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Russland droht mit dem Ausstieg aus der ISS und plant eine eigene Raumstation

Marianne Guenot
·Lesedauer: 2 Min.
Die Raumstation ISS.
Die Raumstation ISS.

Die Internationale Raumstation (ISS) wird seit dem Beginn ihres Aufbaus 1998 von 16 Staaten betrieben. Doch bald könnte sich das ändern. Russland hegt Ambitionen, bis 2030 die erste eigene nationale Raumstation seit dem kontrollierten Absturz der Mir 2001 zu errichten und droht mit dem Ausstieg aus der ISS.

Der stellvertretende russische Premierminister Juri Borissow sprach in einem Interview mit dem staatlichen Fernsehen einen möglichen Ausstieg Russlands aus der ISS-Mission an. Das Gespräch wurde von der russischen Nachrichtenagentur "TASS Newswire" auf Englisch veröffentlicht. Borissow stellte klar, dass ein Austritt keine beschlossene Sache ist, jedoch in Erwägung gezogen wird. Das Land sei mit dem aktuellen Zustand der ISS nicht zufrieden.

Wenige Tage nach dem Gespräch stellte Dmitri Rogosin, Leiter der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos, eine unabhängige russische Raumstation in Aussicht, die nach Informationen von "Guardian" und "Financial Times" bis 2030 in Betrieb genommen werden soll. Ein erstes Basismodul für die geplante Raumstation könnte demnach schon 2025 fertig sein, teilte Roskosmos mit. Der russische Raketenhersteller RKK Energija wurde bereits mit dem Auftrag versehen, das Modul in den Orbit zu bringen.

Kooperation mit den USA bröckelt

Die Raumfahrtagentur wartet demnach auf die endgültige Genehmigung durch Präsident Wladimir Putin, um fortzufahren. Aus Russland kamen zuletzt immer wieder unterschiedliche Aussagen zu den eigenen Raumfahrtplänen. Raumfahrtagenturen wie die Esa, NASA, aber auch Roskosmos wollen sich eigentlich bis mindestens 2024 an der ISS beteiligen. In Russland gab es sogar die Überlegung, bis 2030 an dem Projekt festzuhalten.

Auch innerhalb der russischen Raumfahrtagentur scheint man sich über den Ausstieg bei der ISS uneinig zu sein. Der russische Kosmonaut Sergei Ryzhikov, der am 17. April von der ISS auf die Erde zurückkehrte, sagte in einem Gespräch mit "TASS", es gebe keinen Grund, die Mission zu verlassen.

Dass die ISS nicht ewig weiter betrieben werden kann, ist allen beteiligten Staaten klar. Die Ingenieure haben die Lebenserwartung der Station zu Beginn nur auf 15 Jahre geschätzt. Allmählich zeigen sich die Altersspuren. Immer öfter treten Komplikationen wie kaputte Toiletten oder Luftlecks auf.

Sollte Russland tatsächlich aus der Mission austreten, würde dies ein Ende der jahrelangen und friedlichen Kooperation mit den USA auf dem Gebiet der Raumfahrt bedeuten. Russland zog sich erst kürzlich aus einem geplanten Mondstation-Projekt mit der Nasa zurück. Stattdessen wurde ein neuer Vertrag mit China zur Errichtung einer dauerhaften Station auf dem Trabanten beschlossen.

Dieser Artikel wurde von Klemens Handke aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.