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Russland: Mehr Proteste, mehr Verhaftungen

Die Mobilisierung läuft Russlandweit an, auch die Proteste weiten sich aus. In der ostsibirischen Stadt Jakutsk protestierten Hunderte, darunter viele Frauen. Die Demonstrant:Innen führten den traditionellen jakutischen Kreistanz "osuokhai" auf und skandierten "Nein zum Völkermord".

Auch diese Menschenmenge wurde von der Polizei schnell aufgelöst. Der lokale Nachrichtendienst SakhaDay veröffentlichte Aufnahmen, wie viele festgenommen und in Busse verfrachtet wurden.

Das Menschenrechtsportal ovd.info berichtete am Samstagabend aus Moskau von landesweit 747 Festnahmen in insgesamt 32 Städten.

Russisches Verteidugungsministerium meldet Freiwillige

Das russische Verteidigungsministerium hat ein Video veröffentlicht, das die Ankunft sowohl von eingezogenen Wehrfähigen als auch Freiwilligen im Militärbüro in Kaliningrad zeigen soll. Nach Angaben des Ministeriums melden sich auf die angeordnete Teilmobilmachung Reserveoffiziere mit Kampferfahrung aus verschiedenen Kriegen freiwillig.

Ich werde mich nicht verstecken. Sie haben gerufen, also gehen wir.

Russischer Menschrechtsrat kritisiert "Knüppelsystem" bei den Einberufungen

Von offiziellen Stellen mehrt sich die Kritik am Vorgehen des Militärs bei der Teilmobilmachung. Der Chef des Menschenrechtsrats beim russischen Präsidenten forderte Verteidigungsminister Sergej Schoigu auf, das wie er es nannte "Knüppelsystem" vieler Einberufungsstellen zu beenden. Es bekämen ältere, chronisch kranke und Männer ohne Kampferfahrung Einberufungsbefehle.

Laut der russischen Menschenrechtsgruppe OVD-Info fanden die meisten Festnahmen in Moskau und St. Petersburg statt. Die Oppositionsbewegung Vesna und der inhaftierte Alexej Nawalny riefen die Menschen im ganzen Land zu Protesten auf.

Bei vorangegangenen Protesten am Mittwoch wurden mehr als 1.300 Personen festgenommen. Viele der Festgenommenen erhielten sofort einen Einberufungsbefehl.