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Russland geht gegen Yukos-Urteil in den Niederlanden vor

MOSKAU (dpa-AFX) - Russland hat im Dauerstreit mit den Altaktionären des zerschlagenen Ölkonzerns Yukos eine Beschwerde beim höchsten Gericht der Niederlande eingelegt. Die Entscheidung des Berufungsgerichts in Den Haag vom Februar sei gesetzwidrig und nicht gerechtfertigt, teilte das Justizministerium in Moskau am Freitag mit. Das Gericht hatte damals entschieden, dass Russland 50 Milliarden US-Dollar Schadenersatz zahlen muss.

Der Rechtsstreit zieht sich schon seit Jahren hin. 2014 hatte ein internationales Schiedsgericht in Den Haag den Aktionären des einst größten russischen Ölkonzerns Schadenersatz zugesprochen, weil Yukos zu Unrecht enteignet worden sei. Bereits damals war Russland gegen die Entscheidung vorgegangen. Die Altaktionäre hatten dann aber 2020 wieder recht bekommen.

Die russische Justiz argumentierte nun, dass zahlreiche Beweise vernachlässigt worden seien. Zudem sollen unter anderem die Richter von den Klägern getäuscht worden sein.

Schlüsselfigur von Yukos war der beim Kreml in Ungnade gefallene Oligarch Michail Chodorkowski, den Russland wegen Steuerhinterziehung verurteilte. Er war nach fast zehn Jahren Lagerhaft 2013 begnadigt worden und lebt seitdem im Ausland.