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Er saust schon getarnt und autonom in München und Hamburg herum: Der knuffige E-Bulli ist VWs Hoffnungsträger 2022

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Der VW ID Buzz als autonome Version auf Testfahrt in München.
Der VW ID Buzz als autonome Version auf Testfahrt in München.

Er ist noch nicht offiziell auf dem Markt, aber saust bereits durch deutsche Städte. Die Rede ist vom VW ID Buzz, dem elektrifizieren Retro-Bulli. Das kultige Original, der VW T1, ist bei Campern und Großstadt-Hipstern beliebt. 2022 soll die elektrische Version auf den Markt kommen. Mit einer Besonderheit: Der ID Buzz soll ab 2025 vollautonom fahren. Ein Grund, warum das Modell in den Medien bereits als "Aushängeschild für Volkswagen" (Handelsblatt) und "die wichtigste Produktneuheit" (InsideEVs) gehandelt wird.

Am Freitag verkündete VW-Chef Herbert Diess nun das offizielle Enthüllungsdatum: Am 9. März soll der Hoffnungsträger - oder "die Legende", wie Diess schreibt - vorgestellt werden.

Und auch VW-Markenchef Brandstätter findet auf LinkedIn warme Worte: "Ich finde: Der ID.BUZZ ist definitiv das emotionalste unserer E-Modelle. Schon diese Skizzen zeigen, hier arbeiten Menschen, die Autos lieben! Und das ist auch ganz wichtig. Denn: Wir wollen Volkswagen zur begehrenswertesten Marke für nachhaltige Mobilität machen. Der ID.BUZZ verkörpert das wie kaum ein anderes Modell. Bei ihm stimmt einfach alles – Design, Technologie, Spaß."

In diesen deutschen Städten fährt er schon

Wer ihn schon früher – wenn auch mit einer Folie getarnt - im Einsatz sehen will, sollte in Hamburg und München die Augen offen halten. Denn dort befinden sich die Test-Strecken für die autonome Version. Ausgestattet ist der E-Bulli mit auffälligen Lidar-Sensoren und Kameras. VW arbeitet dabei mit dem amerikanischen Startup Argo AI zusammen, das sich auf das autonome Fahren spezialisiert hat. Noch ganz ohne Menschen fahren die Busse aber nicht. Zwei Test-Spezialisten sitzen im Fahrzeug, wie ein Sprecher von Argo AI auf Anfrage von Business Insider schreibt. "Der Spezialist auf dem Fahrersitz überwacht die Straße und kann bei Bedarf die Kontrolle über das Fahren übernehmen, während der Spezialist auf dem Beifahrersitz die Leistung des selbstfahrenden Systems auf einem Laptop überwacht. Die beiden kommunizieren miteinander, um Informationen auszutauschen und einen sicheren Betrieb auf der Straße zu gewährleisten", so der Sprecher. Die derzeitige Test-Flotte besteht aus 5 VW ID Buzz.

"Im Moment konzentrieren wir uns auf Tests in München und Hamburg, aber Sie können davon ausgehen, dass wir in Zukunft auf jeden Fall in weitere Städte expandieren werden", so der Sprecher weiter. In den USA sei das Unternehmen ähnlich vorgegangen und nach Tests in Pittsburgh und Detroit nun auch in Miami, Austin, Washington D.C. und Palo Alto mit autonomen Fahrzeugen unterwegs.

Sollte alles gutgehen, wäre der Van das erste Modell aus dem VW-Konzern, das ohne Fahrer auskommt. Im ersten Schritt werden in den ausgewählten Stadtteilen die nötigen Daten gesammelt, später wird das System auf Herz und Nieren getestet. In der Zukunft könnten vor allem Unternehmen, Fahr- und Kurierdienste von den Robotaxis profitieren. Derzeit testet die VW-konzerneigene Ride-Tochter Moia die Mini-Busse als Sammeltaxis - noch mit Fahrer.

Noch mit einer Tarnfolie bedeckt, fährt der ID Buzz durch München.
Noch mit einer Tarnfolie bedeckt, fährt der ID Buzz durch München.

Eigentlich auch gar keine so schlechte Werbung für den VW ID Buzz, wenn der eine oder andere potenzielle Käufer ihn schon durch die Straßen fahren sieht. Die Wiedergeburt des Ur-Bullis wird preislich voraussichtlich bei etwa 40.000 Euro starten und nutzt wie die anderen Elektro-VW die MEB-Plattform. Das heißt, dass Reichweiten von bis zu 550 Kilometern möglich sind. Der ID.Buzz verfügt ebenfalls nur über ein 400 Volt-Bordnetz, deshalb fallen die Ladezeiten nur durchschnittlich aus. Die Basisversion dürfte einen reinen Heckantrieb bekommen, während die gehobenen Varianten voraussichtlich einen zweiten Motor an der Vorderachse und somit einen Allradantrieb erhalten.

Doch nicht nur knuffig aussehen und elektrisch fahren, auch praktisch soll das neue Fahrzeug sein. VW plant nämlich auch einen ID Buzz California, der ab Werk über einen Camping-Aufbau verfügt. Des Weiteren soll es eine Nutzfahrzeugvariante geben.

sr

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