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Royal Dutch Shell oder doch lieber General Mills? Welche zuverlässige Dividendenaktie sich für welchen Investor besser eignet

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Im internationalen Markt gibt es viele spannende Dividendenperlen und die beiden Aktien von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) und auch General Mills (WKN: 853862) gehören gewiss dazu. Beide zählen unterm Strich nämlich zu den historischen Ausschüttern, beide können außerdem mit langjährigen Ausschüttungen glänzen.

Nichtsdestoweniger sind die jeweiligen Unternehmen beziehungsweise Weltkonzerne General Mills und Royal Dutch Shell vom Grundsatz her verschieden, was hier unterm Strich zu ebenso unterschiedlichen Chance-Risiko-Verhältnissen oder auch Ergebnissen führt.

Werfen wir in diesem Sinne heute einen näheren Blick auf diese beiden zuverlässigen Vertreter und schauen einmal, welche Aktie möglicherweise für welchen Investor-Typ eher geeignet ist. Denn gerade in diesem Vergleich könnte es für jeden eine interessantere und weniger interessante Wahl geben.

General Mills: Defensiv, dividendenstark, nicht zyklisch

General Mills ist hierbei zunächst als besonders defensiver Vertreter einzustufen. Das Geschäftsmodell als vornehmlich US-amerikanischer Lebensmittelkonzern gilt nämlich als nicht zyklisch. Gekauft und gegessen werden die Produkte, zu denen unter anderem Cheerios oder auch die Marke Old El Paso zählen, schließlich immer, wenn die Verbraucher Appetit darauf haben. Entsprechend stabil dürfte hier das eigentliche Geschäftsmodell sowie das Zahlenwerk sein.

Dieser Markt gilt zwar nicht als sonderlich wachstumsstark, sondern wirklich eher als beständig und defensiv, dafür besitzen die US-Amerikaner allerdings in Nebenbereichen spannende Aussichten. Durch die Übernahme von Blue Buffalo ist der Konzern nämlich in den Bereich der Tiernahrung eingestiegen und erhofft sich hiervon ein moderates, beständiges Wachstum, das natürlich an der Dividende nicht spurlos vorbeigehen dürfte. Auch wenn derzeit darüber spekuliert wird, ob der Kaufpreis zu teuer gewesen ist, könnte sich diese Akquisition langfristig auszahlen.

Dividendentechnisch hat General Mills definitiv so einiges zu bieten. Derzeit zahlt das Unternehmen so nämlich eine Dividende in Höhe von 0,49 US-Dollar pro Quartal an die Investoren aus, was bei einem derzeitigen Kursniveau von 52,56 US-Dollar (15.11.2019, maßgeblich für alle Kurse) einer Dividendenrendite in Höhe von 3,72 % entspricht. Daher ist das Unternehmen für defensiv angehauchte Investoren eine interessante Wahl, die auf eine solide Dividendenperle mit seit über 100 Jahren an steten Ausschüttungen, die seit mehr als 20 Jahren nicht mehr gesenkt worden sind, setzen wollen.

Royal Dutch Shell: Zyklisch, ölpreisabhängig, dividendenstark

Eine weitere Dividendenperle, die mit Blick auf das Geschäftsmodell jedoch trotz der Dividendenvorzüge eine andere Chance mitbringt, ist die von Royal Dutch Shell. Als Öl- und Erdgasmulti ist der Shell-Konzern nämlich deutlich zyklischer, da die Preise von Öl- und Erdgas insbesondere mit den Wirtschaftszyklen auf- und abgehen. Das kann hier durchaus mehr Volatilität und mehr Schwankungen im operativen Geschäft bedeuten.

Gleichzeitig ist Royal Dutch Shell sowieso sehr abhängig von den Öl- und Erdgasnotierungen. Rund um das Börsenjahr 2016 sind die Ölpreise so beispielsweise durch eine Ölschwemme vonseiten der OPEC kräftig eingebrochen, das hat hier zu heftigen Verwerfungen im Zahlenwerk geführt, wodurch die Gewinne eingebrochen sind, die nicht einmal mehr die Dividende operativ decken konnten.

Auch in dieser Zeit hat Royal Dutch Shell, das bereits seit dem Jahre 1945 nicht mehr die eigene Dividende gekürzt hat, die eigene Ausschüttung stets zusammengehalten. Allerdings handelt es sich hier gewiss um einen stark zyklischen Mix, der außerdem von externen Faktoren wie Ölpreis, OPEC und dergleichen bestimmt wird. Das sollten Investoren hier bedenken.

Dieser zyklische Mix wird zwar mit einer Quartalsdividende in Höhe von 0,47 US-Dollar vergütet, die bei einem derzeitigen Kursniveau von 27,08 Euro einer vergleichsweise höheren Dividendenrendite in Höhe von 6,31 % entspricht. Allerdings sollten Investoren hier nicht bloß auf die höhere Dividendenrendite schielen, sondern auch die größeren zyklischen Risiken betrachten.

Breites Spektrum an Dividendenperlen

Wie wir daher im Endeffekt sehen können, sind die beiden Dividendenaktien von General Mills und Royal Dutch Shell daher sehr unterschiedlich. Trotz der beiden historischen und jahrzehntelang währenden Dividendenläufe handelt es sich bei General Mills eher um einen defensiven Vertreter, während Royal Dutch Shell trotz der hier ebenfalls vorhandenen Vorzüge sehr zyklisch ist.

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Vincent besitzt Aktien von General Mills und Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2019