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Royal Bank of Scotland vor Namenswechsel – Geschäft unter Druck

Im Jahresverlauft soll die RBS den Namen „National Westminster Bank“, kurz NatWest, annehmen. Die Chefin will so den Umbau sichtbarer machen.

Die auch mehr als ein Jahrzehnt nach der Finanzkrise noch verstaatlichte Royal Bank of Scotland will ihre turbulente Vergangenheit mit einem Namenswechsel hinter sich lassen. Im Jahresverlauf soll der Name in NatWest Group geändert werden, wie das britische Geldhaus am Freitag mitteilte. Damit wird die RBS den Namen der im Jahr 2000 gekauften National Westminster Bank, kurz NatWest, annehmen. Die seit November amtierende RBS-Chefin Alison Rose will damit den Umbau der Bank auch nach außen sichtbar machen.

Rose war vor ihrem Aufstieg an die Spitze der Royal Bank of Scotland Vizechefin von NatWest. Ihr Vorgänger Ross McEwan hatte die RBS, die einer der größten Sanierungsfälle der Branche nach der Finanzkrise war, seit seinem Antritt im Jahr 2013 auf eine finanziell solidere Basis gestellt. Noch ist der britische Staat, der die Bank in der Finanzkrise mit Milliarden vor dem Untergang bewahrt hatte, mit rund 62 Prozent beteiligt.

2019 verdiente die Bank das dritte Jahr in Folge wieder Geld. Obwohl der Konzern rund 900 Millionen Pfund für Schadenersatzzahlungen im Skandal um unnötig verkaufte Restschuldversicherungen für Kredite zurücklegte, stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um 93 Prozent auf 3,1 Milliarden Pfund. Das dicke Plus lag vorwiegend an einer Neubewertung von Devisenpositionen, Kostensenkungen und einer niedrigeren Steuerbelastung. Das eigentliche Geschäft der Bank mit dem Anlegen und Verleihen von Geld steht derweil unter Druck.