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Iran macht nach Israel nun auch USA für Anschlag auf Atomforscher verantwortlich

·Lesedauer: 2 Min.
Der getötete Forscher Mohsen Fachrisadeh

Nach massiven Vorwürfen gegen Israel hat der Iran nun auch den USA eine Mitverantwortung an dem Attentat auf einen hochrangigen Atomforscher vorgeworfen. Präsident Hassan Ruhani bezeichnete Israel zudem am Samstag als "Söldner" der USA. Das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei rief dazu auf, "die Täter und Verantwortlichen zu bestrafen". Ex-CIA-Chef John Brennan verurteilte die Tötung des prominenten Wissenschaftlers Mohsen Fachrisadeh als "kriminellen Akt".

Fachrisadeh war am Freitag bei einem gezielten Anschlag in der Nähe von Teheran getötet worden. Ruhani beschuldigte Israel, mit dem Attentat "Chaos" schüren zu wollen. Die "globale Arroganz" - eine Bezeichnung des Irans für die Vereinigten Staaten - sei mit Israel "als Söldner" für den Tod Fachrisadehs verantwortlich, erklärte Ruhani am Samstag auf seiner offiziellen Webseite. Wieder einmal seien ihre "rücksichtslosen Hände mit dem Blut eines Sohnes dieser Nation befleckt".

Chamenei erklärte auf seiner Webseite, die wissenschaftlichen Bemühungen des "Märtyrers" Fachrisadeh würden in allen Bereichen fortgesetzt. Bei dem 59-Jährigen handelte es sich um den Leiter der Forschungs- und Innovationsabteilung des iranischen Verteidigungsministeriums.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu nannte den Wissenschaftler einst den Vater des iranischen Atomprogramms. Die USA verhängten 2008 Sanktionen gegen Fachrisadeh wegen "Aktivitäten und Transaktionen, die zur Entwicklung des iranischen Atomprogramms beigetragen haben".

Neben Chamenei und Ruhani hatte bereits am Freitag der Außenminister der Islamischen Republik, Mohammed Dschawad Sarif, dem Erzfeind Israel eine Mitverantwortung an dem Tod von Fachrisadeh gegeben.

Die "New York Times" berichtete, ein US-Beamter und zwei weitere Geheimdienstmitarbeiter hätten bestätigt, dass Israel hinter dem Angriff stehe. Sie nannten demnach keine weiteren Details.

Der frühere CIA-Chef Brennan verurteilte das Attentat scharf. Es handele sich dabei um einen "kriminellen Akt und ein höchst rücksichtsloses" Vorgehen, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

"Ich weiß nicht, ob eine ausländische Regierung die Ermordung Fachrisadehs angeordnet oder ausgeführt hat", schrieb Brennan mit Blick auf die Vorwürfe der iranischen Regierung. "Ein solcher Akt von staatlich gefördertem Terrorismus wäre eine eklatante Verletzung des Völkerrechts." Fachrisadeh sei nicht auf Terrorlisten geführt worden, betonte Brennan. Wer auf solchen Listen geführt werde, sei ein legitimes Ziel tödlicher Anschläge.

In den vergangenen Jahren sind bereits mehrere Atomwissenschaftler im Iran getötet worden. Die Islamische Republik machte Israel für alle Tötungen verantwortlich. Israel, Teherans Erzfeind, vermutet hinter Irans Atomprogramm seit jeher den Versuch der militärischen Aufrüstung. Teheran beharrt darauf, dass sein Programm allein friedlichen Zwecken diene.

Mit dem 2015 geschlossenen internationalen Abkommen über das iranische Atomprogramm sollte sichergestellt werden, dass der Iran nicht die Fähigkeiten zum Bau einer Atombombe erlangt. Unter US-Präsident Trump traten die USA jedoch 2018 einseitig aus dem Abkommen aus und übte eine Politik des "maximalen Drucks" aus. Unter dem neugewählten Präsidenten Joe Biden hofft der Iran wieder auf Annäherung.

mkü/jes