Kader haben, auch zu 100 Prozent auf den Platz bringen und Ergebnisse holen.

SPORT1: Erschwert die Tatsache, dass so viele neue Spieler gekommen sind, diesen Prozess?

Bülter: Das spielt eine Rolle, wir sollten es aber nicht als Ausrede nutzen. Es ist ein konstanter Prozess, dass man sich kennenlernt und die Abläufe weiter einstudiert. Wir haben auch schon gezeigt, dass es gut funktioniert. Wir müssen nun allerdings so schnell wie möglich Konstanz reinbringen.

Mit Terodde einen zuverlässigen Partner an der Seite

SPORT1: Sie bilden das Sturm-Duo mit Simon Terodde. Wie viel lernen Sie von ihm?

Bülter: Es ist ein gutes Gefühl, jemanden in der Mannschaft zu haben, auf den man sich verlassen kann. Mit Simon haben wir genau so jemanden im Team, für den wir viel arbeiten und der die Tore macht.

SPORT1: Was ist das Besondere an Terodde und was können Sie noch von ihm lernen?

Bülter: Wir sind unterschiedliche Spielertypen, ich gucke mir aber schon etwas von ihm ab. Er ist extrem kaltschnäuzig. Er weiß einfach, wo der Ball hinkommt und verwandelt die Dinger eiskalt. Wie er sich im Strafraum bewegt, davon kann ich mir sicher etwas abgucken.

SPORT1: Von Schalke wird der Wiederaufstieg erwartet. Ist es schwierig, mit diesem Druck umzugehen?

Bülter: Es ist mir und allen anderen bewusst, dass wir diesen Druck der Öffentlichkeit haben. Wir müssen lernen, mit dieser Erwartungshaltung einiger umzugehen, auch wenn es schwierig sein kann. Andersherum kann es auch richtig geil sein, wenn es läuft und du den ganzen Verein hinter dir hast.

SPORT1: Die Fans wünschen sich sehnlichst, dass es gleich wieder in die Bundesliga geht.

Bülter: Das wünschen wir uns auch! Wir werden alles dafür geben. Ich glaube nicht, dass einer in der Kabine sitzt, der sagt: „Mal gucken, vielleicht können wir auch nächste Saison aufsteigen.“ Jeder von uns will in dieser Saison aufsteigen. Ob wir es schaffen, wird man sehen. Wir haben aber viel Qualität im Kader und wenn wir weiter hart arbeiten, haben wir eine sehr gute Chance, das Ziel erreichen zu können.

Traum ist die Bundesliga

SPORT1: Sie spielen jetzt beim Aufsteiger Hansa Rostock. Was erwarten Sie für ein Spiel?

Bülter: Ich freue mich auf das Spiel, zumal ich noch nie in diesem Stadion gespielt habe. Die Stimmung ist bestimmt richtig geil. Das müssen wir annehmen, weil Rostock eine Mannschaft ist, die kämpfen kann und die dazwischenhaut. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, Fußball zu spielen. Wir wollen schließlich drei Punkte holen.

SPORT1: Mit Danny Latza und Victor Pálsson fehlen zwei Führungsspieler. Wie schwer wird es, die Ausfälle zu kompensieren?

Bülter: Natürlich werden uns beide fehlen. Wir können aber zeigen, was für eine gute Mannschaft wir haben, wenn wir das kompensieren können. Ich bin optimistisch, dass wir eine gute Lösung finden können.

SPORT1: Haben Sie sich schon einmal vorgestellt, was hier auf Schalke los ist, wenn es mit dem Aufstieg klappt?

Bülter: Da mache ich mir schon ab und zu Gedanken drüber. Man sieht , was hier los ist, wenn nur 25.000 Zuschauer im Stadion sind. Ich kann mir kaum ausmalen, was hier los wäre, wenn wir den Aufstieg schaffen. Das würde den Menschen hier und dem Verein so viel bedeuten. Das ist eine große Motivation für uns, dieses Ziel zu erreichen.

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