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Royal Dutch Shell: Der Ölpreisverfall könnte auch positive Folgen haben!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
silhouette of working oil pumps on sunset background

Die Aktie von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) ist und bleibt in der aktuellen Marktphase ein heißes Eisen. Die niedrigen Ölpreise haben bereits zu einem massiven Ergebniseinbruch im ersten Quartal geführt. Und außerdem dafür gesorgt, dass die Dividende um zwei Drittel gekürzt worden ist. Über die eindeutig vorhandenen negativen Folgen müssen wir uns daher jetzt nicht mehr zwingend austauschen.

Die derzeitige Phase könnte allerdings auch positive Auswirkungen haben. Inwiefern? Eine ausgezeichnete Frage. Und eine erste Maßnahme des britisch-niederländischen Konzerns könnte bereits einige wertvolle Antworten auf diese Fragestellung geben.

Das Management macht Kasse

Wie Royal Dutch Shell in diesen Tagen nämlich berichtet hat, ist ein erstes, wirtschaftlich wenig rentables Projekt bereits verkauft worden. Demnach habe man sich von einem US-Schieferölvorkommen in Pennsylvania getrennt und dafür rund eine halbe Milliarde US-Dollar erlöst. Genauer gesagt sogar 541 Mio. US-Dollar.

Ein Käufer ist mit National Fuel Gas Co. schnell gefunden worden und der Deal bereits perfekt. Der britisch-niederländische Konzern erhält somit direkt eine neue Menge Cash, die als Liquidität gehalten werden kann.

Insgesamt scheint dieser Schritt sinnvoll: Die Förderung von US-amerikanischem Öl via Fracking ist alles andere als preiswert. Möglicherweise werden jetzt in dieser Phase der noch immer anhaltend niedrigen Ölpreise weitere solcher Verkäufe getätigt, die die Kassen von Royal Dutch Shell füllen können. Sowie das Fundament des Konzerns etwas nachhaltiger erscheinen lassen.

Warum das wichtig ist

Die Überlebensfähigkeit des Öl- und Erdgaskonzerns ist dabei allerdings nicht der einzige Vorteil, der mit einer solchen Maßnahme oder vielleicht weiteren Maßnahmen in dieser Richtung verbunden ist. Gleichzeitig könnte Royal Dutch Shell durch die Verkäufe kleinerer und wenig wirtschaftlicher Projekte rentabler werden. Und sich womöglich wappnen, um in diesen wirtschaftlich unsicheren Zeiten effizienter zu werden. Dadurch können die niedrigen Ölpreise vielleicht etwas besser kompensiert werden.

Gleichzeitig kann Royal Dutch Shell durch solche Verkaufserlöse außerdem weitere Schritte in Richtung strategische Neuausrichtung tätigen. Wie das Management bereits vor über einem Jahr verkündet hat, möchte man eigentlich im neuen Jahrzehnt den eigenen Konzern strukturell erweitern. Insbesondere eine größere Elektrizitätssparte soll dabei die Zukunft des eigentlichen Öl- und Erdgaskonzerns ausmachen.

Erlöse aus Verkäufen wirtschaftlich wenig effizienter Projekte können hierfür ebenfalls ein Fundament sein. Auch aus diesem Blickwinkel heraus dürften sich die Verkäufe durchaus lohnen. Royal Dutch Shell könnte in der aktuellen Marktphase entsprechend wichtige Fortschritte in vielerlei Hinsicht erzielen. Sei es, was die Effizienz anbelangt, als auch die künftige Ausrichtung des Konzerns.

Dabei könnte auch die Dividendenkürzung eine Rolle spielen

Womöglich wird auch die Kürzung der Dividende wichtiger denn je. Denn dieser Schritt sorgt dafür, dass der britisch-niederländische Konzern solche Erlöse jetzt für sich behalten kann und nicht mehr direkt einen Großteil an die Investoren auszahlt. Wer weiß. Vielleicht ist die aktuelle Krise daher ein wichtiger Schritt, um effizienter und neuer aus dieser Zeit herauszukommen. Wobei einige kurze Einschnitte langfristig zu mehr Stabilität, Nachhaltigkeit und Effizienz führen werden.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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