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Wie schütze ich mein Kind gegen Omikron? Das müsst ihr zur Kinder-Corona-Impfung wissen

·Lesedauer: 6 Min.
Kinder-Impfung: Das müsst ihr vorher wissen.
Kinder-Impfung: Das müsst ihr vorher wissen.

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland erreichen Höchstwerte. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag erstmals über 200.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Gleichzeitig stagniert die Impfquote.

Gerade viele Kinder und Jugendliche sind noch nicht immunisiert. Von den 4,5 Millionen Kindern und Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren sind 58,1 Prozent vollständig geimpft. Bei den Kindern ab fünf Jahren sind es gerade einmal acht Prozent. Viele Eltern sind verunsichert, ob sie ihre Kinder impfen lassen sollen. Wir verraten euch, was ihr über die Kinder-Impfung gegen Corona wissen müsst.

Gibt es eine Impfpflicht für Kinder?

In Deutschland gibt es keine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus. Das gilt für Erwachsene gleichermaßen wie für Kinder und Jugendliche. Auch bei den zurzeit im Gespräch befindlichen Vorschlägen für eine allgemeine Impfpflicht gibt es keinen, der Kinder und Jugendliche mit einbezieht. Eltern können daher gemeinsam mit ihrem Kind frei entscheiden, ob sie es impfen lassen wollen. Ein Gespräch mit der zuständigen Ärztin oder Arzt ist vor einer geplanten Impfung immer ratsam.

Kinder-Impfung ab zwölf Jahren: Was gilt?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt allen Kindern und Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren eine Corona-Impfung mit dem mRNA-Vakzin von Biontech. Der Impfstoff von Moderna wird dagegen seit November 2021 von der Stiko nur noch für Personen über 30 Jahren empfohlen. Denn aktuelle Daten weisen ein leicht erhöhtes Risiko auf eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung nach einer Impfung mit dem Moderna-Impfstoff bei jüngeren Personen auf als bei dem Vakzin von Biontech.

Kinder-Impfung unter ab fünf Jahren: Was gilt?

Zusätzlich empfiehlt die Stiko für Kinder ab fünf Jahren eine Impfung, wenn es Vorerkrankungen gibt, die das Risiko eines schweren Covid-Verlaufs erhöhen. Auch Kindern, "in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren Covid-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz nach Impfung besteht", wird die Corona-Impfung empfohlen.

Welche Nebenwirkungen können bei Kindern auftreten?

Auch bei Kindern und Jugendlichen können die typischen Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Trägheit und Fieber auftreten. Nach wenigen Tagen klingen die Nebenwirkungen in den meisten Fällen jedoch folgenlos wieder ab. Bei den Zwölf- bis 15-Jährigen treten ähnliche Beschwerden auf wie bei den 16- bis 25-Jährigen.

Zu den Nebenwirkungen bei Kindern unter zwölf Jahren schreibt das Bundesgesundheitsministerium: „Bisher sind beim Corona-Impfstoff von Biontech für Kinder zwischen fünf und elf Jahren keine schweren Nebenwirkungen bekannt. In der Zulassungsstudie hatten viele Kinder ein bis zwei Tage lang vorübergehende Impfreaktionen, besonders nach der zweiten Spritze. Häufig waren das Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Einige hatten rund um die Einstichstelle auch eine Rötung oder Schwellung. Außerdem bekamen einige Kinder Fieber, Durchfall, Schüttelfrost sowie Muskel- und Gelenkschmerzen.“ Das Paul-Ehrlich-Institut berichtete ausführlich über einzelne gemeldete Fälle schwerer Nebenwirkungen, die sich aber nicht eindeutig einer Impfung hätten zuordnen lassen können.

Wie häufig treten Herzmuskelentzündungen nach einer Kinder-Impfung auf?

Seltene Fälle von Herzmuskelentzündungen traten dem Gesundheitsministerium zufolge bei Jungen und Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren hauptsächlich 14 Tage nach der zweiten Impfdosis auf. Bei den Jungen lag die Anzahl mit circa 4,81 Fällen bei 100.000 Impfungen höher als bei den Mädchen mit 0,49 Fällen bei 100.000 Impfungen. Der Verlauf ist dabei unter stationärer Behandlung meist mild. Das Risiko einer Herzmuskelerkrankung ist zudem nach einer Covid-19-Infektion höher als nach einer Impfung.

Eine US-Studie zeigt zudem, dass die Corona-Impfung von Biontech bei Kindern kaum schwere Nebenwirkungen auslöst. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat die Daten von 8,7 Millionen Impfungen mit dem mRNA-Impfstoff für Kinder ausgewertet und dabei lediglich zwölf Fälle von Herzmuskelentzündungen erfasst. Keines dieser zwölf Kinder musste ins Krankenhaus.

Wo kann ich mein Kind gegen Corona impfen lassen?

Das Gesundheitsministerium verspricht ausreichend Impfstoff für die jüngeren Altersgruppen. Eltern können daher einen Impftermin bei den niedergelassenen Kinder-, Jugend- oder Hausärzten vereinbaren. Eine Impfung ist jedoch auch im Impfzentrum oder bei lokalen Impfaktionen möglich. Eltern können sich hier vorher auf den Informationsseiten oder bei den Kommunen über entsprechende Angebote informieren.

Beim Impftermin solltet ihr immer folgendes bereithalten:

  • den Personal- oder Kinderausweis des Kindes

  • den Impfpass des Kindes (oder eine Ersatzbescheinigung)

  • eine Schutzmaske

Ihr solltet euch zudem über die Krankheitsgeschichte eures Kindes informieren, um mit dem Arzt über mögliche Risiken zu sprechen. Verimpft wird bei Kindern und Jugendlichen zweimal das mRNA-Vakzin von Biontech im Abstand von drei bis sechs Wochen. Die Spritze wird im Oberarm verabreicht. Der vollständige Impfschutz ist in der Regel 14 Tage nach der zweiten Dosis erreicht. Die Impfung ist für alle kostenlos.

Kann mein Kind nach der Impfung Sport machen?

Um Nebenwirkungen zu vermeiden, wird empfohlen, sich für einige Tage oder bis zu eine Woche nach der Impfung zu schonen. Starke Anstrengungen und Sport sollten daher vermieden werden. Geringere Belastungen sind jedoch auch schon nach wenigen Tagen wieder möglich. Wichtig ist es, auf den Zustand des Kindes zu achten und dementsprechend Maßnahmen zu treffen.

Wer haftet bei gesundheitlichen Schäden durch die Kinder-Impfung?

Auf diese Frage gibt es eine kurze Antwort: der Staat. Das wird laut dem Infektionsschutzgesetz so geregelt. Auf alle gesundheitlichen Schäden infolge einer Corona-Impfung mit einem zugelassenen Vakzin besteht demnach bundeseinheitlich ein Anspruch auf Entschädigung. Der Anspruch ist dabei unabhängig von den öffentlichen Empfehlungen der Landesbehörden. Die Corona-Impfung stellt damit einen Sonderfall dar. Eine entsprechende Änderung im Infektionsschutzgesetz wurde Ende 2020 vorgenommen.

Das heißt: Wer sein unter zwölfjähriges Kind entgegen der Stiko-Empfehlung geimpft hat, obwohl keine Vorerkrankung oder Sonstiges vorliegt, hat bei Impfschäden trotzdem einen Anspruch auf Entschädigung. Die Staatshaftung greift jedoch nicht bei Off-Label-Impfungen – also bei Impfungen unter fünf Jahren. Für diese Altersgruppe wurde noch kein Vakzin zugelassen.

Wann spricht man bei Kindern von Impfschäden?

Es wird dann von einem Impfschaden gesprochen, wenn die Folgen über die üblichen Impfreaktionen hinausgehen. Vorübergehende Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen oder Fieber zählen daher nicht zu den Impfschäden. Ob ein Impfschaden vorliegt, muss immer im Einzelfall geklärt werden. Zuständig sind hierfür die Versorgungsämter in den Bundesländern.

Da vorübergehende Gesundheitsbeschwerden dem Bundesversorgungsgesetz zufolge nicht berücksichtigt werden, müssen in der Regel zwischen Impfung und Beurteilung mindestens sechs Monate liegen. Es spielt dabei jedoch keine Rolle, ob die Beschwerden als mögliche Nebenwirkungen bereits vorher bekannt waren. Ihr verliert auch keinen Anspruch, wenn euch ein Arzt aufgeklärt hat und der Impfung eingewilligt wurde.

Ärzte haften dagegen dann, wenn sie bei der Impfung einen eindeutigen Fehler begangen haben. Dazu gehört zum Beispiel die falsche Dosierung oder eine falsche Einstichstelle. Wer jedoch fachgerecht geimpft hat, über die Nebenwirkungen und Schäden aufgeklärt hat und über eine Einwilligung des Patienten verfügt, muss keine Haftung fürchten.

Wann empfiehlt die Stiko eine Covid-19-Booster-Impfung für Kinder und Jugendliche?

Die Stiko empfiehlt allen Kindern zwischen zwölf und siebzehn Jahren eine Auffrischungsimpfung mit dem Vakzin von Biontech. Für alle jüngeren Kinder wurde noch keine Empfehlung ausgesprochen. Hier sollten Eltern individuell mit dem jeweiligen Arzt entscheiden, ob eine Booster-Impfung beim Kind vorgenommen werden sollte.

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