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SAP-Aktie: Insider kaufen für 250 Millionen Euro. Sollte man jetzt folgen?

Frank Seehawer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.

Deutschlands größter Softwarekonzern SAP-Aktie (WKN: 716460) verkündete am 25. Oktober in einer Ad-hoc-Meldung eine Aktualisierung des Ausblicks für 2020 sowie der mittelfristigen Zielsetzungen. Was sich so auf dem ersten Blick relativ nüchtern liest, war für Investoren ein unerwarteter Schock. Warum?

Die neue Prognose für 2021

Für das Gesamtjahr 2020 erwartet das SAP-Management nun Clouderlöse in einer Spanne zwischen 8,0 und 8,2 Mrd. Euro. Zuvor ging man hier von einem Wert zwischen 8,3 und 8,7 Mrd. Euro aus. Prinzipiell ist dies kein großer Rückschritt. Bedenkt man jedoch, dass es sich hier um den Wachstumstreiber des Unternehmens handelt, so ist dies eine große Enttäuschung für Investoren, die höhere Wachstumsaussichten erwartet hatten.

Weiter sollen sich die gesamten Cloud- und Softwareerlöse in einer Spanne zwischen 23,1 und 23,6 Mrd. Euro belaufen. Gegenüber der vorherigen Prognose, die einen Wert zwischen 23,4 und 24,0 Mrd. Euro annahm, wurde auch dieser Prognosewert nur geringfügig nach unten angepasst.

Ein Blick auf die neue Prognose des Betriebsergebnisses für das Geschäftsjahr 2020 vermittelt ein ähnliches Bild. Erwartet wird hier ein Betriebsergebnis in einer Spanne zwischen 8,1 und 8,5 Mrd. Euro. Der Wert liegt damit nahezu unverändert gegenüber der vorherigen Prognose von 8,1 bis 8,7 Mrd. Euro.

Allein die Prognoseanpassung für das laufende Jahr ist aus meiner Sicht nicht für das Kurs-Massaker verantwortlich. Schauen wir uns nun einmal die aktualisierten mittelfristigen Zielsetzungen an.

Korrektur an der mittelfristigen Zielsetzung

Erwartet wird hier, dass sich die Covid-19-Pandemie mindestens bis zur ersten Jahreshälfte 2021 auf die Nachfrage drücken wird. Die bisherigen Zielsetzungen für zentrale Kennzahlen müssten so um ein bis zwei Jahre verschoben werden.

Ein weiterer schwerwiegender Punkt ist auf den schnelleren Umstieg von Kunden in die Cloud sowie die anschließende Transformation ihrer Unternehmen zurückzuführen. Dies sollte vier bis fünf Prozentpunkte der operativen Marge im Jahr 2023 kosten.

Zusätzliche Investitionen in den Jahren 2021 und 2022 sollten zudem das Cloud-Geschäft belasten. Weiter wird der stärkere Umstieg von Kunden in die Cloud dazu führen, dass SAP weniger Softwarelizenzen verkaufen wird. SAP bereitete Investoren schon jetzt darauf vor, dass diese gegenüber dem Niveau von 2020 niedriger ausfallen werden.

Ausverkauf eine gute Gelegenheit für langfristige Investoren?

Die Ad-hoc-Meldung der SAP-Aktie schlug ein wie eine Bombe und zog den Aktienkurs von 124,90 Euro (Schlusskurs am 23.10.2020) auf 97,50 Euro (Schlusskurs am 26.10.2020) nach unten, was einem Kurseinbruch von 21,9 % entsprach. In den folgenden Handelstagen verlor die SAP-Aktie weitere Prozente und schloss die Handelswoche mit einem Aktienkurs von 91,49 Euro ab.

Hasso Plattner kauft SAP-Aktien im Wert von 250 Millionen Euro

Spannend finde ich in diesem Zusammenhang die Kauf-Aktivitäten von Insidern. Sie kauften nämlich nach dem Kurssturz Aktien des Softwareunternehmens. Der größte Insiderkauf war auf Hasso Plattner, dem Mitgründer des Unternehmens, zurückzuführen. Er erwarb SAP-Aktien im Wert von fast 250 Mio. Euro. Weiter gab es Meldungen zu Insiderkäufen von den Vorständen Christian Klein sowie Luca Mucic.

SAP-Aktie nach Ausverkauf günstig?

Die Frage, ob die SAP-Aktie günstig ist, ist auch immer eine Frage nach dem zukünftigen Wachstum des Unternehmens. Hier gab es zuletzt deutliche Rückschläge, was auf hausgemachte Probleme hindeuten kann.

Zwar wuchs der Hoffnungsträger (Cloud-Geschäft) währungsbereinigt um 10 %, die gesamten Umsatzerlöse sanken jedoch um 4 % im dritten Quartal 2020. Auch beim Betriebsergebnis ging es um ein Prozent nach unten.

Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis der SAP-Aktie beläuft sich nach Berechnungen von Bloomberg nun auf 23, während das Kurs-Umsatz-Verhältnis einen Wert von fast vier erreicht. Damit ist die Aktie bei einem schwachen Wachstum alles andere als günstig.

Im Verhältnis zu anderen Wachstumsunternehmen, wie zum Beispiel Salesforce (WKN: A0B87V), könnte die SAP-Aktie wiederum günstig erscheinen. Diese Unternehmen verfügen aber auch über ein deutlich höheres Wachstum als SAP. Am Ende könnte der Bewertungsabschlag vielleicht einen Ausdruck des Risikos darstellen.

Ein Wermutstropfen bleibt aber: Sollte das Cloud-Geschäft zukünftig deutlicher zulegen und auf den Gesamtkonzern stärker abfärben, so könnte auch die SAP-Aktie wieder vor einer Neubewertung stehen.

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Frank Seehawer besitzt Aktien von SAP und Salesforce. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Salesforce.com.

Motley Fool Deutschland 2020