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Royal Dutch Shell: Nur wenige Monate Unsicherheit?! (Das ist wichtig für die Dividende!)

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Die Aktien von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) und Co. können sich auch nach dem Ölpreisschock vom Anfang dieser Woche noch nicht so recht beruhigen. Zur Mitte der Woche korrigierten die Anteilsscheine weiterhin moderat. Auf dem derzeitigen Kursniveau von 15,31 Euro (11.03.2020, maßgeblich für alle Kurse) nähert sich der britisch-niederländische Öl- und Erdgaskonzern einem neuen Tief. Ein Ende in Anbetracht der Ölpreisentwicklungen ist nicht abzusehen.

Apropos Ölpreisentwicklungen: Möglicherweise zeichnen sich hier weitere Veränderungen ab und die aktuelle Marktphase könnte vielleicht bloß kurzfristiger Natur sein. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was Investoren hier wissen müssen. Und warum auch eine Annäherung zwischen Russland und Saudi-Arabien nun doch nicht ausgeschlossen zu sein scheint.

Bereit für Verhandlungen

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ in diesen Tagen berichtet, scheint die russische Politik nun doch gesprächsbereit zu sein, was die aktuellen Ölpreiskapriolen angeht. Zwar werden auch Drohungen ausgesprochen, dass man die eigene Förderung anheben könnte, sofern Saudi-Arabien den Preiskampftango eröffnet, und auch Saudi-Arabien konkretisiert Förderziele von bis zu 12,3 Mio. Barrel pro Tag. Allerdings sind diese Töne durchzogen von versöhnlicheren Aussagen.

So versicherte der russischer Energieminister Alexander Nowak, dass die Türen nicht verschlossen seien und man für Verhandlungen bereitstehe. Die Zusammenarbeit mit der OPEC und insbesondere mit der OPEC+ werde dabei weiterhin angestrebt. Besonders brisant in diesem Kontext: Seiner Einschätzung nach könne es Monate dauern, bis die Ölpreise sich erholt hätten.

Monate? Ein Szenario, das vielen Investoren mit Sicherheit gefallen dürfte. In Anbetracht des aktuellen Preisschocks ist im Markt gegenwärtig ein gutes Quäntchen Weltuntergangsstimmung und Monate oder auch vereinzelte Quartale, selbst ein ganzes Geschäftsjahr 2020 scheinen da ein vergleichsweise niedriger Preis zu sein.

Konkret im Fall von Royal Dutch Shell dürften die besagten Monate zu keinerlei Einbußen bei der Investitionsthese führen. Royal Dutch Shell ist bekannt für seine seit 1945 stets ungekürzten Dividenden (mit derzeit übrigens über 10 % Dividendenrendite) und hat dabei sowohl Golfkrise als auch die letzte Ölpreisschwemme zwischen den Jahren 2014 und 2016 gemeistert. Entsprechend stehen die Zeichen hervorragend, dass auch diese kurzfristig turbulente Phase gemeistert werden kann.

Die Nervosität bleibt hoch

Die Nervosität im gesamten Ölmarkt wird jedoch voraussichtlich hoch bleiben. Die aktuellen Ölpreisnotierungen und auch der Aktienkurs von Ölaktien wie Royal Dutch Shell und Co. zeigen, dass die Investoren maximal verunsichert sind. Augenscheinlich jedoch nicht bloß die Investoren.

Scheinbar werden auch die Verantwortlichen nun etwas nervöser und die ersten Anzeichen der Annäherung können als positiver Indikator gesehen werden. Wohl auch, weil insbesondere in Russland die Medien in den Krisenmodus geschaltet haben und die Verantwortlichen eine Rechtfertigungsstrategie verfolgen.

Der Druck wächst jedenfalls auf alle Beteiligten und der russische Energieminister scheint erste Anzeichen eines Nachgebens erkennen zu lassen. Auch Saudi-Arabien dürfte ein Interesse daran haben, es bei seinen eigenen Androhungen bloß bei einem Säbelrasseln zu belassen, denn hier steht die finanzielle Stabilität des eigenen Haushalts auf dem Spiel. Wie gesagt: Grundsätzlich gibt es wenig Gewinner in der aktuellen Marktphase.

Nervosität beinhaltet auch Aufwärtspotenzial

Sollten sich Gespräche oder auch ein Konsens abzeichnen, so könnte der Ölmarkt gerade aufgrund der hohen Nervosität ein starkes Aufholpotenzial besitzen. Die aktuelle Verunsicherung kann schließlich auch wieder der Entspannung weichen. Die wiederum wohl eine signifikante Kurserholung auslösen würde und die Dividenden von Royal Dutch Shell und anderen Ölaktien auf ein stabileres Fundament stellen würde.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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