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ROUNDUP: Wütende Landwirte blockieren weiter Lidl-Lager

·Lesedauer: 2 Min.

CLOPPENBURG/EMSTEK (dpa-AFX) - Hunderte von Landwirten haben am Dienstag ihre Proteste gegen die Preispolitik des Lebensmitteleinzelhandels fortgesetzt. In Cloppenburg blockierten nach Polizeiangaben rund 100 Traktoren die Zufahrt zu einem Zentrallager des Discounters Lidl. Im benachbarten Emstek beteiligten sich den Angaben zufolge 20 Traktoren an der Blockadeaktion. Auch in Rade (Kreis Harburg) und in Schwanewede hatten Landwirte bis zum frühen Dienstagmorgen die Zufahrt zu Lidl-Lagern blockiert. Eine Treckerdemo gab es auch in Westerkappeln (Kreis Steinfurt/NRW) nahe der niedersächsischen Grenze.

Dabei kam es in der Nacht zu Dienstag zu einem Unfall in Emstek, als eine 17 Jahre alte Traktorfahrerin aus noch ungeklärter Ursache mit ihrem Trecker umstürzte und sich schwer verletzte, wie ein Polizeisprecher berichtete.

Zumindest in Cloppenburg solle die Blockade weitergehen, sagte der Sprecher der Bauern-Protestbewegung "Land schafft Verbindung" in Niedersachsen, Anthony Lee. Die Forderung sei, dass der Chef der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland), Klaus Gehrig, nach Cloppenburg komme. Lidl hatte am Montagabend prinzipielle Gesprächsbereitschaft signalisiert. Das seien nur "leere Versprechungen und Phrasen", sagte Lee dazu. Gehrig solle mit den Landwirten "auf Augenhöhe" reden.

Inzwischen bereite sich die Polizei allerdings auch darauf vor, die Blockadeaktion zu beenden, sagte ein Polizeisprecher: "Wir haben gestern den Dialog und den Konsens gesucht, das scheint nicht geklappt zu haben. Wir sind dabei, eine ständige Rechtsgüterabwägung zu machen, und mit steigender Dauer kippt die natürlich nicht zugunsten der Versammlungsteilnehmer." Einen Zeitpunkt, bis wann die Landwirte die Blockade aufgeben müssen, gebe es nicht, sagte der Polizeisprecher. Die Situation werde laufend beobachtet.

Die Landwirte sind wütend über einen Brief der großen deutschen Handelsketten an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Darin hatten sich die Topmanager der Konzerne Edeka, Rewe, Aldi und der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) über Äußerungen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner beschwert. Die CDU-Politikerin hatte vorvergangene Woche einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, mit dem Landwirte und kleinere Lieferanten besser vor dem Preisdruck der Handelsriesen geschützt werden sollen und von teils unfairen Bedingungen gesprochen. Klöckner habe ein Zerrbild der Handelsunternehmen gezeichnet, klagten die Supermarkt-Ketten.

Nach Angaben von "Land schafft Verbindung" wurden bundesweit Lager von Lidl blockiert.