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ROUNDUP: Wirtschaft der Eurozone 2020 mit Rekordeinbruch - Dämpfer im Herbst

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LUXEMBURG (dpa-AFX) - In der Wirtschaft der Eurozone hat die Corona-Krise tiefe Spuren hinterlassen. Trotz einer starken Erholung in den Sommermonaten von dem historischen Corona-Einbruch im Frühjahr ist die Wirtschaft im Gesamtjahr 2020 so stark geschrumpft wie noch nie seit Gründung des Währungsraums. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im Jahresvergleich um 6,8 Prozent gesunken, teilte das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag mit. 2019 war die Wirtschaftsleistung noch um 1,3 Prozent gestiegen.

Der konjunkturelle Rückschlag 2020 ist deutlich stärker als in der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise, als die Wirtschaft der Eurozone 2009 um 4,5 Prozent geschrumpft war. Nach der Erholung in den Sommermonaten 2020 legte die Konjunktur im Herbst wegen neuer Beschränkungen wieder den Rückwärtsgang ein. In den Monaten Oktober bis Dezember schrumpfte die Wirtschaftsleistung im Quartalsvergleich um 0,7 Prozent. Analysten hatten für das vierte Quartal allerdings im Schnitt einen noch etwas stärkeren Dämpfer erwartet und mit einen Rückgang um 0,9 Prozent gerechnet. Im dritten Quartal war die Wirtschaft noch um 12,4 Prozent gewachsen.

Nach Einschätzung von Ökonomen wird die Wirtschaft zu Beginn des laufenden Jahres weiter durch die Corona-Krise belastet. "Im ersten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum noch stärker sinken", warnte Christoph Weil, Analyst der Commerzbank. Denn anders als im Schlussquartal 2020, in dem Einschränkungen vor allem im Dezember bremsten, dürfte die Wirtschaft im gesamten ersten Quartal durch Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie spürbar beeinträchtigt werden.

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, verwies vor allem auf die Wachstumsschwäche in den südeuropäischen Ländern des Währungsraums. Seiner Einschätzung nach kann der konjunkturelle Rückschlag trotz der angelaufenen Corona-Impfungen nicht so schnell aufgeholt werden. "Die Corona-Krise wird ein langes Echo haben", sagte Gitzel.

Der Kurs des Euro ist nach Veröffentlichung der Daten unter Druck geraten und auf ein Tagestief bei 1,2032 US-Dollar gefallen.