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Russlands Verlust von Fachkräften bremst die Wirtschaft – sie wird bald kleiner sein als die Indonesiens, sagen Experten

Russlands Präsident Vladimir Putin. - Copyright: Mikhail Klimentyev/Russian Presidential Press and Information Office/TASS]
Russlands Präsident Vladimir Putin. - Copyright: Mikhail Klimentyev/Russian Presidential Press and Information Office/TASS]

Der Ukraine-Krieg hat eine starke Abwanderung von Fachkräften aus Russland ausgelöst – und die Folgen für die Wirtschaft werden deutlich. Seit Wladimir Putins Invasion im Februar 2022 ist die Auswanderung aus Russland stark angestiegen, wobei einige Schätzungen die Zahl der Abwanderer auf eine Million Menschen beziffern. Eine aktuelle Analyse der politischen Plattform "Re: Russia" grenzt die Zahl auf 817.000 - 922.000 ein.

Dies hat zu einem rekordverdächtigen Arbeitskräftemangel beigetragen: 42 Prozent der russischen Industrieunternehmen konnten im Juli nicht genügend Arbeitskräfte finden, im April waren es noch 35 Prozent.

Auch die Zusammensetzung der russischen Abwanderung deutet darauf hin, dass viele der besten und klügsten Köpfe aus dem Land fliehen. Während westliche Sanktionen viele Menschen dazu veranlassten, das Land aus wirtschaftlichen Gründen zu verlassen, flüchteten andere, um dem Militärdienst zu entgehen, was die Zahlen in Richtung jüngerer Russen verschiebt. Der Anteil der Arbeitnehmer unter 35 Jahren an der Erwerbsbevölkerung ist mit weniger als 30 Prozent so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr.

In den USA mehren sich die Zeichen für einen Abschwung der Wirtschaft. Die Frage ist, wie hart die Landung wird.
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Einem Bericht des französischen Instituts für internationale Beziehungen zufolge sind 86 Prizent derjenigen, die Russland verlassen haben, unter 45 Jahre alt. 80 Prozent haben eine Hochschulausbildung. Ein Kreml-Beamter schätzte im vergangenen Jahr, dass bis 2022 mindestens 100.000 IT-Fachleute Russland verlassen werden.

Vier Billionen Rubel ins Ausland überwiesen

Darüber hinaus deuten die Daten darauf hin, dass die geflüchteten Russen deutlich wohlhabender waren als der Durchschnitt, da fast 11,5 Prozent der persönlichen Ersparnisse, die Ende 2021 auf russischen Banken lagen, 2022 ins Ausland transferiert wurden. Das entspricht etwa vier Billionen Rubel (38,5 Milliarden Euro).

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Eine schrumpfende Zahl qualifizierter Fachkräfte ist ein schlechtes Omen für die russische Wirtschaft. Wenn hochqualifizierte Arbeitskräfte abwandern, gehen mit ihnen auch wirtschaftliche Möglichkeiten verloren, was den Lebensstandard in Russland auf das Niveau anderer ehemaliger Sowjetstaaten bringen könnte, so der Atlantic Council in einem Bericht.

Ohne Zuwanderung, die die Arbeitskräftelücke füllen könnte, und in Verbindung mit sinkenden Geburtenraten wird die russische Wirtschaft voraussichtlich schrumpfen. Der Atlantic Council schätzt, dass das russische Bruttoinlandsprodukt (BIP), gemessen an der Kaufkraftparität, im Jahr 2026 hinter das indonesische zurückfallen wird – also fast zwei Jahre früher, als dies der Fall gewesen wäre, wenn Putin den Krieg gegen die Ukraine nicht begonnen hätte.

Die größten Volkswirtschaften der Welt. Aufsteiger China.
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Sicherlich werden auch die westlichen Sanktionen, die Russlands Zugang zu fortschrittlichen Technologien einschränken, das BIP belasten. Mit dem Vergleich mit Indonesien weist der Bericht jedoch auf einen gemeinsamen entscheidenden Faktor hin.

Indonesien könnte Chinas Interesse an Russland schmälern

"Der Abstieg Russlands und der Aufstieg Indonesiens werden jedoch zu einem großen Teil von demselben Faktor angetrieben: den Menschen. Russland leidet unter einer akuten Abwanderung von Fachkräften, während die Zahl der Arbeitskräfte in Indonesien wächst“, schreibt der Rat.

„Vor allem die gebildete Berufsschicht in Indonesien wächst, während die in Russland schrumpft. Dieser Kontrast macht ihren baldigen Tausch auf der Liste der größten Volkswirtschaften der Welt bemerkenswert. Das Zentrum der wirtschaftlichen Schwerkraft der Welt verschiebt sich.

In Indonesien wächst nicht nur die Zahl der Arbeitskräfte, sondern der Zustrom hochqualifizierter Arbeitskräfte hat auch dazu beigetragen, den privaten Konsum im Land anzukurbeln, heißt es weiter.

Infolgedessen wird China auf die wachsende Konsumbereitschaft Indonesiens aufmerksam, und die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern werden sich wahrscheinlich verstärken, so der Rat. Dies könnte die Wachstumsaussichten für Russland, das seit Beginn des Krieges zunehmend vom Handel mit Peking abhängig ist, weiter eintrüben.

"Obwohl Russland im Moment ein wichtiger Exportmarkt für chinesische Hersteller sein mag, da es sich beeilt, die Lücken zu füllen, die der Rückzug westlicher Unternehmen hinterlässt, sind seine langfristigen Wachstumsaussichten bestenfalls stagnierend und eher negativ", so der Bericht.

Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.