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Russland wird seine Devisenverkäufe um 830 Prozent steigern, weil es seine Eurobonds bald zurückzahlen muss

Die russische Zentralbank. - Copyright: Hank5/Getty Images
Die russische Zentralbank. - Copyright: Hank5/Getty Images

Die russische Zentralbank plant, den Verkauf von Fremdwährungen erheblich zu beschleunigen, um die Rückzahlung eines in der nächsten Woche fälligen Eurobonds zu unterstützen. Zwischen dem 14. und 22. September wird die russische Zentralbank täglich Devisen im Wert von 21,4 Milliarden Rubel (etwa 204,48 Millionen Euro) auf dem Inlandsmarkt verkaufen. Das sind 830 Prozent mehr als die geplanten 2,3 Milliarden Rubel (etwa 22 Millionen Euro). Dies entspricht einem Gesamtwert von 150 Milliarden Rubel beziehungsweise etwa 1,43 Milliarden Euro.

Die Devisenanpassung erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem am 16. September ein Eurobond im Wert von drei Milliarden Dollar (etwa 2,8 Milliarden Euro) fällig wird. Die russische Zentralbank teilte am Mittwoch mit, dass die meisten Inhaber der Anleihen Zahlungen in Rubel erhalten werden, räumte aber ein, dass einige von ihnen Zahlungen in Fremdwährungen wünschen könnten.

Russland verpasste bereits eine Zahlungsfrist

Vergangenes Jahr verpasste Russland eine Frist für die Zahlung von 100 Millionen US-Dollar (etwa 93,47 Millionen Euro) an Zinsen für zwei Fremdwährungsanleihen, womit Moskau zum ersten Mal seit der bolschewistischen Revolution vor mehr als einem Jahrhundert mit seinen Auslandsschulden in Verzug geriet. Der Kreml verfügte zwar über das nötige Geld, doch die Sanktionen gegen das Land verhinderten, dass die Zahlungen durch das globale Finanzsystem flossen.

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In der Zwischenzeit erklärte die Zentralbank am Mittwoch auch, dass die Freigabe von Fremdwährungen für die heimischen Märkte ebenfalls zur Beruhigung der Rubelvolatilität beitragen könnte. Der Einmarsch Russlands in der Ukraine hat sich nachteilig auf den Wechselkurs des Rubels ausgewirkt, der derzeit bei etwa 98,1 gegenüber dem Dollar (beziehungsweise 104,96 gegenüber dem Euro) liegt. Die westlichen Sanktionen, der rückläufige Handel und der Wagner-Aufstand im Sommer dieses Jahres haben die Rubel-Nachfrage unter Druck gesetzt.

Russische Zentralbank hob die Zinssätze bereits an

Der Rubel fiel im August auf ein 16-Monats-Tief und durchbrach die Marke von 100 pro Dollar. Als Reaktion darauf hob die russische Zentralbank die Zinssätze von 350 Basispunkten auf zwölf Prozent an und kündigte an, die Devisenkäufe bis zum Ende dieses Jahres einzuschränken. Nach Angaben der „Moscow Times“ kam es in den letzten Wochen zu internen Streitigkeiten zwischen den russischen Finanzbehörden über weitere Interventionen. Während die Gouverneurin der Zentralbank, Elvira Nabiullina, dagegen ist, hat Finanzminister Anton Siluanov restriktivere Kapitalkontrollen gefordert.

In der Zwischenzeit könnte Russland dazu übergehen, alle staatlichen Eurobonds durch Ersatzanleihen zu ersetzen, da es aufgrund der westlichen Sanktionen nicht in der Lage ist, die Schulden zu bedienen. "Es handelt sich nicht um den Ersatz von Eurobonds durch OFZs, sondern um den Ersatz von Eurobonds durch dasselbe Papier mit derselben Struktur, das an eine Fremdwährung gekoppelt ist, aber bei dem alle Zahlungen in Rubel erfolgen", sagte ein Beamter des Finanzministeriums laut der Nachrichtenagentur „Reuters“.

Dieser Artikel wurde von Victoria Niemsch aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.