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Saugroboter im Test

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
(Bild: Stiftung Warentest)
(Bild: Stiftung Warentest)


Saubere Böden wie von Zauberhand – das versprechen Saugroboter. Die kleinen Haushaltshelfer gehen in der Wohnung ganz von allein auf die Jagd nach Wollmäusen, Flusen und Krümeln. Wie gut sie diesen Job erledigen und ob sie sich mit herkömmlichen Staubsaugern messen können, hat Stiftung Warentest untersucht. Ergebnis: Nur einer von sechs reinigt „gut“.

Saugroboter übernehmen das Reinigen von Böden in der Wohnung völlig selbstständig. Aber machen sie ihre Arbeit auch gut? Stiftung Warentest hat sechs Modelle eingehend untersucht. Im Test wurde nicht nur geprüft, wie gut die Geräte reinigen, sondern auch wie sie herumliegende Kabel und flache Teppichkanten meistern. Die Geräte mussten zudem zeigen, wie sie in einem Parcours aus Stuhl- und Tischbeinen zurechtkommen und ob sie auch die Ecken ausreichend reinigen.

Um die Saugleistung exakt zu messen, wurden die Roboter im Labor auf Führungsschienen montiert. So fuhren sie nur noch vorwärts über immer dieselbe Teppich- oder Hartbodenstrecke. Die Messungen ergaben, dass selbst die besten kleinen Sauger nicht mit guten Bodenstaubsaugern mithalten können. „Ihnen fehlt es, bedingt durch ihre kleine Bauart, an Saugkraft. Wir bewerten sie nicht nach den strengen Maßstäben für Staubsauger, sondern als eigenständige Produktgruppe“, so die Experten im Testbericht.

Auch in einem Versuchsraum mussten die automatischen Helfer ihr Können unter Beweis stellen. Für die Fläche von 20 Quadratmetern brauchten die meisten Sauger etwa 30 Minuten. Einige hatten Probleme bei schummrigem Licht oder bei Dunkelheit. Die eingebauten Kameras konnten dann nicht mehr alle Flächen erkennen.

Die Besten
Von den sechs getesteten Staubsaugern reinigte nur einer „gut“: Der „Vorwerk Kobold VR200“ für 725 Euro leistete die beste Arbeit. Zwar saugte der Zweitplatzierte „iRobot Roomba 980“ (980 Euro) noch besser Fasern auf, kam aber mit Ecken und Kanten nicht „gut“ zurecht. Das konnte nur das Modell von Vorwerk. Der Kobold reinigte die Ecken auf Teppich „gut“ und auf Hartböden sogar „sehr gut“ – dafür gab es den Testsieg.

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Drei Geräte bekamen das Testurteil „Befriedigend“, zwei bewertete Stiftung Warentest nur mit „Ausreichend“: Das mit 360 Euro günstigere Schwestermodell des Zweitplatzierten, der „iRobot Roomba 616“ konnte bei der Reinigungsleistung nicht überzeugen. Der „Miele Scout RX1 Red“ für 525 Euro schnitt beim Reinigen noch schlechter ab und kassierte dafür ein „Mangelhaft“.

Leise ist keiner
Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Saugroboter anzuschaffen, sollte auch bedenken, dass die kleinen Helfer zwar automatisch reinigen, aber ihre Arbeit nicht leise machen. „Sie verrichten ihren Job zwar leiser als so mancher Staubsauger, surren dafür aber durchgängig. In Muße ein Buch lesen, ungestört fern sehen oder sich in Ruhe unterhalten ist daneben kaum möglich“, so die Experten im Testbericht. Aber immerhin lässt sich bei den meisten Saugrobotern ein Zeitplan programmieren, so dass sie möglichst dann ihre Arbeit machen, wenn niemand zu Hause ist.

Den vollständigen Testbericht von Stiftung Warentest zum Thema „Saugroboter“ finden Sie hier (kostenpflichtig).