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SAP will Ergebnis nach Rückgang wieder steigern

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Walldorf (dapd). Zwei Milliardenübernahmen haben das Geschäftsjahr von Europas größtem Softwarekonzern SAP bestimmt: Der DAX-Konzern hatte die beiden Cloudspezialisten SuccessFactors und Ariba für mehrere Milliarden Euro übernommen. Die Umsätze stiegen auch dadurch auf einen Rekordwert. Doch das Ergebnis und die Liquidität haben gelitten. Das soll sich 2013 ändern. "Wir sind zuversichtlich, dass wir unser zweistelliges Wachstum 2013 fortsetzen und unsere Profitabilität weiter verbessern können", sagte Finanzvorstand Werner Brandt am Mittwoch in Walldorf.

Das Nachsteuerergebnis ging im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zurück. Bereits in der vergangenen Woche hatte SAP (NYSE: SAP - Nachrichten) überraschend seine anderen Kennzahlen für 2012 mitgeteilt und dabei einen Umsatz von 16,2 Milliarden Euro vermeldet. Ebenso wie das Nachsteuerergebnis lag aber auch das Betriebsergebnis demnach unter dem Vorjahreswert. SAP begründete das unter anderem mit fortgesetzten Investitionen sowie dem Ausbau der Vertriebsaktivitäten.

Nach der vorgezogenen Veröffentlichung der Zahlen reagierten die Anleger enttäuscht und schickten die SAP-Aktie auf Talfahrt. Am Mittwoch zeigte sich die Börse versöhnt. Die Aktie kletterte bis zum Mittag um 2,6 Prozent.

"Wir schlagen uns klar besser als der Markt"

Der Konzern feierte trotz des Ergebnisrückgangs das vergangene Jahr, nicht nur wegen des 40. Geburtstags des Unternehmens. "Unser Unternehmen ist in guter Verfassung", sagte Vorstandssprecher Bill McDermott. "Wir schlagen uns klar besser als der Markt und unsere Wettbewerber." Die Erlöse mit dem Kerngeschäft, der Software (Xetra: 330400 - Nachrichten) und den softwarebezogenen Services kletterten im zwölften Quartal in Folge zweistellig.

Zusätzlich zum Kerngeschäft sollen insbesondere die Zukäufe von SuccessFactors und Ariba das weitere Wachstum tragen. Für den Anbieter von Online-Handelsnetzwerken Ariba legte SAP etwa 3,3 Milliarden Euro auf den Tisch, SuccessFactors kostete etwa 2,6 Milliarden Euro. Das wirkte sich zwar auf den Gewinn aus. Aber: "Wir sind ein wichtiger Spieler im Cloudmarkt geworden", betonte Co-Vorstandsprecher Jim Hagemann Snabe.

Cloudgeschäft auf dem Weg zur Profitabilität

Das Cloudgeschäft erzielte im vergangenen Jahr Erlöse in Höhe von 456 Millionen Euro. Ariba wurde allerdings erst im vierten Quartal in der Bilanz berücksichtigt. Rechnet man die Clouderlöse aus dem vierten Quartal auf ein ganzes Jahr hoch, ergibt sich ein Umsatz von 850 Millionen Euro. "Wir sind auf dem Weg zu einem profitablen Cloudgeschäft", sagte Brandt. Bis 2015 will SAP zwei Milliarden Euro in dem Bereich erlösen.

Weiterer Hoffnungsträger ist die Datenbanktechnologie Hana, eine Entwicklung des Hasso-Plattner-Instituts, die Unternehmensmitgründer Hasso Plattner selbst vorangetrieben hat. Sie soll Prozesse um bis zu 1.000 Mal schneller machen. Die 2011 das erste Mal eingeführte Technik trug 2012 mit 392 Millionen Euro zum Umsatz bei.

"Unsere Wachstumsdynamik hält weiter an, und wir sind sehr gut aufgestellt, um unsere Ziele für das Jahr 2015 zu erreichen", sagten McDermott und Snabe. Bis dahin will SAP einen Gesamtumsatz von 20 Milliarden Euro erzielen.

dapd