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RWE und Eon – Gute Aussichten für Energie-Aktien

Das zu Ende gehende Jahrzehnt war für die Energiekonzerne schwierig. Doch die Dax-Firmen und ihre Anleger können optimistisch nach vorn blicken.

Die großen Energiekonzerne setzen allmählich auf umweltfreundliche Stromerzeugung. Foto: dpa

Aktionäre von Energiewerten werden die zu Ende gehenden 10er-Jahre schnell vergessen wollen – hat ihnen doch die Zeit ab 2010 einiges abverlangt.

Zur Erinnerung: Bis dahin galten die Papiere von Branchengrößen wie Eon und RWE als so verlässlich, dass sich damit auch für die Altersvorsorge ansparen ließ. Die Kurse machten keine wilden Bewegungen, sondern entwickelten sich konstant. Dazu gab es beinahe traditionell eine auskömmliche Dividende.

Das änderte sich ab 2011 schlagartig, als in Japan ein schweres Erdbeben zur Reaktorkatastrophe von Fukushima führte und die Bundesregierung in Deutschland die Energiewende einleitete. Plötzlich galten die Energieunternehmen als Gefahr, die zudem die Umwelt schwer belasteten. Lange taten sich die Energiewerte schwer, sich auf die Veränderungen einzustellen.

Die Zeiten haben sich geändert. Zum einen, weil die Konzerne verstanden haben, dass sie selbst ihr Geschäftsmodell ändern müssen. Weg von Kohle und Atomkraft, hin zu umweltfreundlicheren Alternativen rund um Sonne, Wind und Wasserkraft. Dieser Prozess ist noch im vollen Gange.

Und auch die Anleger wenden sich wieder vermehrt den lange gemiedenen Energiewerten zu. RWE gehört mit einem Plus von mehr als 35 Prozent in diesem Jahr zu den Dax-Konzernen mit der besten Entwicklung überhaupt. Bei Eon bewegt sich das Kursplus noch im einstelligen Bereich, aber auch hier sind positive Tendenzen erkennbar.

Zu Wochenbeginn sorgte bei beiden die Einigung von Bund und Ländern beim Klimapaket für nochmaligen Schwung. Demnach sollen höhere Einnahmen durch die geplante CO2-Steuer der Förderung des Ökostroms zugutekommen. Das bringt den Anleger nun deutlich mehr Verlässlichkeit bei Energieaktien.

Beim Blick auf die bald beginnenden 20er-Jahre wird Strom für die Wirtschaft wie für private Haushalte aber ein noch zentraleres Element: Wenn Autos weniger mit Benzin und mehr elektrisch bewegt werden und wenn die Digitalisierung in alle Bereiche des Lebens eingreift, dann ist Strom gefragter denn je. Für Anleger in Energieaktien sind das gute Aussichten.